FRÜHLINGSGÄRTEN IM CHIEMGAU

Von Wasseradern und Elfenkrokussen – ein Besuch im Bernauer Kurpark

Der erste Blütenduft im Jahr: der Duftschneeball. Steffl
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Der erste Blütenduft im Jahr: der Duftschneeball.

Nach dem heftigen Wintereinbruch im März lechzen viele Menschen nach Frühling. Der erste Teil unserer Serie über Frühlingsgärten im Chiemgau führt in den Bernauer Kurpark.

Bernau – Die Corona-Pandemie zwingt zu einem ungewohnt ereignislosen Leben – vermeintlich. Denn auch im Kleinen und in der Nähe lässt sich Überraschendes entdecken. Unsere Serie „Frühling erleben im Chiemgau“ führt zu ein paar öffentlichen Kleinoden der Gemeinden am Chiemsee und im Achental. Den Anfang macht der Kurpark von Bernau.

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Vom Rathaus im Norden bis zum Minigolfplatz im Süden erstreckt sich der weitläufige Kurpark mitten in Bernau, ein grüner Fleck, den manch einheimischer Chiemgauer vielleicht noch gar nie besucht hat. Er besticht durch seine unaufgeregte Gestaltung, die perfekt an die natürlichen Gegebenheiten angepasst ist.

Wasser pritscheln im Bernauer Bach

Der Bernauer Bach plätschert durch das Gelände und in der Mitte erhebt sich ein Hügel, von dem aus man eine gute Aussicht über Bernau und hin zu den Bergen hat. Linda (9 Jahre) aus Übersee findet: „Hier gibt es einen ganz tollen Spielplatz und im Sommer kann man bestimmt schön am Bach pritscheln“.

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Raimund Auer von der Gemeindeverwaltung erinnert sich: „Ich bin seit 1985 hier tätig, da hat es den Kurpark auf alle Fälle schon als solchen gegeben, auch vorher gab es dort schon eine öffentliche Grünfläche. Der Kurpark hat seitdem immer neue Elemente bekommen und hat sich verändert und entwickelt. Das Kneippbecken ist entstanden, der Spielplatz, der Lehrpfad für Geomantie und Radiästhesie, das Labyrinth, die Spielstraße durch den Park als städtebauliche Entwicklungsmaßnahme, das Insektenhotel und es gibt auch derzeit wieder Überlegungen für ein neues Projekt.“

Lehrpfad für Geomantie und Radiästhesie

Die Stationen des von Heinz H. Grothoff angelegten Lehrpfads für Geomantie und Radiästhesie sind über das Kurparkgelände verteilt. Dahinter verbergen sich markierte Punkte für Wünschelruten- und Sondengänger. Dahinter stecken Wasseradern, sogenannte Hartmanngitter und Currygitter, Kuben- und Benkernetzpunkte, geologische Verwerfungen, Ley-Linien, ein Sommersonnwendpunkt, Wasserkreuzungen und eine Energie-Doppelpyramide.

Frühling kündigt sich an

Auf den Wiesen und unter den Bäumen und Sträuchern kann man schon zahlreiche Frühlingsboten entdecken: violetter Lerchensporn, gelbe Schlüsselblumen, weiße Frühlingsknotenblumen und ein ganzer Hügel voller fliederfarbener Elfenkrokusse. Die Knospen der malerisch gewachsenen Magnolie sind schon ganz dick, um bald riesige Blüten hervorzubringen, während der Duftschneeball seine kleinen rosa Blüten, die vor allem durch ihren feinen Duft bestechen, schon geöffnet hat.

Auf der Mauer, auf der Lauer

Auch in der kleinen Trockenmauer am Hügel regt sich schon Leben. Die Polsterpflanzen wie das Blaukissen stehen kurz vor dem Erblühen und einige Feuerwanzen sind schon aktiv. In den Ritzen zwischen den Steinen hatten sie ein wunderbares Winterquartier gefunden, und wuseln jetzt darin herum. Und wenn die Temperaturen wieder frühlingshafter werden, werden demnächst die gesetzten Tulpen und Narzissen aufblühen. (cst)

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