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Vision Yamale: Neuer Priener Verein hilft Flüchtlingen aus Afrika bei ihrer Heimkehr

Anna Heuken, Helke Fussell und Elke Czarnecki (von links) bilden den harten Kern des Vorstands des neuen Vereins „Vision Yamale“. privat

Ein neu gegründeter Verein von engagierten Prienern tut das, was Politiker immer wieder fordern: Er hilft Flüchtlingen, mit einer Zukunftsperspektive in ihre Heimatländer zurückzukehren. „Vision Yamale“ will Afrikaner dabei unterstützen, sich zuhause eine Existenz aufzubauen.

Prien – 15 Gründungsmitglieder haben in Prien den neuen Verein „Vision Yamale“ aus der Taufe gehoben. Zum Teil sind es Ehrenamtliche, die sich seit 2015 für Flüchtlinge engagieren, die in der Marktgemeinde gestrandet sind, zum Teil aber auch Flüchtlinge selbst. Den Vorstand bilden Vorsitzende Helke Fussell, Zweiter Vorsitzender Demba Thounkara, Dritter Vorsitzender Fabakary Jawneh, Schriftführerin Elke Czarnecki, Schatzmeister Peter Meincke sowie die Kassenprüfer Pirmin Willmann und Amadou Gano.

Der frühere Notar Dr. Friedrich von Daumiller stelle sich in den Dienst der guten Sache und arbeitete die Vereinssatzung aus. Anna Heuken wird als Expertin für neue Medien zeitnah eine Homepage gestalten und online stellen.

+++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++Der Vereinsname, dessen Untertitel „Rückkehr- und Aufbauprojekte in Afrika zugleich Inhaltsangabe ist. bedient sich eines Wortes aus der senegalesischen Landessprache. Yamale bedeutet frei übersetzt „gleiche Augenhöhe“. Das hat zwei Gründe. Zum einen soll signalisiert werden, dass man Hilfesuchenden nicht von oben herab begegne, wie sie es in ihren Herkunftsländern oft erleben müssen, erklärt Gründungsvorsitzende Helke Fussell im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

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Zum anderen ist der Senegal Schauplatz des Vorzeiggeprojekts, das schon bundesweit Schlagzeilen gemacht hat. Dort schreibt Babakar Segnane eine Erfolgsgeschichte. Seit er 2017 nach zwei Jahren in Prien mit finanzieller, ideeller und praktischer Hilfe von etwa 50 Prienern in seine Heimat zurückgekehrt ist, hat er eine Firma gegründet, baut auf inzwischen 15 Hektar Gemüse an, züchtet Hühner, hat einen Veranstaltungssaal eröffnet und zuletzt einen Catering-Service auf die Beine gestellt.

Segnane beschäftigt inzwischen mehr als zehn Menschen aus seinem Dorf und hat sein Lokal dort „prime am Kinze“ genannt, als Reminiszenz an den Ort, dessen Bewohner ihm eine Zukunft daheim ermöglicht haben.

Begünstigte sollen zumindest teilweise Geld zurückzahlen

Sein Nachfolger als zweiter Schwarzafrikaner, dem Priener eine Heimkehr mit Existenzgründung ermöglichen, wird wohl Felix Fred werden. Seit dem 27-jährigen Nigerianer, der als Schweißer und Kunstschmied Geld verdiente, die Arbeitserlaubnis wegen der fehlenden Bleibeperspektive entzogen wurde, arbeiten Fussell und ihre Mitstreiter daran, alle Voraussetzungen für dessen Heimkehr und Existenzgründung zu schaffen.

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Solches Engagement nun unter das Dach eines eingetragenen, gemeinnützigen Vereins zu stellen, hat einen ganz einfachen, praktischen Grund: „Vision Yamale“ darf Spendenquittungen ausstellen. Denn ohne Anschubfinanzierung wird es nicht gehen. Fussell betont, dass an Darlehensmodelle gedacht ist. Die Begünstigten sollen zumindest teilweise das Geld zurückzahlen, das ihnen einen Start in der Heimat möglich gemacht hat. Dieses Geld wiederum soll dann sozialen Projekten in den jeweiligen Ländern zugeführt werden.

„WIr brauchen Leute von hier, die Ahnung haben“

Allein auf das Monetäre will sich der Verein aber nicht beschränken. Es beginnt die Suche nach Fachleuten aus verschiedenen Bereichen, die Rückkehr-Projekte mit Rat und Tat unterstützen können, vom Experten für Solaranlagen bis zum Landwirt. „Wir brauchen Leute von hier, die Ahnung haben“, formuliert es die Vorsitzende.

Bedarf für fachmännische Unterstützung ist da. Die Erfolgsgeschichte des ehrgeizigen Babakar Segnane, der jetzt auch die Abendschule besucht, um lesen, schreiben und rechnen zu lernen (eine Schule hat er als Kind nicht besucht), beschert den Priener Flüchtlingshelfern Interesse auch von außerhalb. Die Gemeinde Ismaning hat angeklopft, weil sie einem gelernten Bootsbauer aus Afrika die Rückkehr ermöglichen möchte. Eine Organisation aus Afrika hat Kontakt aufgenommen, die ein Landwirtschaftsprojekt auf die Beine stellen will.

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