Waldbrand und kilometerlanger Wassertransport: Doch für Traunsteiner Feuerwehren ist es nur Übung

Rund 140 aktive Feuerwehrler aus dem Landkreis Traunstein beteiligten sich an der groß angelegten Übung in Kammer. Geprobt wurde unter anderem, einen Waldbrand unter Kontrolle zu bringen. Unterstützung aus der Luft leistete ein Hubschrauber. Hobmaier
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Rund 140 aktive Feuerwehrler aus dem Landkreis Traunstein beteiligten sich an der groß angelegten Übung in Kammer. Geprobt wurde unter anderem, einen Waldbrand unter Kontrolle zu bringen. Unterstützung aus der Luft leistete ein Hubschrauber. Hobmaier
  • vonRobert Hobmaier
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Als „eine etwas andere Übung zur bayernweiten Aktionswoche“ beschreiben die Traunsteiner Kreisbrandmeister die groß angelegte Aktion in Kammer: Dabei wurde unter anderem ein Waldbrand simuliert und getestet, ob die beteiligten 140 aktiven Feuerwehrler ihre Sache auch reibungslos beherrschen.

Traunstein – Mit möglichst wenig Personal gleich drei Einsatzkonzepte auf Herz und Nieren zu testen, damit im Einsatz alles glatt läuft: Das war das Ziel der Großübung der Feuerwehren im Landkreis Traunstein im Rahmen der bayernweiten Feuerwehraktionswoche. Kreisbrandmeister Albert Rieder leitete die dafür angesetzte Übung am Truppenübungsplatz Kammer bei Traunstein.

Knapp 140 Feuerwehrkräfte mit rund 20 Fahrzeugen aus dem gesamten Landkreis beteiligten sich daran. Darüber hinaus war die Firma Global Helicopter Service aus Kirchanschöring mit einem Hubschrauber vor Ort, der die Löscharbeiten aus der Luft unterstützte.

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40 000 Liter Löschwasser in der Stunde transportiert

Die Bundeswehr stellte die Örtlichkeiten zur Verfügung, verpflegte die Beteiligten und fungierte mit dem Kreisverbindungskommando Traunstein als Übungsbeobachter.

Kreisbrandmeister Alexander Heide ist bei den Feuerwehren im Landkreis Traunstein federführend für die Bereiche „Wasserförderung über lange Wegstrecken“ und „Wassertransport mittels Tankwagen“ verantwortlich. Sein Amtskollege Thomas Mayr hat den Auftrag, sich der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung anzunehmen. „Alle Bausteine zu üben ist im Truppenübungsplatz Kammer hervorragend möglich gewesen“, so Alexander Heide.

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Nach dem coronabedingten Lockdown war dies das erste „größere Lebenszeichen“ der Feuerwehren in Sachen Übungs- und Ausbildungsdienst. „Es ist super, dass wir umfangreich mit der Technik üben konnten“, hieß es bei den Teilnehmern. Kreisbrandrat Christof Grundner indes freute sich, dass die Schutzmaßnahmen sogar unter Corona-Auflagen wie Abstandhalten durchgeführt werden konnten.

Alle Rädchen arbeiten perfekt zusammen

Zuerst legten die Teilnehmer eine einen Kilometer lange Schlauchstrecke zur Wasserförderung vom Mühlbach bei Leiderting bis in den Truppenübungsplatz. Da ein Höhenunterschied von etwa 40 Meter zu überwinden war, waren mehrere Zwischenpumpen erforderlich. „Für uns Maschinisten ist so eine lange Schlauchstrecke die Königsdisziplin – es müssen alle Rädchen perfekt zusammenspielen, damit am Ende der Leitung überhaupt Wasser ankommt“, so einer der Übungsteilnehmer. Die Zahlen belegen, dass dies offensichtlich funktionierte. Pro Minute förderte die Leitung eine Wassermenge von gut 2000 Litern.

Mittels Tankwagenpendelverkehr wurde der Wassertransport durch Feuerwehrfahrzeuge geprobt. Bereits wenige Minuten nach dem Start hatte sich das System eingespielt und so gelang es über mehrere Stunden hinweg, eine Wassermenge von etwa 40 000 Litern pro Stunde zu transportieren.

Bei der Lagebesprechung: Die beiden Kreisbrandmeister Thomas Mayr (links) und Albert Rieder.

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Als dritte Übungskomponente stand die Waldbrandbekämpfung im Drehbuch. Dabei kam neben der Waldbrandausrüstung des Landkreises Traunstein der Hubschrauber der Firma GHS zum Einsatz für Personal- und Materialtransport. Darüber hinaus beteiligte er sich an den Löschmaßnahmen und unterstützte die Bodenkräfte mit einem Wasserbehälter aus der Luft.

Dankbar für den Hubschrauber

„Für uns ist das schon eine tolle Sache, dass wir die Chance bekommen haben, gleich zweimal innerhalb kurzer Zeit mit einem Hubschrauber üben zu können. Dadurch haben wir viele Erkenntnisse gewinnen können und das Zusammenspiel unter den Beteiligten deutlich verbessert“, so Kreisbrandmeister Thomas Mayr.

In einem ersten Feedback zum Abschluss des Übungstages zeigte sich auch: „Insbesondere beim Einsatzkonzept für die lange Schlauchstrecke werden wir nachbessern“, so Kreisbrandmeister Alexander Heide. Hier habe sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, beispielsweise auf kleine, wendige Fahrzeuge zu setzen.

Neben der Feuerwehr Kammer beteiligten sich Einsatzkräfte aus Traunstein, Trostberg, Pietling, Eisenärzt, Staudach, Emertsham, Unterwössen, Engelsberg, Traunreut, Heiligkreuz, Grabenstätt, Kirchanschöring, Petting, Waging, Hammer, Siegsdorf und Übersee an der Übung. Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung war in die Übungskoordination eingebunden.

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