NEUE WOHNUNGEN GEPLANT

Vier Millionen Euro für 19 Wohnungen im historischen Schlackenhaus von Bergen

  • Heidi Geyer
    vonHeidi Geyer
    schließen

Die Gemeinde Bergen schafft Wohnraum. Das sogenannte Schlackenhaus, das zur Maxhütte gehörte, wird saniert. Nun wurde bekannt, dass die Gemeinde im Rahmen des Kommunalen Wohnbauförderprogramms mit über vier Millionen Euro unterstützt wird.

Bergen – Die Gemeinde ist im Besitz des Geländes der Maxhütte und hat bereits Erfahrung beim Sanieren der denkmalgeschützten Gebäude. Das „Kassierhaus“ ist ein bereits abgeschlossenes Projekt, in dem vier Wohnungen entstanden sind. Ende 2019 zogen dort die ersten Mieter ein.

Ganz unterschiedliche Wohnungen

Im Schlackenhaus entstehen derzeit 19 Wohnungen, die in erster Linie an Senioren, Familien und einkommensschwache Haushalte vermietet werden sollen. Die Gemeinde setzte in der Planung auf einen barrierefreien Zugang. Ein Teil der Wohnungen richtet sich an Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte, zudem sind Wohnungen für vier bis fünf Bewohner eingeplant.

Freistaat Bayern fördert das Vorhaben mit 1,5 Millionen Euro

Der Freistaat Bayern fördert kommunalen Wohnungsbau. Nun hat Bürgermeister Stefan Schneider (Grüne Liste Bergen) den Förderbescheid erhalten. Mit guten Nachrichten: „Die Fördersumme beträgt 1,57 Millionen Euro. Zusätzlich kann die Gemeinde 2,5 Millionen Euro als zinsgünstiges Darlehen von der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt erhalten.“

Gemeinde Bergen tritt als Vermieter auf

Die Gemeinde als Vermieter, das habe in Bergen eine lange Historie. „Seit den Dreißigerjahren vermietet die Gemeinde Bergen 50 bis 60 Wohnungen“, erklärt Schneider. Vor vier Jahren hat die Gemeinde Bergen das erste Projekt gestartet, mit acht Wohnungen über dem Kindergarten, kurze Zeit später kam die Sanierung des Kassierhauses im Maxhütten-Areal dazu.

Das könnte Sie auch interessieren: Bei 95 Grad in der Kältekammer von Bergen

Sanierung in dem historischen Gebäude war dringend notwendig

Das Schlackenhaus sei zwar schon früher bewohnt gewesen, aber eine Sanierung war dringend notwendig. „Nach einem historischen Grundsatzbeschluss vermietet die Gemeinde zum Selbstkostenpreis, erwirtschaftet also keinen Gewinn“, berichtet Schneider. Im Kassierhaus liegen die Kaltmieten dem Bürgermeister zufolge bei 6,30 Euro, im Säulnerweg 7,50 Euro und im Schlackenhaus rechne er mit 7 bis 7,50 Euro. „Wir bieten einen mittleren Neubaustandard“, so Schneider. Die neuen Wohnungen seien an ganz unterschiedliche Menschen vermietet: „Von Jung bis Alt ist alles dabei, von Geflüchteten bis zur alleinerziehenden Mutter.“

Gemeinderat wählt in nichtöffentlicher Sitzung die Mieter aus

Die Gemeinde führe eine Liste für die kommunalen Wohnungen, über die man sich bewerben könne, erklärt Geschäftsleiter Andreas Schultes. „In nichtöffentlicher Sitzung wird dann ausgewählt, wer die Wohnung bekommt“, so Schultes. Einen festen Kriterienkatalog gebe es nicht, sondern man berücksichtige auch individuelle Faktoren: „Im Kindergarten haben wir barrierefreie Wohnungen, die sich eben besonders gut für Mieter mit Einschränkungen beim Gehen eignen“, sagt der Geschäftsleiter.

Kein Beitritt zum Zweckverband

Als eine von wenigen Gemeinden im Landkreis ist Bergen nicht dem kommunalen Zweckverband „heimat.chiemgau“ des Landkreises Traunstein beigetreten. „Die Entscheidung war zwar knapp, aber letztendlich machen wir schon viele eigene Projekte“, sagt Schneider.

Denkmal- und Fledermausschützer reden mit

Ein immenser Aufwand sei das für die Verwaltung, von den Förderanträgen bis zur Begleitung der Baustellen. „Ich bin sehr stolz, dass die Mitarbeiter das leisten“, sagt der Bürgermeister. Dass die Maxhütte unter Denkmalschutz stehe, mache die Planung nicht einfacher, von der Ziegelfarbe bis hin zu Details an den Fenstern müsse der Ensembleschutz berücksichtigt werden. Selbst ein Fledermausexperte war schon wegen des Baus auf dem Maxhütten-Areal.

Nach dem Schlackenhaus kommt das nächste Wohnprojekt

Trotz all dieser Details und der Corona-Pandemie rechnet Schneider damit, dass das Schlackenhaus im Mai 2022 fertig werde. Im Herbst seien ein neues Treppenhaus und Ausschnitte für den Aufzug errichtet worden. Wenn das Schlackenhaus bezugsfertig ist, wird sich die Gemeinde schon einem anderen Wohnungsprojekt widmen: dem Gelbhaus, das ebenfalls zur Maxhütte gehört.

Kommentare