Hohe Beiträge zur Berufshaftpflichtversicherung - Informationen zu zahlreichen Themen

Viele Hebammen geben ihren Beruf auf

Grassau - Informationen zur Lage der Hebammen, zur Rente wie auch zu den Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Gebieten standen im Mittelpunkt einer Gebietsversammlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), die die Ortsbäuerinnen im Achental im kleinen Heftersaal in Grassau ausrichteten. Doris Noichl, Ortsbäuerin von Grassau und Zweite Bürgermeisterin der Marktgemeinde, hieß die vielen Bäuerinnen im voll besetzten Saal willkommen.

Aktuelle Themen griff dann der Geschäftsführer des Kreisverbandes Traunstein des BBV, Reinhard Lampoltshammer, auf.

So informierte er, dass sich die Landfrauen mit einer Unterschriftenaktion an der Kampagne des Deutschen Hebammenverbands beteiligen, damit auch künftig Vor- und Nachsorge über selbstständige Hebammen gewährleistet werden könne. Die hohen Beiträge in die Berufshaftpflichtversicherung zwingen viele Hebammen laut Lampoltshammer zum Aufhören - Hebammen, die aber gerade im ländlichen Raum dringend gebraucht werden.

Der Geschäftsführer informierte über die Feinabgrenzung der FFH-Gebiete nach den Bestimmungen der EU. Es gelte zwar das "Nicht-Verschlechterungs-Gebot", aber dennoch habe man enorme Probleme auch außerhalb dieser geschützten Gebiete. Er wusste von ablehnenden Baubescheiden, weil der Stallbau nur 800 Meter von einem FFH-Gebiet entfernt lag. In Grabenstätt gebe es einen Fall, wo ein Stallbau nicht möglich gewesen sei, weil eine Entfernung von 1,3 Kilometern zum FFH-Gebiet für zu gering angesehen worden sei. Mit der Feineingrenzung im Maßstab von 1:5000 werde Klarheit geschaffen, ob ein Grundstück in so einem Gebiet liegt. Ob das Flurstück im Bereich des Gebiets liegt, ist laut dem BBV-Kreisgeschäftsfüher aus einer Karte im Internet ersichtlich. Sollte dies der Fall sein, könne Widerspruch eingereicht werden, jedoch nur mehr bis zum 6. Februar. In der Geschäftsstelle helfe der BBV betroffenen Landwirten.

Eine weitere Neuerung sei der Sachkundenachweis, der nun dringend gefordert werde, wenn Pflanzenschutzmittel verwendet werden. Maschinenring und Bauernverband bieten laut Lampoltshammer Kurse an.

Lange widmete sich der Geschäftsführer dem sogenannten Rentenversicherungsleistungs-Verbesserungsgesetz. Die Landwirte hätten ihr eigenes Rentensystem. Aber auch hier gelte, wer vor 1964 geboren worden sei und 45 Jahre Beitragsjahre vorweisen könne, könne mit 63 Jahren in die Rente gehen. Bei Landwirten sei der Bezug der Rente aber erst möglich, wenn der landwirtschaftliche Betrieb übergeben worden sei.

Zur Anerkennung von Kindererziehungszeiten informierte er, dass in den 80er-Jahren die Mütterrente eingeführt worden sei. Für alle Geburten vor 1991 sei ein Rentenjahr pro Kind gerechnet, für alle Geborenen ab 1992 würden sogar drei Rentenjahre angenommen. Nach der Verbesserung werden laut Lampoltshammer nun für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, zwei statt bislang einem Jahr angerechnet. Damit erhöhe sich die Rente immerhin um rund 28 Euro pro Kind und Monat. Auch die Pflege von Angehörigen könne sich positiv auf den Rentenbescheid auswirken.

Apotheker Dr. Johann Siebert beschrieb die Kräfte der Heilkräuter. Die Brennnessel zum Beispiel finde auch bei Eisenmangel gute Anwendung und eigne sich als Salat.

Agnes Hacher teilte mit, dass der Ausflug der Bäuerinnen und Landfrauen am 23. und 24. April nach Slowenien geht. Anmeldungen nimmt sie unter der Telefonnummer 08641/8837 entgegen. tb

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