Lange Mängelliste für Gemeinderat

Steigender Verkehrslärm belastet Erlstätter

Der Radweg an der Kreisstraße zwischen Tettenmoos und Erlstätt (im Hintergrund)
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Der Radweg an der Kreisstraße zwischen Tettenmoos und Erlstätt (im Hintergrund) ist nach wie vor nicht durchgängig. Der vom Landkreis Traunstein und der Gemeinde Grabenstätt seit Jahren zur Verbesserung der Verkehrssicherheit angepeilte Lückenschluss scheiterte bislang an Grundstücksverhandlungen.
  • vonMarkus Müller
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Lärm durch steigenden Lastwagenverkehr auf der Staatsstraße, ein neuer Containerwechselplatz und das abrupte Ende des Radwegs an der Kreisstraße waren Themen, die Helmut Vordermayer aus Erlstätt mangels Bürgerversammlung schriftlich bei der Gemeinde einreichte.

Grabenstätt – Der Gemeinderat befasste sich mit den Eingaben in seiner jüngsten Sitzung. Bürgermeister Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe) hatte anstelle der wegen Corona gestrichenen Bürgerversammlung eine 90-seitige Rechenschaftsbroschüre herausgegeben.

Dennoch sprachen sich Josef Kreiler, Martin Brunnhuber (beide Bürgergruppe) und Josephine Brunnhuber (Freie Wähler) für einen breiteren Dialog mit den Bürgern aus. Eine optimale Bürgerbeteiligung funktioniere nur mit Präsenzveranstaltungen, meinte auch Marilena Pfeilstetter (CSU). Auf Zuspruch stießen Josef Austermayer (FW) und Robert Muggenhamer (Bürgergruppe) mit ihrem Vorschlag, die Bürgerversammlungen vorzuziehen.

Verkehr auf der Kreisstraße nicht mehr hinnehmbar

Wie Vordermayer in seiner schriftlichen Bürgereingabe kritisch anmerkte, sei der Verkehr auf der Kreisstraße im Ortsteil Erlstätt bereits jetzt „aus lärmschutzrechtlicher Sicht nicht mehr hinnehmbar“. Er verwies auf „vielfach fahrenden mehrachsigen Betonmisch- und Kiestransportfahrzeuge“.

Die Frage, ob Lärmschutzmaßnahmen an der Staatsstraße zwischen Erlstätt und Vachendorf zukünftig möglich seien, müsse man mit der Kreisstraßenverwaltung abklären, entgegnete Wirnshofer. Zudem sicherte er Vordermayer die Aufstellung einer Geschwindigkeitsanzeige zu und sagte, dass er die einschlägigen Transportfirmen bereits angemahnt habe.

Recyclingfirma errichtet Containerwechselplatz ohne Rücksprache

Ein Ärgernis sei es laut Vordermayer auch, dass sich eine Recyclingfirma aus Traunstein auf dem ehemaligen Betriebsgelände einer Erlstätter Firma mit einem Containerwechselplatz angesiedelt habe.

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Die ständig ein- und ausfahrenden Container- und Lastwagen mit Anhängern aus einer auf der Staatsstraße nicht angekündigten Schwerlastverkehrsausfahrt würden die Benutzer des straßenbegleitenden Radweges ebenso gefährden wie die Verkehrsteilnehmer auf der Kreisstraße.

Der ehemalige Staatsanwalt-Chef fordert „sofortiges Einschreiten der Behörden“

Gerade für Kinder sei es in dem besagten Bereich trotz neuem Radweges und Querungshilfe sehr gefährlich, so der frühere Leiter der Staatsanwaltschaft Traunstein Vordermayer. Er forderte die Behörden zu einem „sofortigen Einschreiten“ auf. Als „genauso inakzeptabel“ betrachte die Gemeinde den besagten „Umschlagplatz“, so Wirnshofer.

Die Verwaltung sei in keinerlei Genehmigungsverfahren eingebunden gewesen. „Wir haben die uns bekannt gewordenen Umstände umgehend an das Landratsamt Traunstein zum bauaufsichtlichen Einschreiten weitergeleitet“, so der Rathauschef. Das Landratsamt habe der Gemeinde seine Entscheidung über das weitere Vorgehen aber noch nicht mitgeteilt.

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Mit Blick auf die alle fünf Jahre stattfindende Straßenverkehrszählungen meinte der Rathauschef, dass die im Vorjahr geplante allgemeine Verkehrszählung wegen Corona auf 2021 verschoben worden sei.

„Bei der letzten bundesweiten Zählung wurde 2015 auf der Staatsstraße ein durchschnittlicher Tagesverkehr-Mittelwert von 3.933 Autos und 280 Lastwagen festgestellt“, so Wirnshofer. Der Verkehrszuwachs sei ein stetiger Prozess, der überall zu beobachten sei.

Zusätzlicher Lastwagenverkehr könnte an Großbaustelle in Traunstein liegen

Die zuletzt beobachtete Zunahme von Betonmisch- und Kiestransportfahrzeugen sei womöglich mit einer Großbaustelle in Traunstein in Zusammenhang gestanden. In Erlstätt schon lange ansässige Gewerbetreibende wolle man keinesfalls in ihrer Arbeitsweise einschränken, denn diese seien wichtige Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler, stellte Wirnshofer klar.

Grundstücksverhandlungen sind zäh, Enteignung nicht vorgesehen

Auf die abschließende Frage Vordermayers wie es mit dem seit vielen Jahren auf Eis liegenden Radweglückenschluss zwischen Tettenmoos und Erlstätt aussehe, meinte das Gemeindeoberhaupt, dass man gemeinsam mit dem Landkreis Traunstein als Vorhaben- und Baulastträger weiterhin versuchen werde, „eine zielführende Lösung zu finden“.

Zu den laufenden Grundstücksverhandlungen könne er sich nicht äußern, weil eine öffentliche Diskussion kontraproduktiv wäre. Einig sei man sich, dass ein Enteignungsverfahren keine sinnvolle Option sei.

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