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Nur regionale Produkte

Von Grußkarten bis Eier: Welch geniale Idee hinter dem „Tante-Emma-Laden“ von Übersee steht

Sabine Poets von „MINA-Wohnen und mehr“vermietet Regale in ihrem Geschäft in Übersee an regionale Produzentinnen und Produzenten.
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Sabine Poets von „MINA-Wohnen und mehr“vermietet Regale in ihrem Geschäft in Übersee an regionale Produzentinnen und Produzenten.
  • VonBärbel vom Dorp
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Billigware aus Asien kommt einer Überseer Geschäftsfrau nicht ins Haus. Sie lässt jetzt regionale Produzenten ihre Ware bei ihr im Laden ausstellen und verkaufen – von Grußkarten über Wohnungsdeko bis hin zu frischen Kartoffeln.

Übersee – Der Einzelhandel leidet. Ein verändertes Kaufverhalten, Einbrüche und Geschäftsaufgaben durch Corona sowie der Online-Handel haben die Inhaber kleiner Läden in letzter Zeit zunehmend vor ernste Herausforderungen gestellt.

Sabine Poets von „MINA – Wohnen und mehr“ aus Übersee ist diesen Schwierigkeiten mit einem neuen Geschäftsmodell begegnet.

„Man muss umdenken und aktiv bleiben“

Ihr Rezept: „Man muss umdenken, aktiv und kreativ bleiben.“ Beruflich hat die gelernte Schneidermeisterin schon die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht, von einem längeren Auslandaufenthalt in Südost-Asien, einem kleinen Laden in Grassau, einem gut laufenden Online-Handel, einer jahrelangen Betreuung der Postfiliale in Übersee und einem gleichzeitigen Handel mit Deko-Artikeln.

Seit Frühjahr dieses Jahres betreibt sie ihren Laden „MINA – Wohnen und mehr“ in der Grassauer Straße nun als „Conceptstore“. Die Idee dazu war entstanden, nachdem viele Waren aus Fernost immer schlechter und teurer geworden waren.

„Dann können wir auch wieder deutsche Qualität zu tatsächlich vergleichbaren moderaten Preisen anbieten“, so ihre Überlegungen. Laut Poets gab es die Deko-Artikel mittlerweile überall, in Tankstellen, Buchhandlungen, Discountern und bei Getränkehändlern.

Bei vielen Kunden war inzwischen auch die Erkenntnis gereift:„Einmal billig gekauft, ist doppelt gekauft“.

Ihr Konzept sieht nun so aus, dass regionale Anbieter eine Verkaufsfläche in ihrem Laden mieten und dort ohne Provision ihre Waren präsentieren. Pro Regal sind lediglich 30 Euro zu zahlen, für zwei Regale 50 Euro.

Die Mindestmietdauer beträgt drei Monate. Zur Zeit hat Poets zwölf Mieter, gebraucht werden aber etwa 25, um wirtschaftlich auf sicheren Füßen zu stehen.

Das Angebot umfasst mittlerweile Wohn- und Modeaccessoires, Deko-Artikel, Grußkarten, ausgefallene Geschenkartikel, ja sogar frisch geerntete Kartoffeln und Eier aus Grassau.

Fest steht, dass der Kundenkreis stetig wächst, nicht zuletzt deshalb, weil die Waren regional, von großer Vielfalt und -im Gegensatz zum Online-Handel- „zum Anfassen“ sind. Ware aus so genannten Billigländern hat die Inhaberin gänzlich aus ihrer Angebotspalette gestrichen.

Zusätzlich zu den teilweise sehr außergewöhnlichen Präsentationen ihrer Mieterinnen bietet Poets noch Kurzwaren und ihre Änderungsschneiderei an.

Im Laufe des Gesprächs mit der Chiemsee-Zeitung beklagte die Ladeninhaberin Sabine Poets auch, dass Staat und Gemeinden das Betreiben eines kleinen Ladens ihrer Ansicht nach nicht genug unterstützen.

Viele Abgaben belasten die „Kleinen“

„Es würde schon reichen, wenn nicht für alles zusätzlich die Hand aufgehalten würde, wie zum Beispiel für Abgaben zur Industrie- und Handelskammer und zur Handwerkskammer.

Auch einen Fremdenverkehrsbeitrag könnte man für uns streichen, weil wir maßgeblich dazu beitragen, den Ort für Fremde attraktiv zu machen, aber nicht zwangsläufig auch vom Fremdenverkehr profitieren“, so Poets.

Wie die Gemeinde Übersee auf Anfrage mitteilte, könnten Ladeninhaber am Jahresende zumindest eine Vorauszahlung und Herabsetzung der Gewerbesteuern beantragen, wenn die finanzielle Lage schwierig ist.

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