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Richterin: „Man muss nicht alles verstehen...“

Vergewaltigte Busfahrer Buben bei sich zuhause? Seine Frau gibt sich völlig unwissend...

  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Der Prozess gegen einen 56-jährigen Busfahrer aus Waldkraiburg wurde fortgesetzt. Er soll drei Buben aus dem Landkreis Rosenheim vergewaltigt haben. Nun sagte seine Ehefrau vor dem Landgericht aus - ihre vorgebliche Unwissenheit sorgte dort für Kopfschütteln...

Traunstein/Waldkraiburg/Landkreis Rosenheim - Dass er zwischen 2019 und 2021 immer wieder drei Buben vergewaltigt haben soll, verneint ein 56-jähriger Waldkraiburger vom ersten Prozesstag an. Am Freitag (2. Dezember) bekam er vorm Traunsteiner Landgericht nun Unterstützung von seiner Ehefrau. Eines der Kinder, damals 13 Jahre alt, soll laut Staatsanwaltschaft nämlich in der gemeinsamen Wohnung missbraucht worden sein. „Ein sexuelles Verhältnis gab es definitiv nicht. Das weiß ich zu 100 Prozent. Sonst hätte ich ja was gemacht“, so die 37 Jahre alte Frau.

Angeklagter schlief mit fremden Buben in einem Bett - und seine Frau auf der Couch

Der Bub übernachtete immer wieder an den Wochenenden bei dem Ehepaar. Angeblich, weil er sich mit der Tochter des Angeklagten gut verstand und weil er von zuhause weg wollte. Dass ihr Mann immer gemeinsam mit dem 13-Jährigen in einem Bett schlief - und sie auf der Couch - findet sie nicht komisch. „Weil mein Mann eine Tierhaarallergie hat und das Zimmer ist das einzige tierfreie.“ Seit 18 Jahren ist die Frau mit dem Angeklagten liiert, man hat drei gemeinsame Kinder. Auch gegen sie ermittelte anfangs die Staatsanwaltschaft, stellte das Verfahren dann aber ein.

Die Vorsitzende Richterin Heike Will wunderte sich bei der Vernehmung immer wieder: „Sie lassen sich also von einem fremden Kind sagen, wo Sie schlafen müssen?“ Damit aber nicht genug. Denn laut der Frau habe sie der Bub auch regelmäßig aufs Übelste beleidigt, habe ihr Zigaretten gestohlen, sich ständig am Kühlschrank bedient oder Telefonterror gemacht. „Tja, mein Mann und ich waren zu dumm, weil wir immer helfen wollten“, so die 37-Jährige. Man müsse in diesem Prozess nicht immer alles verstehen, schüttelte die Richterin den Kopf.

Auch der Bruder will nichts mitbekommen haben

Und wie käme der Bub dann auf die Idee, zu behaupten, vom Angeklagten vergewaltigt worden zu sein? “Ich weiß es nicht. Ich glaube er wollte, dass ich mich von meinem Mann trenne“, so die Erklärung der Zeugin. Ähnlich unwissend gab sich auch der Bruder des Angeklagten. Dass er immer wieder gemeinsam mit dem Kind in einem Bett geschlafen habe, habe er nicht mitbekommen. „Bei sowas stecke ich meine Nase nicht rein“, hieß es nur lapidar.

Die drei mutmaßlich vergewaltigten Buben stammen aus dem Landkreis Rosenheim und waren zu den Tatzeiten neun bzw. 13 Jahre alt. Der Angeklagte hat sie dort als Busfahrer kennengelernt. Mit einem Urteil am Traunsteiner Landgericht wird aktuell am 25. Januar gerechnet.

xe

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

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