Rückblick auf die Vereinstätigkeit

Von Brutplätzen bis zum Bauernmarkt – Ökomodell Achental zieht Bilanz

Die Forscherhütte an der Grund- und Mitteschule Unterwössen konnte durch das Regionalbudget vom Ökomodell gefördert werden und erhielt Equipment und eine Photovoltaikanlage.
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Die Forscherhütte an der Grund- und Mitteschule Unterwössen konnte durch das Regionalbudget vom Ökomodell gefördert werden und erhielt Equipment und eine Photovoltaikanlage.
  • vonLudwig Flug
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Wie Nachhaltigkeit praktisch umgesetzt werden kann, das möchte das Ökomodell Achental beweisen. Nun blickte der Verein auf das vergangene Jahr zurück. Was Blutbärenraupen und Forscherhütten damit zu tun haben.

Unterwössen – Zurück auf das Jahr 2019 blickte der Verein Ökomodell Achental in seiner Mitgliederversammlung. In der Achentalhalle berichtete der Vorsitzende Stefan Schneider, Bürgermeister von Bergen, über die Projekte des Ökomodells in Vorjahr.

Das Ökomodell Achental begleitet die Umsetzung der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern, beschrieb Stefan Schneider. Dort ist das Innenentwicklungskonzept für die Gemeinden Thema, weniger Flächen zu verbrauchen. „Lebendige Ortskerne machen eine gesunde Gemeinde aus“, sagte Schneider.

Blutbärenraupen und Fernwärme

Auf dem Weg dahin entsteht ein Flächenkataster, der die individuellen Möglichkeiten einer Gemeinde aufzeigen und Strategien zur inneren Entwicklung fördern soll. Die Arbeit wird vom ALE gefördert und von Stephanie Hennes und Kathrin Kopschinski im Ökomodell betreut.

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Ein weiteres Projekt ist die Bekämpfung der Kreuzkräuter, die in hoher Konzentration für Mensch und Tier giftig sind. Neu im Achental ist die biologische Bekämpfung mit der Blutbärenraupe. Diese natürlichen Fressfeinde der Kreuzkräuter vermehren die Fachleute wie im letzten auch im kommenden Frühjahr im Achental.

Fernwärme nicht überall ein Renner

Im Klimaschutz ist Fernwärme nach wie vor Thema. Die Erfahrungen in Reit im Winkl, Grabenstätt und Grassau sah Schneider als durchweg positiv. „In Bergen fehlt es dennoch an ausreichend Anschlussinteressierten, um das Projekt wirtschaftlich zu gestalten“, sagte der Vorsitzende. In Schleching wird aufgrund eines privaten Engagements das bestehende Wärmenetz am Dorfplatz erweitert. „Erfreulicherweise bescheinigt die Machbarkeitsuntersuchung des ALE Potenzial für Marquartstein“, berichtete Schneider. Die Umsetzung ist vom dortigen Gemeinderat beschlossen. Das Ökomodell unterstützt die Gemeinde, in einem ersten Bauabschnitt die Versorgung von rund 30 Abnehmern mit einem Wärmebedarf von rund 3,6 MWh im Jahr aufzubauen.

Viele Kleinprojekte gefördert

In diesem Jahr wählte das Ökomodell Achental 17 regionale Kleinprojekte für das Regionalbudget des ALE aus, darunter Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung des Gartenbauvereins Schleching und Vitrinen zur Ausstellung von archäologischen Funden des Heimat- und Geschichtsvereins Achentals. Außerdem erhielt die sogenannte Forscherhütte an der Grund- und Mittelschule Unterwössen aus dem Budget Mittel für Equipment und eine Photovoltaikanlage. „Insgesamt sind rund 80 000 Euro in die Region geflossen“, sagte Schneider. Er ruft für das kommende Jahr dazu auf, Förderungen für Kleinprojekte aus dem Regionalbudget zu beantragen.

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Das Ökomodell setzt sich für das grenzüberschreitende Interregprojekt „Vielfältiges Leben an unseren Gebirgsflüssen - für ein respektvolles Miteinander von Mensch und Natur“ ein. Teile von Kiesbänken sperrt die Gebietsbetreuerin mit Schildern für die Brutzeit, um Brutplätze der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Vögel zu schützen. Von den vom Aussterben bedrohten Flussuferläufern waren in diesem Jahr mehrere Pärchen an der Ache unterwegs, fünf Jungvögel der Flussregenpfeifer wuchsen dort auf.

Fokus auf „Kauf regional!“

Seit Februar unterstützt Martina Höhne die Archivpflege der Ökomodellgemeinden und ihrer Ortsheimatpfleger. Die Unterwössnerin Susanne Tofern übernimmt ab Dezember die Aufgabe als Gästemeldekontrolleurin, berichtete Schneider.

Nach zwanzig Jahren hat der Achentaler Bauernmarkt ein neues Gesicht bekommen. Gemeinsam mit den verbliebenen Marktleuten und Experten der Deutschen Marktgilde entstand ein neues Konzept, das jeden Donnerstag von 13 bis 18 Uhr im Hefterstadl in Grassau öffnet.

In Corona Zeiten haben sich die Achental-Gemeinden mit dem Einzelhandel zusammengetan und eine auch nach Auffassung der Händler erfolgreiche Aktion „Kauf regional!“ gestartet.

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