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FRÜHLING IM CHIEMGAU ERLEBEN

Von Übersee nach Staudach: Über den Achendamm zum Neptun wandern

Honigbienen freuen sich über den Nektar der frühblühenden Sal-Weide. Steffl
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Honigbienen freuen sich über den Nektar der frühblühenden Sal-Weide. Steffl

Die sonnenzugewandte Seite des Achendamms zwischen Übersee und Staudach bietet einer ungeheuren Vielfalt an Pflanzen ein Zuhause. Bei einem Spaziergang lassen sich viele botanische und zoologische Entdeckungen entlang der Tiroler Ache machen.

Übersee/Staudach-Egerndach – In unserer Serie „Frühling im Chiemgau erleben“ erwandern wir dieses Mal unser Sonnensystem entlang der Tiroler Ache, während es gleichzeitig viele botanische und zoologische Entdeckungen zu machen gibt. Der Weg auf dem Achendamm ist an sich eher unspektakulär, ziemlich gerade und eben, wären da nicht der Fluss, die Natur und der Planetenweg. Zwischen Übersee und Staudach bietet die sonnenzugewandte Seite des Achendamms einer ungeheuren Vielfalt an Pflanzen ein Zuhause.

Das Leberblümchen (Hepatica nobilis) ist ziemlich genügsam und mag Kalk

Perfekter Lebensraum für wilde Blütenpflanzen

Der magere und trockene Boden des Damms ist der perfekte Lebensraum für viele wilde Blütenpflanzen. Noch ist davon allerdings nicht allzu viel zu sehen. Ein paar Vorfrühlingsboten wie das Duftveilchen, das Frühlings-Hungerblümchen und das Scharbockskraut trauen sich aber schon heraus. Das Scharbockskraut enthält viel Vitamin C. Seine jungen Blätter wurden früher zur Behandlung von Scharbock, also dem Skorbut, eingesetzt. Es ist aber in den sonstigen Teilen giftig, und sobald es blüht, sollte man auch die Blätter nicht mehr essen.

Auf der schattigeren Seite des Damms und in den angrenzenden lichten Wäldern sind dagegen schon jede Menge Frühlings-Knotenblumen, auch Märzenbecher genannt und violette Leberblümchen zu sehen. Sie alle warten auf die ersten hungrigen Bestäuber. Im Frühling und Vorsommer steht entlang des Flusses alles in bunter Blütenpracht.

Beobachten und genießen

„Die Achendämme erscheinen oft wie zwei unscheinbare Rasenstreifen“, sagt Gebietsbetreuerin Kathrin Kopschinski, aber „die Böschungen haben sich vielerorts zu artenreichen Magerwiesen entwickelt. Dort finden sich auch viele Insekten und andere Lebewesen“. Es gilt jedoch: „Bitte nur bestaunen, nicht berühren, geschweige denn abreißen oder ausgraben.“

Für Kathrin Kopschinski heißt ein respektvoller Umgang mit der Naturr, „unbedingt auch den eigenen und gegebenenfalls auch fremden Abfall wieder mitzunehmen. Plastik, das im Fluss landet, wird Schritt für Schritt zu Mikroplastik, das schädliche Auswirkungen auf die Nahrungskette hat, weil es von wasserlebenden Tieren mit Nahrung verwechselt und gefressen wird“.

Die Ufer und die Dämme der Ache bieten viele Arten Lebensraum

Tiroler Ache eine wichtige Lebensraumachse

Die Gebietsbetreuerin freut sich besonders auf die Rückkehr der Flussregenpfeifer. „Die Ache stellt eine wichtige Lebensraumachse dar und dient vielen Vogelarten als Bruthabitat. Im Frühling kommt zum Beispiel der gefährdete Flussregenpfeifer aus seinem Überwinterungsquartier zurück.“ Der Vogel legt seine Eier in eine Mulde direkt auf die steinige Kiesbank. Mit seinem schwarzen Stirnband sei er schön anzusehen und er zeige eine besondere Bewegungsweise: „Erst tippelt er ganz schnell über die Kiesbank, dann bleibt er plötzlich stehen und verharrt regungslos“, beschreibt Kopschinski. „Zwischen Marquartstein und Staudach kann man auch Gebirgsstelzen und Wasseramseln beobachten. Es ist deshalb immer gut, ein Fernglas dabei zu haben.“

Vom Sonnensystem auf Weg begleitet

Auf diesem Abschnitt werden die Spaziergänger noch dazu von unserem gesamten Sonnensystem begleitet: dem Planetenweg. Auf der Ostseite der Ache zwischen Staudach-Egerndach und Marquartstein haben Schüler des Landschulheims Marquartstein im Dezember 2011 einen maßstabsgetreuen Planetenweg realisiert. Beginnend an der Staudacher Brücke entfernt sich der Spaziergänger auf zweieinhalb Kilometern Richtung Marquartstein im richtigen Verhältnis von der Sonne in Richtung Neptun, vorbei an Venus, Mars und Jupiter. Zu jedem Planeten gibt es auf einer Tafel Daten (wie Temperatur, Größe) und Eigenheiten des Planeten zu lesen. (re)

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