Versuchung im Gemüsegarten: Bei Familie Stuiber in Rottau wächst, was eine Pizza braucht

Eine Wand wie im Schlaraffenland wächst auf der Ostseite. Steffl
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Eine Wand wie im Schlaraffenland wächst auf der Ostseite. Steffl

Im Garten der Stuibers in Rottau locken viele Früchte und ein Brotbackofen dazu ein, viel Zeit im Grünen zu verbringen. Gemüse selber anzubauen, gehört selbstverständlich dazu. Die Familie gartelt nach biologischen Kriterien.

Von Corina Steffl

Rottau – „Die Begeisterung für den Garten, die Gartenarbeit und die Gestaltung ist bei mir wohl anerzogen und vererbt“, meint Stefan Stuiber. Er kommt von einem Hof, und es sei bei ihm schon immer so gewesen, dass Gemüse im Garten wuchs: „Wer eine Gelbe Rübe wollte, hat sie sich halt aus dem Beet geholt. Und zur Brotzeit hat man frische Gurken, Radieserl und Tomaten im Garten geerntet. Deshalb habe ich mich gar nicht bewusst für das Gärtnern entschieden und groß darüber nachgedacht, sondern einfach so weitergemacht.“

Fruchtgemüse liebt die Ostseite

Stuibers Garten ist nicht sehr groß, deshalb zieht er überall dort, wo Platz ist, Fruchtgemüse in großen Kübeln und Wannen, etwa Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen. Nach Stuibers Erfahrung hat sich „die Ostseite als besonders geeignet herausgestellt. Da wachsen die Gemüsepflanzen am besten. Auf der Südseite wird es ihnen doch manchmal zu heiß und man kommt mit dem Gießen nicht nach“.

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Sein Gemüse sieht aus wie gemalt. Auf dem Weg zur Haustür erliegt man fast der Versuchung, sich eine pralle, rot leuchtende Tomate zu schnappen. Dabei verwendet Stuiber, ganz nach den Naturgarten-Kriterien, weder torfhaltige Erde noch Kunstdünger oder chemische Pflanzenschutzmittel: „Das organische Düngen klappt super. In die Pflanzerde kommt eine Vorratsdüngung aus Hornspänen, dann muss ich nicht so oft nachdüngen.“ Während des Sommers gibt es dann öfter eine Brennnesseljauche und fermentierte organische Küchenabfälle aus Stuibers Bokashi-Eimer. Zusätzlich verwendet er „EM“, Effektive Mikroorganismen, die die Umsetzung der Pflanzennährstoffe in der Erde beschleunigen und optimal verfügbar machen.

Sonnenhut und Bienenvölker

Die Qualität von Stuibers Gemüse zeigt eindrucksvoll die Wirkung dieser Mischung.

Aber auch die Staudenbeete machen Stefan Stuiber viel Freude. „Ich kann gar nicht sagen, was ich lieber mag – Nutzpflanzen oder Zierpflanzen. Bei den Stauden kombiniere ich eigentlich nach Gefühl. Ich schaue, was zusammenpasst und was uns gefällt“. Wie man sehen kann, klappt das wunderbar. Denn der ganze spätsommerliche Garten blüht: Gelbe Sonnenhüte, pink-rote Purpur-Sonnenhüte und altrosa Fetthennen ergänzen sich prima und halten auch noch jede Menge Nahrung für Stuibers Bienen bereit.

Ein Herz für Fledermäuse und Molche

Das Brotbackhäusl sorgt für ofenfrische Pizza.

Denn ein Herz für Tiere hat der passionierte Gartler auch. Am Haus ist ein Kasten für Fledermäuse angebracht, die er abends öfter sieht. Auch Glühwürmchen konnte er seit langer Zeit einmal wieder beobachten: „Es ist wirklich faszinierend zu sehen, wie schnell die Tiere zurückkommen, wenn man ihnen Lebensraum und Nahrung bietet“. Erst im März dieses Jahres hat er einen kleinen Teich im hinteren Bereich des Gartens angelegt und schon im Sommer waren Frösche, Molche und Libellen da. Nachts bleibt es dunkel im Garten: „Die Lichtverschmutzung irritiert die Wildtiere“.

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Neben den wilden Gästen bietet Stuiber auch vier Bienenvölkern und sieben Hühnern ein Zuhause. Weil in seinem Garten zu wenig Platz ist, und das Nachbargrundstück derzeit nicht genutzt wird, dürfen sich Stuibers Hühner dort austoben, wo sich ansonsten Himbeeren und Wildpflanzen ausbreiten.

Frisches Brot aus dem Garten

Das Gärtnern ist zwar vorwiegend Stefans Hobby, seine Frau Maria hilft aber kräftig mit. Mit viel Liebe gestalten die Stuibers nach und nach die Ecken ihres Gartens und haben trotz des begrenzten Platzangebots schon einige Träume verwirklicht: Ein Brotbackhäusl, einen kleinen Teich, einen wüchsigen Weinstock am Haus, eine Wasserstelle für die Bienen, ein Hochbeet und Staudenbeete.

„Das Backhaus ist super, aber es braucht Vorlauf. Man muss zwei bis drei Stunden vorher einheizen. Pizza machen wir darin öfter, denn die kann man schon backen, solange die Glut noch heiß ist. Die selbst gebackene wird wirklich spitze“, schwärmen die beiden. Als Nächstes steht die Gestaltung des Garteneingangs mit Torbogen an, zumindest stehen die Stauden dafür schon bereit.

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