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Hitzige Debatte im Gemeinderat - das soll nun geschehen

Verstopfte Toiletten und Warteschlange beim Kiosk in Bernau-Felden sorgen für massiven Ärger

Der Kiosk beim Strandbad Bernau-Felden ist über 30 Jahre alt. Das Gebäue ist marode und macht sowohl Pächter als auch den Gästen allerhand Probleme.
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Der Kiosk beim Strandbad Bernau-Felden ist über 30 Jahre alt. Das Gebäue ist marode und macht sowohl Pächter als auch den Gästen allerhand Probleme.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Eigentlich besteht schon seit Jahren akuter Handlungsbedarf. Jetzt packte der Bernauer Gemeinderat das Thema Kioskgebäude beim Strandbad in Felden mit einer hitzigen Diskussion an.

Bernau – Zu einer äußerst kontroversen Diskussion kam es am Donnerstagabend in der jüngsten Sitzung des Bernauer Gemeinderats. Zu beraten war, wie es mit dem 31 Jahre alten Kioskgebäude beim Strandbad in Felden weitergeht. Neubau oder Sanierung? Fremder Investor oder im Eigentum der Gemeinde? Vergrößern oder als charmanten Kiosk belassen? Der Gemeinderat rang geradezu um Lösungen. Am Ende stand noch nicht hinter jeder Frage eine Antwort, doch gab es Kompromisse und erste Schritte.

Räume heizen sich auf 42 Grad auf

Einer, der sich mit seinen Mitarbeitern tagtäglich mit dem völlig unzureichenden Zustand abmühen muss, ist Kiosk-Pächter Klaus Höhensteiger. Das Gebäude sei vor über 30 Jahren für die Versorgung von etwa 500 Gästen gebaut worden, heute kämen an Spitzentagen bis zu 2500, um sich ein Eis, ein kühles Getränk oder Pommes zu kaufen – Tendenz steigend aufgrund der zunehmenden Zahl an Radfahrern.

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Viel zu wenig Platz im Kiosk, keine vernünftige Kühlung, veraltete Elektrik, zu wenig Wasserdruck, undichtes Dach, verstopfte Toiletten, an heißen Sommertagen 42 Grad im Gebäude: „Da fehlt‘s hinten und vorne“, schilderte Höhensteiger und fügte hinzu: „Für damals war der Kiosk okay, jetzt hakt es immer mehr. Wir wursteln uns so durch.“ An gut besuchten Tagen bildeten sich vor dem Kiosk lange Warteschlagen.

Sanierung so teuer wie ein Neubau

Eine Bestandsaufnahme durch einen Fachmann bestätigte seine Ausführungen. Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) las aus dem Gutachten vor, in dem Formulierungen wie „stark abgenutzt“, „äußerst schlechter Zustand“, „unwirtschaftlich“ und „zu gering dimensioniert“ auftauchten. Der Fachmann kam laut Biebl-Daiber zu dem Schluss, dass eine grundlegende Kernsanierung notwendig sei. Allerdings sei zu erwarten, dass die Kosten ähnlich hoch wie ein Neubau seien.

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Die Bürgermeisterin nannte das Strandbad in Felden „touristisches Aushängeschild“, und auch die Bernauer sollten sich dort wohlfühlen können. Es sei dringend notwendig, das Thema Kiosk anzupacken. Die Gemeinderäte nutzten in der Sitzung die Gelegenheit, beim Kioskpächter genauer nachzufragen.

Bei schönem Wetter nie groß genug

Ursula Zeitlmann (Grüne) meinte: „Bei schönem Wetter ist jede Seewirtschaft knallvoll. Egal, wie groß der Kiosk gebaut wird, wird er dafür immer zu klein sein.“ Das bestehende Gebäude habe sich „da unten“ gut eingefügt. Ihr kam der Aspekt einer Kernsanierung zu kurz. Woraufhin Biebl-Daiber erklärte, im Falle einer Kernsanierung blieben nur die Holzpfosten stehen. Der Gemeinderat habe es in der Hand zu bestimmen, dass sich auch ein neues Gebäude wieder einfüge.

Neubau die beste Lösung

Katrin Hofherr (SPD) sagte, nach reiflicher Überlegung könne man nur zu dem Schluss kommen, dass ein Neubau notwendig sei. Thomas Herian (BL) erkundigte sich nach den Kanalleitungen. An die heranzukommen sei relativ „chancenlos“, erklärte Biebl-Daiber. Josef Genghammer (Grüne) hielt aus technischen Gründen einen Neubau ebenfalls für unumgänglich. Er warnte aber davor, wirtschaftliche Belange als Maßstab für die Größe des Neubaus anzulegen.

Laut Pächter reichen die Sitzplätze aus

Woraufhin Höhensteiger erklärte, die bestehenden 200 Sitzplätze seien ausreichend, aber man müsse vernünftig arbeiten können. Jetzt habe sein Personal in dem länglichen Gebäude und aufgrund der Struktur lange Laufwege. Auch Franz Praßberger (ÜWG) plädierte für einen Neubau: „Die Sanierung läuft uns vielleicht finanziell aus dem Ruder.“

Gerhard Jell (CSU) bezweifelte, dass eine Kernsanierung Sinn ergibt. Alleine das neue Dach sei wahrscheinlich dreimal so schwer, und er glaube nicht, dass dies die bestehenden Pfosten tragen könnten. Auch müsse das Gebäude, das schon mehrfach unter Wasser gestanden sei, höher heraus gebaut werden.

Bei der Gegenstimme von Zeitlmann sprach sich der Gemeinderat schließlich für einen Neubau aus. Über die Diskussion, ob der Kiosk in Gemeindeeigentum bleibt, oder an einen Investor vergeben wird, berichten wir gesondert.

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