Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Wohnen im ländlichen Raum

Unterwössen setzt auf Nachverdichtung statt Wachstum nach Außen

Die Unterwössner Ortsmitte. Jetzt geht es in der Gemeinde um die Innenentwicklung, um bei der Schaffung neuen Wohnraums nicht noch mehr freie Flächen im Außenbereich zu verbrauchen.
+
Die Unterwössner Ortsmitte. Jetzt geht es in der Gemeinde um die Innenentwicklung, um bei der Schaffung neuen Wohnraums nicht noch mehr freie Flächen im Außenbereich zu verbrauchen.

Das Ökomodell Achental hat sein Konzept „Innen statt Außen“ in Unterwössen vorgestellt. Dabei steht eine Fläche von rund 119.000 Quadratmeter mit einem bestehenden Baurecht im Mittelpunkt. Sie soll zur Entstehung neuen Wohnraums genutzt werden, doch sind noch Fragen offen.

Unterwössen – Das Ökomodell Achental hat mit allen neun Mitgliedsgemeinden ein Innenentwicklungskonzept mit dem Arbeitstitel „Innen vor Außen“ in Auftrag gegeben, was vom Amt für ländliche Entwicklung massiv gefördert wird. Ein entsprechender Sachstandsbericht, speziell für die Gemeinde Unterwössen, wurde jetzt vom Städteplaner Dr. Rafael Stegen vom beauftragten Planungsbüro Salm&Stegen in der jüngsten Sitzung des Unterwössner Gemeinderates vorgestellt.

„Das Ökomodell Achental hat sich vor rund 15 Jahren zusammengefunden, die über Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft mit ihrer kleinteiligen bäuerlichen Struktur, der Bewirtschaftungsform der Bergwälder und ihren Natur- und Landschaftsschutzgebieten in ihrer Artenvielfalt zu erhalten sowie Land- und Forstwirtshaft, Handel und Handwerk, Gastronomie und Tourismus in ein ausgewogenes Ökomodell mit einzubeziehen“, erklärte der Planer.

Mit dieser Vorgabe werde die Innenentwicklung mit dem Ziel, einen weiteren Flächenverbrauch zu reduzieren, praktisch zum ursprünglichen Handlungsfeld des Ökomodells.

Kulturlandschaft erhalten

Bei seiner Bestandsaufnahme hat Dr. Stegen in Unterwössen eine Fläche von rund 119 000 Quadratmeter mit einem bestehenden Baurecht festgestellt. „Das sind 102 Flurstücke mit einer durchschnittlichen Grundstücksgröße von 1 160 Quadratmetern, die schon morgen bebaubar wären.“ Als „potenzielle Entwicklungsmöglichkeit“ werden auf lange Sicht auch 110 Gebäude angesehen, die von nur einer Person mit 65 Jahren oder älter bewohnt werden.

Lesen Sie auch: 30 Millionen Euro für Wohnraum im Landkreis Traunstein

Als Ziele einer sinnvollen Gemeindeentwicklung beschrieb Dr. Stegen die Sicherung bezahlbaren Wohnraums vor allem für ortsansässige junge Familien und Senioren, eine Stärkung der Dorfzentren, wie durch den Edeka-Markt oder auch das Projekt Wohnen und Arbeiten der Lebenshilfe, den Erhalt umgebender Naturräume und innerörtlicher Grünflächen sowie den Erhalt der bäuerlichen Landwirtshaft.

Dafür sei es laut Planer unbedingt notwendig, die Kulturlandschaft für den Erhalt des Orts- und Landschaftsbildes zu sichern und den Flächenverbrauch zu reduzieren. Das Wichtigste sei jedoch eine maßvolle Nachverdichtung vorhandener Siedlungsstrukturen durch die Erweiterung von Bestandsbauten und durch Ersatzbauten unter Erhalt des ortsprägenden Siedlungscharakters wie eine homogene Einzelhausbebauung. Dr. Stegen: „Es geht nicht nur darum, alles eng zuzubauen.“ Und Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU) ergänzte: „Man will vor allem keine neuen Bauten ausweisen, sondern die, die man hat, sinnvoll nutzen.“

Gemeinderat Detlef Bärhing (Die Grünen) gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass man bei diesen Plänen auch an die Infrastruktur, den vermehrten Autoverkehr, mehr Schulen und Geschäfte denken möge.

Konzept zur Nachverdichtung

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass man bereits 2017 einen Grundsatzbeschluss zur Bauland- und Ortsentwicklung gefasst habe, der Nachverdichtungsmaßnahmen bebauter oder überplanter Flächen den Vorrang gegenüber der Ausweisung neuer Flächen eingeräumt hatte.

Dies sei für die Verwaltung bereits zu einem wichtigen Instrument geworden. Insofern käme Unterwössen bereits eine gewisse Vorreiterrolle zu, wie auch Dr. Stegen bestätigte.

Das könnte auch interessant sein: Marquartstein ebnet Weg für günstige Wohnungen

Die jetzt eingeleitete Gesamtbetrachtung bezogen auf alle Mitgliedsgemeinden mittels einer interkommunalen Zusammenarbeit erachtete der Rathauschef auf jeden Fall für sinnvoll.

In der anschließenden nicht öffentlichen Sitzung hat das Gremium dem Vernehmen nach diverse Handlungsmöglichkeiten zu diesem Thema diskutiert. (re)

Kommentare