4000 EURO GELDSTRAFE

Versuchter Versicherungsbetrug: 26-Jähriger täuscht Autounfall vor

  • vonMonika Kretzmer-Diepold
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Um einen dreieinhalb Jahre zurückliegenden, mit einem Mittäter vorgetäuschten Verkehrsunfall in Reit im Winkl ist es vor dem Amtsgericht Traunstein gegangen. Richter Thilo Schmidt verurteilte einen geständigen 26-Jährigen wegen versuchten Betrugs.

Traunstein/Reit im Winkl —Der Angeklagte erhielt eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 60 Euro, gesamt 4000 Euro. Davon muss er „nur“ noch 53 Tagessätze zahlen, da er bereits 27 Tage in Untersuchungshaft saß.

In der Meldung an die Versicherung heißt es, dass der Angeklagte mit seinem Opel Corsa beim Abbiegen mit etwa 50 km/h in den Audi A 5 des Mittäters gefahren sei. Tatsächlich stand der Wagen des Angeklagten. Die Männer meldeten mittels Werkstattvoranschlag einen Schaden von 8654,39 Euro. 2000 Euro sollte der 26-Jährige erhalten. Die Versicherung zweifelte und weigerte sich, den Schaden zu begleichen.

Mittäter hatte die Idee zum Betrug

Der damalige Mittäter hatte, wie das Gericht dem 26-Jährigen glaubte, die Idee zum Betrug. Der Mann leugnete 2018 alle Vorwürfe und erhielt eine Strafe von 120 Tagessätzen zu je 20 Euro, gesamt 2400 Euro.

Das Verfahren gegen den jetzigen Angeklagten wurde 2018 abgetrennt, da der Aufenthaltsort unbekannt war.

Anfang Januar diesen Jahres war ein Verhandlungstermin angesetzt. Als der 26-Jährige, in Baden-Württemberg lebend, nicht auftauchte, erließ das Gericht einen Haftbefehl. Daraus resultierte die Untersuchungshaft.

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Der zur Tatzeit in Reit in Winkl arbeitende Angeklagte räumte seinen Beitrag ein. Er habe wegen des Geldes mitgemacht. Die Versicherungsmeldung habe er ausgefüllt, den Rest habe der Mittäter übernommen.

Bei der Polizei habe er damals gelogen. Sein Opel Korsa habe einen Vorschaden gehabt. Der Versicherungssachbearbeiter fand die Äußerungen des Angeklagten plausibel. Er habe von zwei Unfällen nichts gewusst.

Ankläger: „gewisse kriminelle Energie“

Staatsanwalt Chris-Dominik Kempel beantragte 90 Tagessätze zu je 60 Euro, der Tatvorwurf habe sich mit geringen Abweichungen bestätigt. Bei den strafschärfenden Aspekten führte der Ankläger den angestrebten hohen Schaden an. Auch wenn der 26-Jährige die Aktion nicht angestoßen habe, wollte er profitieren. Das zeuge von „gewisser krimineller Energie“.

Der Verteidiger, Axel Kästle, hielt 90 Tagessätze zu je 50 Euro für ausreichend. Seinem Mandanten sei daran gelegen, alles aufzuklären. Dieser habe nichts beschönigt. Es sei kein Schaden entstanden.

Abgesessene Untersuchungshaft werde von Straftaten abhalten

Im Urteil betonte Schmidt: „Sie sind Mittäter, nicht nur Beihelfer. Sie haben Ihr Auto zur Verfügung gestellt und hatten — wie der andere — die Tatherrschaft.“ Die Untersuchungshaft habe den nicht vorbestraften 26-Jährigen wohl beeindruckt und werde ihn von Straftaten abhalten.

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