Valdagno grüßt trotz Krise Prien

Niemand auf den Straßen unterwegs: Die Italiener nehmen die Ausgangsauflagen ernst. Zattera

Italien und der Chiemgau sind eng miteinander verbunden. Nicht nur, weil eben schnell Kaffeetrinken in Bozen ein schöner Ausflug ist. Sondern auch die beiden Kommunen Prien und Valdagno verbindet seit 1985 eine besondere Freundschaft. Diese lebt auch in schwierigen Corona-Zeiten. Ein Blick nach Italien.

Prien/Valdagno – Die Freundschaft begann durch einen Schüleraustausch. Seit 1987 besteht die offizielle Partnerschaft. Gegenseitige Besuche prägen das Miteinander unter den Bürgern und Familien. Einer der Kontakt in die Die 28 000 Einwohner zählende Stadt hat, ist Dr. Peter Hattenkofer. Er fühlt sich Valdagno seit Jahrzehnten verbunden. „ Ich bin seit 1995 der einzige lebende Ehrenbürger dieser Stadt“, so Hattenkofer. Er hat die Städtepartnerschaft maßgeblich betrieben und mitgestaltet.

Zwölf infizierte Personen aktuell bekannt

Ihm zufolge sind laut Rathaus aktuell zwölf Personen in Valdagno an dem Coronavirus erkrankt. „Über die Schwere der einzelnen Erkrankungen konnte mir die Sekretärin des Bürgermeisters keine Auskunft geben“, so der Priener. Zugleich ließ ürgermeister Dr. Giancarlo Acerbi alle Freunde in Prien am Chiemsee grüßen und bedankt sich für die Anteilnahme der Partnerstadt. Denn die lage dort ist Ernst. Circa 5300 Coronafälle gibt es in Venetien, 594 in der Region Vicenza zu der Valdagno gehört und 186 Todesfälle bis dato. Es gibt 14 286 Menschen in Quarantäne.

Gähnende Leere auf dem Stadtplatz von Valdagno. Normalerweise pulsiert dort das Leben.

„Wir befolgen die staatlichen Verordnungen und leisten unseren Beitrag, indem wir zu Hause bleiben“, so Acerbi. Dennoch habe man in Valdagno Strafen wegen Nichteinhaltung der Bestimmungen verhängen müssen.

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„Die Situation zwingt uns, nun die Schließung von Friedhöfen, Parks und Radwegen anzuordnen. Wir dürfen uns nur für das Notwendigste und in die Nähe unseres Hauses bewegen. Wir brauchen die Verantwortung aller. Jetzt kann mehr denn je jeder von uns dazu beitragen, die Gesundheit der Angehörigen und der gesamten Gemeinschaft zu erhalten“, betont der Bürgermeister. Dennoch habe man in Valdagno Strafen wegen Nichteinhaltung der Bestimmungen verhängen müssen. „Die Situation zwingt uns, nun die Schließung von Friedhöfen, Parks und Radwegen anzuordnen. Wir dürfen uns nur für das Notwendigste und in die Nähe unseres Hauses bewegen. Wir brauchen die Verantwortung aller. Jetzt kann mehr denn je jeder von uns dazu beitragen, die Gesundheit der Angehörigen und der gesamten Gemeinschaft zu erhalten“, so Acerbi.

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Ein Freund Hattenkofers erklärt bei einem Anruf, dass „niemand auf der Straße mehr sei.“ „Comportamento teutonico“ erklärte der befreundete Architekt. Dies bedeute so viel wie deutsches Verhalten. „Er meint damit, dass Bürger die Epidemie genauso ernst nehmen, wie wir Deutschen.“, ergänzt Hattenkofer mit Blick auf die Straßen der Marktgemeinde seit der Ausgangsbeschränkung.

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In Bezug auf das Krankenhaus in San Bortolo gibt es drei neue Todesfälle: eine 85-jährige Frau aus Sovizzo und zwei Männer, eine 74-jährige aus Cittadella und eine 83-jährige aus Caldogno. Alle Menschen mit früheren Pathologien. Noch im Dezember zum Christkindlmarkt war zuletzt eine Delegation aus Valdagno in Prien. Der Stand der Italiener hat Tradition. Doch eines zahle sich aus: Solidarität und Gastfreundschaft seien entscheidende Merkmale der Bürger von Valdagno. Und so wurde bei den Sozialdiensten der Stadt in Zusammenarbeit mit den Freiwilligen des Katastrophenschutzes ein Lebensmitteleinkaufs- und Hauslieferdienst für Medikamente und Grundnahrungsmittel aktiviert. Der Dienst richtet sich an Personen über 65 Jahre, in Quarantäne oder ohne familiäre Hilfe. „Im übrige gelten die landesweiten Ausgehverbote und das Verbot öffentlicher Versammlungen und Gottesdienste“, so der Rathauschef.

Grenzübergreifendes Projekt der Lionsclubs geplant

Das Wir steht auch im Fokus eines Projekts der beiden Lionsclubs von Valdagno und Prien. „Im Rahmen ihrer Club-Partnerschaft soll zu Gunsten der betroffenen Bevölkerung eine Aktion ins Leben gerufen werden“, kündigt Hattenkofer an. Das Wie und Details dazu würde in den nächsten Tagen von beiden Seiten vereinbart.

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