LESERFORUM

Verständlicher Unmut

Zum Bericht „Ferienwohnung abgelehnt in Bernau“ im Lokalteil:

Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen. Demnach wurde die Umwandlung einer Einlieger- in eine Ferienwohnung nicht genehmigt – vor dem Hintergrund eines kürzlichen Grundsatzbeschlusses der Gemeinde. Gleiches Anliegen einer Eigentümerin wurde im September 2018, trotz großer Bedenken und Widerstände von zahlreichen Nachbarn nicht abgelehnt. Betrachtet man die Probleme, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist diese Entscheidung noch unverständlicher.

Natürlich bleibt die Frage unbeantwortet, ob in diesem Fall „bezahlbarer Wohnraum“ hätte geschaffen werden können. Aber zumindest hätte die Möglichkeit bestanden, da der Eigentümerin bei einer Ablehnung wohl nichts anderes übrig geblieben wäre, als „normal“ zu vermieten.

Wenngleich der aktuelle Beschluss zu begrüßen ist, so ist diese Ungleichbehandlung für mich und meine Nachbarn ein großes Ärgernis. Hätte sich der Gemeinderat, allen voran der Bürgermeister, nicht bereits deutlich früher mit diesem bekannten Reizthema beschäftigen können? Offensichtlich wurden die mit der Umwandlung einer Privat- in eine gewerbsmäßige Ferienwohnung entstehenden Probleme für uns Nachbarn nicht erkannt. Als direkt Betroffener kann ich ein Lied über die negativen Auswirkungen auf die Wohnqualität anstimmen, unabhängig vom Wertverlust der angrenzenden Immobilien.

Verständlich für mich ist der Unmut der benachteiligten Eigentümer, der Hotels und Pensionen, die aufgrund „privater Konkurrenz“ Einbußen haben dürften. Umso mehr muss es einen wundern, dass Wohnungseigentümer, trotz fehlender Genehmigungen, ihre Privatwohnung gewerblich vermieten können.

Ein aktueller Fall sollte dem Gemeinderat bekannt sein. Ich bin sehr gespannt, ob sich in diesem Fall im Sinne der betroffenen Nachbarn etwas tut.

Ralph Jäger

Bernau

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