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Ex-Bürgermeister übt Kritik an Radweg

Vorarbeiten an der Alzbrücke in Seebruck beginnen noch im Herbst

Die Sanierung der Alzbrücke stellte die Planer vor große Herausforderungen.
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Die Sanierung der Alzbrücke stellte die Planer vor große Herausforderungen.
  • VonGabi Rasch
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  • Tanja Weichold
    Tanja Weichold
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Der frühere Seebrucker CSU-Bürgermeister Bernd Ruth unterlag in der Kommunalwahl seinem Herausforderer Martin Bartlweber (Freie Wählergruppe Seeon) und schlug auch das Gemeinderatsmandat aus. Jetzt meldet er sich mit lautstarker Kritik an der geplanten Radwegführung bei der Alzbrücke zu Wort.

Seeon-Seebruck – Im kommenden Herbst soll mit den Vorarbeiten für die Sanierung der Alzbrücke in Seebruck begonnen werden. Nach einer sogenannten Vorschüttung in der Alz soll Anfang nächsten Jahres der Brückenüberbau demontiert werden. Die Ertüchtigung des Staatsstraßenprojekts soll dann bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein. Zu Diskussionen in der Gemeinde führt offenbar die Lösung für die Radfahrer.

Staßenquerung zum Chiemsee-Rundweg

Das Staatliche Bauamt will Fahrradfahrern künftig eine eigene Spur an der Nordseite der Alzbrücke zur Verfügung stellen. Für die Radfahrer bedeutet dies, dass sie auf Höhe des Hotels Wassermann die Staatsstraße überqueren müssen, um sowohl aus östlicher als auch aus westlicher Richtung wieder auf den Chiemsee-Rundweg zu gelangen. Die Querung für die Radfahrer soll mit Ampeln geregelt werden.

Die Ampelregelung respektive die Regelung, den Fahrradverkehr auf der Nordseite der neu sanierten Brücke zu führen, wurde bereits in einer Gemeinderatssitzung im Juni dieses Jahres kontrovers diskutiert. Die Mehrheit des Gremiums begrüßte jedoch die Pläne des Staatlichen Bauamtes.

Stauungen wegen Ampel befürchtet

Mit dieser Lösung absolut nicht einverstanden ist der ehemalige CSU-Bürgermeister der Gemeinde Seeon-Seebruck, Bernd Ruth. Seiner Meinung nach würde eine Ampellösung unweigerlich dauerhaft zu Stauungen führen und keinerlei Sicherheit für die in den Sommermonaten bis zu 1400 Radfahrer bringen. Ruth, der in der vergangenen Kommunalwahl dem jetzigen Bürgermeister Martin Bartlweber (Freie Wählergruppe Seeon) unterlegen war und in Folge auch sein Gemeinderatmandant nicht angetreten hatte, spricht von einer „Gefahrenstelle“ und „trügerischer Sicherheit“.

In einem Schreiben an den Abwasser- und Umweltverband Chiemsee (AUV), das auch den OVB Heimatzeitungen vorliegt, kritisiert der Ex-Bürgermeister die Planung des Staatlichen Bauamtes. Ruth erinnert darin die Verbandsräte an ihre Verpflichtung, dem Radverkehr und seiner Sicherheit im Zuge des Ausbaus des Chiemsee-Rundweges eine hohe Priorität einzuräumen. Bei der Ertüchtigung der Alzbrücke in Seebruck müsse um eine bestmögliche Lösung gekämpft werden: „Die jetzige Lösung ist katastrophal und ein völliger Unsinn.“

Gemeinde erwartet mehr Sicherheit

Dritte Bürgermeisterin Dr. Christine Kosanovic führt momentan als Urlaubsvertretung in Seeon-Seebruck die Amtsgeschäfte. Sie spricht auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen von einem „erfreulichen Ergebnis“, dass auf Betreiben der Gemeinde künftig ein dauerhafter, abgetrennter Radweg auf der Alzbrücke erreicht werden konnte. „Wer derzeit als Radfahrer über die Brücke fährt, kennt die vorhandenen Gefahren der Alzquerung. Die Fahrbahn ist zu eng für alle Verkehrsteilnehmer und zusätzlich ist die Verkehrsführung auf beiden Seiten der Brücke recht unübersichtlich“, so Dr. Kosanovic.

Die Gemeinde sei zuversichtlich, dass diese Gefahren mit dem neuen, eigenständigen Radweg und auch mit der dazu gehörenden Querungshilfe deutlich entschärft werde. Planungsexperten versicherten, dass auch mit einer Ampel kein ständiges Verkehrschaos zu erwarten sei – was „leider von manchen befürchtet wird“. Es sei möglich, eine Ampel auf die Verkehrssituation anzupassen und sie gut in den fließenden Verkehr einzubetten.

Das Staatliche Bauamt habe sämtliche Querungsmöglichkeiten überprüft und Ideen mit Blick auf den Sicherheitsgewinn „intensiv beleuchtet“, führt die Dritte Bürgermeisterin weiter aus. Die jetzige Lösung habe sich nach einem langen Planungsprozess als die beste herausgestellt und auch die Mehrheit im Gemeinderat überzeugt.

Zuständigkeit des AUV fraglich

Der stellvertretende AUV-Vorsitzende, Priens Bürgermeister Andreas Friedrich, erklärte auf Anfrage, dass er zum jetzigen Zeitpunkt für den AUV keine Stellungnahme abgeben könne, zumal die Thematik Radweg an der Alzbrücke zunächst intern besprochen werden müsse. Möglicherweise kommt der AUV zu dem gleichen Schluss, wie ihn Dritte Bürgermeisterin Dr. Kosanovic gegenüber der Chiemgau-Zeitung andeutet: Sie nennt die Zuständigkeit des AUV für dieses Thema fraglich.

Autos und Lastwägen werden während der Bauzeit über die B304 umgeleitet

Ein genaues Zeitfenster, wann heuer mit den Vorarbeiten für die Sanierung der Alzbrücke in Seebruck begonnen wird, kann das Staatliche Bauamt Traunstein zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht aufmachen: „Die Angebotsfrist der Baufirmen läuft gerade“, sagte Florian Paukner auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen.

Sobald die Baufirma feststeht, könne auch mit der Gemeinde Seeon-Seebruck ein Termin für eine Bürgerinformationsversammlung vereinbart werden. Während der Bauzeit muss der gesamte Auto- und Lastwagen-Verkehr, der tagtäglich über die Brücke rollt, umgeleitet werden. Die offizielle Umleitung soll nach Angaben des Staatlichen Bauamtes über die B 304 in Altenmarkt erfolgen.

Eine Umleitung über Truchtlaching würden dort weder die Alzbrücke noch die Ortsdurchfahrt verkraften, hieß es. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß wird aber eine Querung der Alz während der gesamten Bauzeit möglich sein. Noch vor dem Abbruch der Bestandsbrücke wird an der Nordseite eine Behelfsbrücke errichtet. Dieser Holzsteg soll nach der Sanierung der Brücke wieder zurückgebaut werden. Der Fahrradverkehr soll jedoch auch nach der Sanierung auf der Nordseite der Brücke, also an der flussabwärts zugewandten Seite, geführt werden, während auf der Südseite ein Gehweg entstehen soll.

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