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Oskar Deibert setzt auf moderne Technik

Selbstverwaltung durch die Gäste: Voll automatisiert am Wohnmobilhafen in Bernau-Felden

Oskar Deibert, Betreiber der Wohnmobilanlage in Felden, freut sich über den Boom bei Reisenden mit dem Wohnmobil.
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Oskar Deibert, Betreiber der Wohnmobilanlage in Felden, freut sich über den Boom bei Reisenden mit dem Wohnmobil.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Die Lage nur 50 Meter vom Chiemseeufer entfernt: top! Und auch die Strategie von Oskar Deibert scheint aufzugehen. Seine Gäste können sich von der Schranke bis zur Dusche dank moderner Technik auf unkomplizierte Weise selbst verwalten.

Bernau – Ein voll automatisierter Wohnmobilhafen – in Zeiten von Corona hätte die Idee nicht besser sein können. Dabei war das Zusammentreffen reiner Zufall. Oskar Deibert pachtete schon ein halbes Jahr vor Beginn der Pandemie von der Gemeinde Bernau das rund 50 Meter vom Chiemseeufer entfernte Grundstück in Felden und investierte viel Herzblut und Geld – vor allem in die ausgefeilte Technik. Auch beim geplanten digitalen Parkleitsystem der Gemeinde ist er mit an Bord, wie er den OVB Heimatzeitungen bei einem persönlichen Gespräch berichtete.

Schranke öffnet nur bei freiem Platz

Wenn ein Wohnmobil an die Schranke fährt, scannt eine Kamera das Kennzeichen und übermittelt die Daten an den Automaten für den Check-In. „Die Schranke öffnet sich nur, wenn noch ein Platz frei ist“, so Deibert.

Nach Belieben steuern die Gäste eine der großzügig geschnittenen 50 Parzellen an, die frei ist. Anschließend checken sie sich am Automaten in deutscher oder englischer Sprache ein, die Daten werden automatisch an die Tourist-Info übermittelt. Dort benötigt man die Gästezahlen wegen der Erhebung der Kurtaxe und für die Statistik. Auch die Kontaktdaten bezüglich Corona-Nachverfolgung sind damit erfasst.

„Die Besucher können am Automaten ihre Servicekarten aufladen für Strom Frischwasser und Entsorgung“, beschreibt Deibert weiter. Das Gute daran sei, dass nicht verbrauchtes Guthaben am Ende beim Auschecken vom Automaten wieder an die Gäste ausbezahlt werde.

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Er habe den Software-Anbieter sehr sorgfältig ausgesucht und mit ihm zusammen das IT-System noch weiter verfeinert, schildert der Feldener Wohnmobilhafen-Betreiber. Immer wieder bekomme er Besuch von Kollegen und Firmen, die sich bei ihm über das voll automatisierte System informierten.

Laut Christoph Osterhammer, Leiter der Tourist-Info Bernau, tragen die drei Wohnmobilstellplätze am Chiemseepark Felden, am Tenniszentrum und beim Seiserhof sowie der Campingplatz Mariengrund erheblich zu den steigenden Übernachtungszahlen in Bernau bei. „In diesen Bereichen sind die Übernachtungen alleine im Jahr 2019 mit rund 19 000 auf rund 27 000 Übernachtungen im Jahr 2020 gestiegen, also um 44 Prozent“, untermauert er dies. Die Saison heuer lasse bei den Campingästen ähnliche Zahlen erwarten. Der Campingtourismus in Deutschland boomt laut Osterhammer seit Jahren. Die Tourist-Info bemerke seit Ausbruch der Corona-Pandemie eine stark gestiegene Nachfrage nach kurzfristigen Reservierungen auf den Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen – immer möglichst direkt am Chiemseeufer.

Camping- und Wohnmobil-Urlaub hat Hochkonjunktur

Die Hochkonjunktur beim Wohnmobil-Tourismus spürt auch Deibert. Gegen 13 Uhr sei sein Platz meistens sehr gut bis voll belegt, erzählt er. Die Gäste bleiben wochenweise, aber auch Durchreisende sind darunter, die am Chiemsee einen Zwischenhalt einlegen. Von den Rezensionen der Gäste fühlt sich Deibert in seiner Strategie bestätigt. Das freut in umso mehr, als er seinen Platz komplett selbst entworfen hat, wie er sagt. Dazu war übrigens ein großer baulicher Aufwand notwendig: „Der weiche Untergrund in Seenähe musste stabil hergerichtet werden“, erzählt er.

Plätze für Luxus-Liner

Das hieß: Untergrund abtragen und neu herstellen mit Kies, Frostschutzschicht und so weiter. Dafür können sogar 21 Tonnen schwere Fahrzeuge parken, die wie ein Lastwagen aussehen und nichts anderes sind, als eine Art Luxus-Wohnmobil, so genannte Megaliner. Auch für sie gibt es beim Wohnmobilhafen eigene Stellplätze und die Besitzer steuern den Chiemsee auch regelmäßig an.

Ganz ersetzen kann die Technik das menschliche Miteinander aber nicht, weiß Deibert aus Erfahrung. Ganz im Gegenteil, deshalb sind er und seine Schwiegereltern, die ihn unterstützen, auch täglich am Platz anwesend.

Persönliche Gespräche sind trotzdem wichtig

Einerseits für den Fall, wenn die Gäste Unterstützung an den Automaten brauchen. Und andererseits, um Fragen zu beantworten, Tipps für Ausflüge zu geben, auf die benachbarten Restaurants oder den Uferrundweg direkt vor dem Gelände hinzuweisen, oder, um einfach miteinander zu ratschen.

Den gebürtigen Osnabrücker hatte vor 25 Jahren die Liebe nach Bernau verschlagen, wo er mit seiner Familie lebt. Der voll automatisierte Wohnmobilhafen ermöglicht ihm, auch für sie genügend Zeit zu haben.

Parkleitsystem soll bald kommen:

Der Bernauer Gemeinderat hatte sich heuer im März wie berichtet für ein modernes Parkleitsystem entschieden, um Autofahrer schon beim Kreisel in Felden zu informieren, ob die Parkplätze beim Chiemseepark belegt sind, oder nicht. Auf Nachfrage erklärte nun Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU), dass sie hoffe, dass das Parkleitsystem nach der Saison „angepackt“ werden könne. Der Gemeinderat habe sich für ein Schleifendetektionssystem entschieden. Der Förderantrag sei gestellt. „Wir haben eine Eingangsbestätigung, aber leider noch keine Förderzusage.“ Sobald die vorliege, könne die Gemeinde in die Ausschreibung gehen. „Leider zieht sich das Projekt ganz schön hin, aber es sind am See einfach unheimlich viele Faktoren, die mitbedacht werden müssen“, erklärt sie.

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