Ehrenamt für Simon Harlinghausen

Von China zurück in den Chiemgau: Experte führt Ruhpolding in die digitale Zukunft

Simon Harlinghausen (rechts) ist international gefragter Digitalexperte. Als solcher kommt er auch mit den Größen der digitalen Welt zusammen, hier bei einem Treffen mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in Kalifornien.
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Simon Harlinghausen (rechts) ist international gefragter Digitalexperte. Als solcher kommt er auch mit den Größen der digitalen Welt zusammen, hier bei einem Treffen mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in Kalifornien.

Simon Harlinghausen hat als Digitalisierungsexperte auf der ganzen Welt gearbeitet. Der fünffache Vater ist nun in seine Heimat Ruhpolding zurückgekehrt und berät Kommune und Bürger fortan als ehrenamtlicher Digitalbeauftragter. Privat plant er, einen Startup-Hof zu führen.

Von Ludwig Schick

Ruhpolding – Wenn es um Fragen und Angelegenheiten der Digitalisierung geht, steht der Gemeinde Ruhpolding künftig ein ausgewiesener Experte seines Fachs zur Seite. Simon Harlinghausen ist seit Jahreswechsel ehrenamtlich bestellter Digitalbeauftragter für die Kommune und deren Verwaltung. In Ruhpolding aufgewachsen, ist er heute ein weltweit engagierter Technologie-Spezialist. Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) zeigte sich ebenso wie das 20-köpfige Gremium erfreut darüber, mit Harlinghausen einen erfahrenen und erfolgreichen Unternehmer gewonnen zu haben, der als „lebende Schnittstelle“ den digitalen Sektor betreuen wird.

Jeder soll Zugang zu digitalen Strukturen haben

Harlinghausen wird den Mitarbeitern der einzelnen Abteilungen vorerst vier bis acht Stunden pro Woche zur Verfügung stehen. Möglich wurde das ehrenamtliche Engagement, weil der 46-jährige berufliche Globetrotter und bald fünffacher Vater nach längeren Auslandsaufenthalten in China, Korea, Großbritannien und Irland nun wieder in seine Chiemgauer Heimat zurückgekehrt ist. Sein Wissen gibt er auch globalen Veranstaltungen weiter.

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Sein Kernthema: digitale Transformation, Innovation und Kommunikation. Der Chiemgauer ist Teilhaber und Investor einer ganzen Reihe von Unternehmen und StartUps aus der digitalen Wirtschaft – bei 41 Firmen in Deutschland, Polen, Indien und Korea engagiert er sich: „Ich helfe ihnen, nachhaltig zu wachsen.“

CO2-neutrale Konferenzen

1994 gründete er selbst sein erstes Unternehmen, lebte und arbeitete seitdem branchenübergreifend in China, Großbritannien und Irland für Konzerne und Regierungen. Er wisse dadurch, so Harlinghausen, welche Themen auch für eine Kommune relevant sind, „um Ressourcen zu kanalisieren und Effekte zu heben.“ Es ist nicht sein erstes Ehrenamt: Nicht nur in Berufsverbänden seiner Branche setzt er sich ein, sondern für staatliche Programmen wie „Schulen ans Netz“.

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In Kontakt mit der Gemeinde Ruhpolding kam Harlinghausen, weil er mit seiner Familie den Klausmeisterhof in Stockreit erwarb –  den Hof will er ausbauen, und darin CO2-neutrale Konferenzen anbieten, dort Startups und eine Schreinerei ansiedeln sowie und Fremdenzimmer anbieten. Das gefiel dem Bürgermeister und dachte weiter: Die Rolle von Digitalbeauftragten wird auch auf kommunaler Ebene immer wichtiger.

Ambitionierte Themen

„Ob in der Gemeinde, im Fremdenverkehrsgewerbe, bei Events, Baumaßnahmen oder in Kommunikation und Marketing bekommen Software, Infrastruktur, Technologien und Daten eine wesentlich größere Bedeutung“, sagt auch Harlinghausen. „Ich möchte als Digitalbeauftragter den Bürgern, der Gemeinde und den Betrieben helfen, sich nachhaltig und zeitgemäß weiter zu entwickeln, Potenziale zu heben – ohne den Bezug zur Natur und dem Menschen zu vernachlässigen.“ Er hat sich für sein Ehrenamt sieben ambitionierte Themen gesetzt (siehe Infokasten), die Bürger, Betriebe und Gemeinde einbeziehen, egal welche Vorkenntnisse sie mitbringen: „Demokratisierung von Wissen und Zugang zu Informationen ist eines meiner Grundprinzipien.“

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