Hanfpflanze wächst mitten in Ruhpolding – Bürgermeister ist stolz auf Bodenqualität

Das verdächtige Gewächs an der Hauptstraße in Ruhpolding wurde inzwischen entfernt.
+
Das verdächtige Gewächs an der Hauptstraße in Ruhpolding wurde inzwischen entfernt.

Eine Hanfpflanze auf einer Verkehrsinsel in der Hauptstraße von Ruhpolding sorgt für Diskussionsstoff. Die Frage, ob sie eine harrmlose Nutzpflanze oder eine mit berauschender Wirkung ist, kann aber nicht mehr beantwortet werden. 

Ruhpolding – Die Facebook-Gruppe „Chiemgau – do bin i dahoam“ ist eigentlich eine recht seriöse Gruppe mit Beiträgen zur Geschichte der Region, Ausflugstipps und Anfragen zur Nachbarschaftshilfe. Am vergangenen Wochenende gab es mal einen Beitrag zum Schmunzeln. Da hatte eine Frau aus Siegsdorf das Foto einer Verkehrsinsel in der Hauptstraße gepostet, in deren Beet neben Blumen auch eine Hanfpflanze wuchs. „In Ruhpolding steht diese Pflanze – kennt die zufällig jemand“, fragte sie rhetorisch und packte noch einen Smiley mit Lachtränen dazu.

Lesen Sie auch: Ruhpoldinger Dorflinie bleibt bis zum Sommerende kostenlos

Die meisten Mitglieder kommentierten das Foto mehr oder weniger amüsiert. Unklar sei allerdings, ob diese Pflanze den berauschenden Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) enthalte oder ob es sich um eine reine Nutzsorte handele. Deren Samen ist häufig in Vogelfutter enthalten.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Kompliment für die Gemeinde

Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) nahm die Angelegenheit mit Humor. Er habe das Bild gesehen und die Mitarbeiter des Bauhofs gebeten, die Pflanze zu entfernen. „Aber ich glaube nicht, dass man hier von kommerziellem Anbau sprechen kann“, sagte Pfeifer der Chiemgau-Zeitung. Hätte man aber jemand bei Anpflanzung oder Pflege einer solchen Pflanze erwischt, hätte man den Fall natürlich der Polizei übergeben müssen. Er sehe es aber als Kompliment für die Gemeinde an, „dass unser Boden so gut gedüngt ist, dass solche Pflanzen darauf gedeihen.“

Auch interessant: Kinder sind dem Landkreis Traunstein 17,5 Millionen Euro wert

Im Übrigen habe er überlegt, ob die Gemeinde den Hanf nicht in größerem Umfang anbauen sollte, um daraus Dämmmaterial zu gewinnen, scherzte der Rathauschef. Aber dafür seien die Flächen viel zu klein. So hat die Hanfpflanze auf der Verkehrsinsel letztlich doch noch für Gelassenheit und gute Stimmung gesorgt – und das ganz ohne Nebenwirkungen oder süchtig machende Faktoren. mt

Kommentare