Viel mehr Platz für das Heimatmuseum

Das Heimathaus mit seinem Stadt- und seinem Spielzeugmuseum erstreckt sich bislang über den Brothausturm und das „Ziegleranwesen“ (von links). Hinzu kommt nun das „Mayerhaus“ (rechts).   pü
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Das Heimathaus mit seinem Stadt- und seinem Spielzeugmuseum erstreckt sich bislang über den Brothausturm und das „Ziegleranwesen“ (von links). Hinzu kommt nun das „Mayerhaus“ (rechts). pü

Die Stadt Traunstein hat das sogenannte Mayerhaus am Stadtplatz gekauft. Den Erwerb gab Oberbürgermeister Christian Kegel in der Jahreshauptversammlung des Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein am Freitagabend bekannt. An das „Mayerhaus“ grenzt das Heimatmuseum. Und für die städtische Stiftung, die diese Einrichtung pflegt und erhält, eröffnet sich jetzt jene Chance, die sie schon seit Jahren und Jahrzehnten zu bekommen erhofft hatte: Sie erhält die Möglichkeit, das Heimatmuseum, das schon seit geraumer Zeit aus allen Nähten zu platzen droht, zu vergrößern.

Traunstein – Was für eine gute Nachricht hatte doch der Rathauschef mit im Gepäck, als er zur Versammlung des Historischen Vereins in die Zieglerwirtsstube des Heimathauses kam. Die Stadt, so der Oberbürgermeister, habe das „Mayerhaus“ gekauft. Nach dem Erwerb wolle sie „große Teile“ des viergeschossigen Gebäudes der Stiftung Heimathaus zur Verfügung stellen – wobei „große Teile“ bedeutet, dass die Stiftung mit den Räumen im ersten, zweiten und dritten Stock rechnen darf, nicht aber mit jenen im Erdgeschoss, die ein Geschäft beherbergen.

Das „Mayerhaus“, Stadtplatz 4, trägt den Namen seines langjährigen Besitzers, der vor einiger Zeit hochbetagt gestorben ist. Der Stadt und der Stiftung, dem Heimathaus und dem Historischen Verein war Hans Mayer, der vielen Bürgern in der Stadt als „Radl-Mayer“ bekannt war, stets gewogen gewesen. Und so handelte dessen Sohn ganz im Sinne seines verstorbenen Vaters, als er nun das „Mayerhaus“ an die Stadt verkaufte. Das Haus stand zuletzt leer, der Sohn lebt woanders.

Kegel: Erwerb eröffnet „große Zukunftsaussicht“

Oberbürgermeister Kegel sprach im Rückblick von „angenehmen Verhandlungen“. Für die Stadt habe sich die „einmalige Chance“ eröffnet, die Immobilie zu erwerben – und ihre Bemühungen waren schließlich auch von Erfolg gekrönt. Mit dem Kauf des „Mayerhauses“ ergebe sich nun die „große Zukunftsaussicht“, das Heimathaus erweitern zu können. Wann welche Arbeiten in dem Haus erfolgen und vor allem auch wann dann letztlich die Erweiterung abgeschlossen sein wird, lasse sich, wie Kegel weiter ausführte, jetzt unmittelbar nach dem Kauf der Immobilie nicht sagen.

Wie alle anderen Grundstücksgeschäfte, die der Stadtrat ausnahmslos immer in nichtöffentlicher Sitzung berät, beschloss das Gremium auch den Kauf des „Mayerhauses“ hinter verschlossenen Türen. Auch der Kaufpreis blieb damit geheim. Oberbürgermeister Kegel sagte in der Versammlung des Historischen Vereins nur, dass die Restaurierung des alten Hauses mehr Geld kosten werde als der Kauf.

Die vom Stadtrat Mitte des vorigen Jahrhunderts aus der Taufe gehobene Stiftung Heimathaus hat den Zweck, das heimatgeschichtliche Gut zu pflegen und die heimatgeschichtliche Forschung zu fördern. Und in diesem Sinne hat sie auch die Aufgabe, das Heimathaus, wie in der Satzung der Stiftung bestimmt ist, „als Heimatmuseum und als Heimstätte für geschichts- und kunstwissenschaftliche Ausstellungen und Zusammenkünfte“ zu erhalten. Zum eigentlichen Heimat- oder auch Stadtmuseum ist vor geraumer Zeit ein Spielzeugmuseum hinzugekommen. Stiftungsvorsitzender ist der Vorsitzende des Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein.

Groß ist die Freude: Der Kauf des „Mayerhauses“ sei, wie Hans Helmberger, der Vorsitzende des Historischen Vereins wie auch der Stiftung Heimathaus, in der Versammlung am Freitag sagte, ein „gewaltiger Schritt nach vorn“. Wenn die Stiftung die oberen Räume in dem Haus für eine Erweiterung zur Verfügung gestellt bekommt, dann kann sie das Heimatmuseum laut Helmberger „aus der Enge befreien“. Das Museum könne dann auf einen modernen Stand gebracht werden.

Gut Ding will Weile haben: Das eine oder andere Jahr wird vermutlich schon vergehen, bis das Heimatmuseum größer und noch schöner sein wird. Die Planung für die Miteinbeziehung des „Mayerhauses“ nimmt die Stiftung Heimathaus in die Hand.

In einem ersten Schritt müsse man nun zunächst einmal, wie Helmberger ausführte, ein inhaltliches Konzept aufstellen – und zwar eines, das sich sowohl über die alten wie auch über die neuen Räume erstreckt. Einzuholen sei fachlicher Rat etwa von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern. Nach einem inhaltlichen sei in einem zweiten Schritt ein bauliches Konzept zu entwickeln. Dann seien zum Beispiel auch Fragen zu klären, wie der Durchbruch von dem einen Haus, dem „Ziegleranwesen“, zum anderen, dem „Mayerhaus“, zu erfolgen hat. Um auch den Gehbehinderten einen Zugang zu ermöglichen, sei sicherlich auch ein Aufzug nötig. Und womöglich könnte man an geeigneter Stelle, wie Hans Helmberger seinen Ideen und Visionen freien Lauf ließ, ein Café schaffen.

„Für mich geht ein Traum in Erfüllung“, freute sich Dr. Jürgen Eminger, der Leiter des Heimathauses. Schon vor über 20 Jahren – damals, als Fritz Stahl noch im Amt des Oberbürgermeisters gewesen war – hatte er, Eminger, angefangen, auf einen Erwerb des „Mayerhauses“ und dann auf eine Erweiterung des Heimathauses zu hoffen. Jetzt sei dieser Fall eingetreten. „Ich kann es immer noch nicht fassen. Es ist passiert.“

Zu vereinen seien nun, wie Eminger in die Zukunft blickt, der alte Brothausturm und das Ziegleranwesen – beide Gebäude werden schon vom Heimathaus genutzt – mit dem „Mayerhaus“. Und in diesem neuen großen Ganzen könnten dann konzeptionelle Akzente gesetzt und vertieft werden, als da wären die klassischen Schwerpunkte der Präsentation Traunsteins als Bergsteiger-, Bier- und Salzstadt. Und Eminger zieht auch in Erwägung, neue konzeptionelle Wege einzuschlagen. So wäre zum Beispiel denkbar, das Spielzeugmuseum zu erweitern und künftig auch Computerspiel zu zeigen.

(Ein weiterer Bericht über die Jahreshauptversammlung des Historischen Vereins folgt in einer unserer nächsten Ausgaben).

VIEL MEHR PLATZ FÜR DAS HEIMATMUSEUM

STADT TRAUNSTEIN KAUFT „MAYERHAUS“

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