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Neue Lösungen für demographischen Wandel

Auch im Alter zuhause wohnen bleiben: Unterwössen bringt neue Wohn- und Betreuungsform auf den Weg

Menschen möchten auch im Alter daheim bleiben. In Unterwössen fiel nun der Startschuss für ein Entwicklung, wie dafür vor Ort bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden können.
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Menschen möchten auch im Alter daheim bleiben. In Unterwössen fiel nun der Startschuss für ein Entwicklung, wie dafür vor Ort bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden können.
  • VonBärbel vom Dorp
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Der Gemeinderat brachte in seiner jüngsten Sitzung ein so genanntes Quartierskonzept auf den Weg. Mit neuen Wohn- und Betreuungsformen will sich die Achental-Gemeinde auf den demographischen Wandel einrichten. Der erste Schritt ist gemacht.

Unterwössen – Im Fokus stand in der Gemeinderatssitzung unter anderem eine Stärkung der ambulanten Versorgung. Um zu wissen, wohin die Reise geht, sprach sich der Gemeinderat grundsätzlich und einstimmig für die Einrichtung eines Quartierkonzepts aus, das die Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigt.

Alternative, neue Betreuungsformen

„Im Sinne neuer alternativer Betreuungsformen haben wir im vergangenen Jahr in Verbindung mit den Gemeinden Marquartstein, Schleching und Reit im Winkl ein interkommunales Seniorenkonzept erarbeiten lassen“, informierte Geschäftsleiter Thomas Müllinger die Gemeinderäte. „Mit der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (AfA), die sowohl die koordinationsstelle Wohnen im Alter als auch Pflege und Wohnen in Bayern betreut, haben wir einen fachkompetenten Partner für das Konzept gewinnen können.“

Interkommunale Zusammenarbeit

In dem Seniorenkonzept hatte sich Sabine Wenng von der AfA damit auseinandergesetzt, wie eine pflegerische Versorgung älterer Bürger interkommunal entwickelt und organisiert werden kann.

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Dabei wurden die demografische Entwicklung und das pflegerische Angebot in den vier Gemeinden und der näheren Umgebung untersucht und geprüft, wie sich die Nachfrage nach pflegerischen Leistungen in den kommenden Jahren entwickelt. Außerdem wurde hinterfragt, wie die Angebote in die jeweilige Ge-meinde eingebunden werden können, sagte die AfA-Mitarbeiterin Sabine Wenng in der Sitzung.

Dieses Arbeitspapier soll jetzt als Grundlage dafür dienen, dass die Gemeinden eigene Quartierskonzepte entwickeln und diese in enger Absprache miteinander abgleichen, um sich best-möglich zu ergänzen. Generell gilt nach Wenngs Meinung der Trend hin zu einer Stärkung der ambulanten Versorgung. Heute lebten bereits zwei Drittel der Pflegebedürftigen zuhause. Dies entspreche den Wünschen der Senioren.

„Weg von der Pflege mit der Stoppuhr!“

Tagespflegeangebote entlasteten die Angehörigen und der zu Pflegende könnte in seinen eigenen vier Wänden bleiben. Wenng sprach hierbei von neuen Modellen, weg von der Pflege nach der Stoppuhr. Stattdessen seien Pflegeteams unterwegs, die ein „Rund-um-sorglos Paket“ für drei bis vier Stunden anbieten.

Einen kritischen Blick warf Wenng auf das „Betreute Wohnen“, das sich eher für größere Städte anbiete und dessen lokale Nachfragen auch eher geringer würden. Damit ein attraktives Angebot mit Wohnen und Grundversorgung, ortsna-her Unterstützung und Pflege sowie Beratung und soziale Netzwerke für die älteren Bürger geschaffen werden kann, schlägt Wenng ein Quartierskonzept mit einem Quartiersmanager in den einzelnen Gemeinden vor.

Dieser „Kümmerer“ habe die Aufgabe, eine Beratungsinfrastruktur aufzubauen, Beratungen – auch Hausbesuche – durchzuführen, organisierte Hilfen zu vermitteln und zu vernetzen, bürgerschaftliches Engagement vor Ort zu fördern und zu begleiten sowie generationsübergreifende und bedarfsorientierte Angebote aufzubauen.

Im Workshop werden Ideen entwickelt

Ein solches Quartierskonzept ziele darauf ab, einen sozialen Nahraum so zu gestalten, dass auch ältere Menschen und Menschen mit Unterstützungsbedarf in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben können.

Als nächster Schritt zur Etablierung eines solchen Konzepts ist nun ein Workshop mit den sozialen Leistungsträgern in Unterwössen angedacht. Diese Experten sollen erarbeiten, was in der Gemeinde gut läuft, wo es Bedürfnisse gibt und wie Maßnahmen umzusetzen sind.

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