Vier Millionen weniger Etatumfang

Grassau – Einen ersten Nachtragshaushalt als Reaktion auf die Corona-Pandemie hat der Marktgemeinderat nun einstimmig verabschiedet.

Es werden weniger Einnahmen bei den gemeindlichen Steuern vermutet.

Ein solcher Nachtragshaushalt werde notwendig, wenn sich im Stellenplan etwas ändert, erklärte Bürgermeister Stefan Kattari. Erwartet werden geringere Einnahmen. Harte Zahlen, wie viel weniger, gebe es noch nicht.

Dennoch sollten bereits jetzt alle Ausgaben auf den Prüfstand gestellt werden, meinte der Rathauschef.

Der Nachtragshaushalt sei ein Betrag zum verantwortungsvollen Umgang mit den kommunalen Geldern. Das Haushaltsvolumen werde um vier Millionen verringert. Im Verwaltungshaushalt werden die Einnahmen von 17,03 auf 15,6 Millionen um 1,5 Millionen Euro weniger geschätzt. Die Ausgaben verringern sich um 366 000 Euro. An den Vermögenshaushalt können damit statt 2,73 Millionen nur mehr 1,62 Millionen Euro zugeführt werden. Die freie Finanzspange verringert sich dadurch um 1,1 Millionen Euro.

Der Vermögenshaushalt wird von 8,7 Millionen auf 6,15 Millionen um 2,6 Millionen Euro reduziert. An Einnahmen sind statt 3,77 Millionen jetzt 2,9 Millionen Euro angesetzt. Mit der geringen Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt von etwa 1,6 Millionen und der geringeren Entnahme aus der allgemeinen Rücklage von 2,2 auf 1,65 Millionen Euro ergeben sich Gesamteinnahmen von 6,15 Millionen, anstatt der im ursprünglichen Haushalt angenommenen 8,7 Millionen Euro.

Schuldenstandverringert sich

Diese Entwicklung macht sich dann auch beim Rücklagenstand bemerkbar. War dieser zum Januar 2020 noch mit 4,4 Millionen beziffert, so wird er sich bis Ende des Jahres voraussichtlich bei 2,7 Millionen Euro bewegen. Der Schuldenstand wird sich dennoch um 190 000 Euro verringern. Im Abgleich zwischen Schulden und Rücklagen kann nach dem derzeitigen Stand immer noch ein Pro-Kopf Guthaben von 63 Euro ermittelt werden. Noch zum Januar belief sich dieses auf 275 Euro.

Wie Kattari erklärte, werden einige Investitionen und Projekte und damit Ausgaben ohnehin ins nächste Jahr verschoben, da diese nicht zu realisieren seien. Er sprach das Schulprojekt an, dessen Zeitplan nicht nur durch Corona, sondern auch durch den Wasserschaden ins Wanken kam. Die Ausgaben hierfür verlagern sich in die nächsten Jahre. Auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum an der Kaiserblickstraße könne selbst bei schnellsten Planfortschritten heuer nicht mehr realisiert werden. „Wir sparen hier nicht, es verschiebt sich nur“, so Kattari. Auch der geplante Musikprobenraum als Anbau an das Pfarrheim Rottau wird heuer nichts mehr. Die Verhandlungen mit dem Ordinariat ziehen sich.

Dass diese drei großen Positionen nicht realisiert werden können, spiele der Gemeinde in die Hände. Für nächstes Jahr sei eine Kreditaufnahme von 1,5 Millionen Euro vorgesehen. Dies sei der erste Nachtragshaushalt. Der zweite werde im Herbst folgen.

Kämmerer Tobias Gasteiger ergänzte, dass sich die Steuereinnahmen wohl um 1,4 Millionen Euro reduzieren werden. Es sei sowohl mit weniger Gewerbesteuer wie auch Einkommenssteuerbeteiligung zu rechnen. Der Nachtragshaushalt bedeute zusätzlichen Zeitaufwand für die Verwaltung, so Kattari, aber er sei wichtig für die Planung. Ohne Diskussion wurde der Nachtragshaushalt als Satzung beschlossen. tb

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