In der Villa Sawallisch in Grassau wird bald wieder musiziert

Robert Höpfner, einer der beiden Stiftungsvorsitzenden, im für Corona-Zeiten gerüsteten Saal in der Villa Sawallisch in Grassau. Normalerweise finden hier 70 Leute Platz.
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Robert Höpfner, einer der beiden Stiftungsvorsitzenden, im für Corona-Zeiten gerüsteten Saal in der Villa Sawallisch in Grassau. Normalerweise finden hier 70 Leute Platz.

Die Stiftung des Dirigenten veranstaltet ab Mitte August wieder Meisterkurse und Konzerte. Wegen Corona finden einige Veranstaltungen in größeren Sälen statt.

Von Christiane Giesen

Grassau – „Wir sind sehr froh, dass es jetzt wieder anläuft und die Zwangspause ein Ende hat“, sagt Robert Höpfner, der neben dem organisatorischen Leiter der Akademie, Paul Bischof, die Leitung des Sawallisch-Hauses Hinterm Bichl in Grassau innehat. Seit dem 30. Mai sind die Gästezimmer schon wieder an Touristen vermietet und Anfang August sind die ersten Meisterkurse mit jungen Künstlern aus vielen Ländern in der Sawallisch-Villa wieder gebucht. Eigentlich wären sowohl das Gästehaus als auch die Sawallisch Villa mit 25 Meisterkursen und rund 30 fest geplanten Konzerten in 2020 bereits voll ausgebucht gewesen, erklärt Robert Höpfner im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Auf einen Schlag keine Einnahmen

Als Mitte März der absolute Stopp aller geplanten Veranstaltungen erfolgte, seien alle sehr deprimiert gewesen, nicht zuletzt wegen der vergeblichen, monatelangen Organisationsarbeit. „Endlich wären wir vielleicht mal aus den roten Zahlen gekommen“, so Höpfner, der sich auch als früherer Kämmerer der Gemeinde Grassau bestens mit Finanzen auskennt. Auf einen Schlag seien sämtliche Einnahmen weggefallen. Die staatliche Sofort-Hilfe von 9000 Euro sei zwar ein „warmer Regen“, aber natürlich keinesfalls ausreichend gewesen.

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Die gut drei Monate des Lockdowns habe die Sawallisch-Stiftung jedoch sehr gut genutzt, sagt Höpfner, so zum Beispiel um schon länger anstehende Reparaturen ausführen zu lassen. Der Anfahrtsweg zum Sawallisch-Haus wurde großenteils mit neuen Steinen und Entwässerung saniert, das Gästehaus mit seinen acht Gästezimmern, zum Teil auch sehr komfortable Ferienwohnungen, wurde geweißelt und die Balkone vorschriftsmäßig durch erhöhte Balustraden sicher gemacht. Der Konzertsaal wurde leicht ummöbliert, sodass er für die jetzt bestehenden Abstandsregeln besser gerüstet ist. Außerdem wird es neu ein kleines, abbaubares Podium geben, damit die Zuhörer in den hinteren Reihen besser sehen können.

Veranstaltungen im Heftersaal

Ab Mitte August dürfen sich Musikfreunde auf ein buntes Konzertprogramm freuen: Die Reihe der Konzerte beginnt am Samstag, 15. und 22. August, jeweils um 19.30 Uhr mit den Teilnehmern des Meisterkurses Gesang von Gesangspädagogin Gudrun Bär aus Weimar. In ihrem privaten Studio gibt sie seit acht Jahren Masterclasses für Studierende, Hochschulabsolventen und Berufssänger. Allerdings können in der Villa derzeit wegen der Abstandsregeln nur knapp 40 Personen Platz finden. Deshalb wird die überwiegende Zahl der bereits von der Stiftung geplanten Konzerte in den Heftersaal verlegt. Hier finden dann knapp 100 Zuhörer Platz. So ist im Heftersaal am Sonntag, 30 August, um 11 Uhr das Abschlusskonzert Gesang von den Professoren Fenna Kügel-Seifried und Reinhard Seifried sowie am Samstag, 5. September, um 19.30 Uhr das Geburtstags-Benefizkonzert für Wolfgang Sawallisch, der heuer 97 Jahre alt geworden wäre: Geehrt wird er heuer mit drei Sonaten für Klavier und Violine, opus 30 Nr. 1, 2, 3 von Ludwig van Beethoven, gespielt von Markus Wolf, dem ersten Konzertmeister des Bayerischen Staatsorchesters und Konzertpianistin Tomoko Sawallisch.

Ebenso im Heftersaal findet am Samstag, 12. September, um 18 Uhr das Abschlusskonzert „Meisterkurs Lied“ von Professor Helmut Deutsch statt. In der Villa Sawallisch ist am Sonntag, 20. September, um 18 Uhr erstmals das Abschlusskonzert des Meisterkurses Posaune von Professor Henning Wiegräbe von der Musikhochschule Stuttgart zu hören. „Tango a` Trois“ heißt es dann wieder im Heftersaal am Samstag, 26. September, um 19.30 Uhr. Das Trio mit Arbem Spahiu, Violine, Peter Wüpke, Cello und Peter Ludwig, Piano, alle Musiker des Bayerischen Staatsorchesters, verwandeln Teile ihres Programms in französische Salonmusik und nehmen die Besucher auf eine Reise rund um die Welt.

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Das renommierte Streichquartett Gropius spielt am Donnerstag, 1. Oktober, um 19.30 Uhr im Heftersaal Werke von Antonin Dvorak und Fazil Say. Ebenfalls dort spielen am Samstag, 11. Oktober, um 18 Uhr die Lehrer der Musikschule Grassau ihr traditionelles, überaus beliebtes Benefizkonzert für die Musikschule mit Stücken von der Barockzeit bis in die Gegenwart.

Am Samstag, 24. Oktober, findet um 19.30 Uhr in der Villa Sawallisch wie im letzten Jahr das Abschlusskonzert des Meisterkurses Violine von Professor Christoph Poppen statt, der unter anderem langjähriger Leiter des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD war.

Konzert im Alten Bad Unterwössen

Großes Konzert im Alten Bad in Unterwössen: Sonntag, 25. Oktober, um 19 Uhr „Die magische Reise“ des Quartett La Finesse statt. Das Streichquartett von vier Virtuosinnen verbindet klassische Musik mit dem Musikgeschmack unserer Zeit. „Stars von morgen“. Young Excellence in Concert, ist das Konzert im Heftersaal am Samstag, 7. November, um 20 Uhr überschrieben. Es spielt der 2004 in Alabama geborene Curtis Phill Hsu, der mit vier Jahren in Taiwan Klavier und Violine gelernt hat. Nach Studien am Mozarteum in Salzburg wurde er in die Hochbegabtenförderung des Leopold-Mozart-Instituts in Salzburg aufgenommen. Werke von Beethoven, Liszt, Chopin und Brahms kommen zur Aufführung.

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