Unterwössen: Bei Baulandentwicklung Balance finden zwischen „erhalten und entwickeln“

Schon seit rund fünf Jahren beschäftigen sich die Verantwortungsträger in Unterwössen mit einer nachhaltigen und langfristigen Baulandentwicklung. Unter Federführung des Städteplaners Max Wüstinger entstand 2017 ein Arbeitsplan, der in einen Grundsatzbeschluss mündete.

Unterwössen

Nach dem damals festgelegten dreijährigen Turnus zur Überprüfung dieses Arbeitspapiers, hat der Gemeinderat nun das weitere Vorgehen der Baulandentwicklung im Sinne des damaligen Grundsatzbeschlusses bestätigt.

„Für die Gemeindeentwicklung ist ein Zeitraum von 25 Jahren zu betrachten.“ Mit diesem Zitat von Matthias Simon, Referent beim Bayerischen Gemeindetag, stellte Bürgermeister Ludwig Entfellner klar, dass Veränderungen nicht im Handumdrehen zu bewältigen sind.

170 brach liegende Baugrundstücke

Zudem sei die städtebauliche Situation geprägt von den Schwierigkeiten der geografisch begrenzten Tallage, von 170 brach liegenden Baugrundstücken, steigenden Grundstückspreisen sowie dem demografischen Wandel mit einem erhöhten Altersdurchschnitt und zu wenig jungen Familien.

Daraus waren 2017 folgende Ziele für eine nachhaltige Ortsentwicklung festgelegt worden: ein sparsamer Umgang mit Flächen, eine vorrangige Nachverdichtung vor der Ausweisung neuer Bauflächen, die Wiederbelebung von Leerständen, die Schaffung von Bauland für Einheimische und Familien sowie der Verkauf von Häusern vorrangig an junge Familien und schließlich die Stärkung und der Erhalt von landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Außerdem sollen weitere Zweitwohnsitze vermieden und die Bevorratung und Spekulationen mit unbebauten Baugrundstücken verhindert werden. Erworbene Baurechte sollten deshalb innerhalb von fünf Jahren realisiert werden.

14 Hektar freie Wohnbauflächen

Auch heutzutage müsse laut Planer Wüstinger ein sinnvolles Flächenmanagement das oberste Ziel sein, vor allem vor dem Hintergrund, dass es allein in Unterwössen noch 130 unbebaute Einzelbauflächen gebe. Wüstinger: „Die 14 Hektar freier Wohnbauflächen entsprechen insgesamt 15 Prozent der gesamten Wohnbauflächen.“

Bürgermeister Entfellner und Geschäftsleiter Thomas Müllinger bestätigten, dass der Gemeinderat und die Verwaltung in den vergangenen drei Jahren bereits nach dem Arbeitsplan von 2017 gehandelt haben. Vor allem in der guten Ausnutzung der Flächen, der Hauptwohnsitzbindung bei Baulandausweisungen und der Überarbeitung des früheren Einheimischenmodells im Sinne der neuen EU-Richtlinien. Wichtig sei es laut Bürgermeister Entfellner, eine Balance zu finden zwischen „erhalten und entwickeln“.

Schließlich bekundete der Gemeinderat den Willen, den Grundsatzbeschluss von 2017 fortzuführen. Dagegen stimmte -ohne Begründung- nur Detlef Bärhing (Bündnis 90 Grüne).Als Nächstes sollen nach den Worten des Planers nun weitere spezielle Handlungsfelder in Workshops und Klausursitzungen abgesteckt werden. Gabi Neubert (Bündnis 90 Grüne) regte in diesem Zusammenhang an, die teilweise großen Häuser von älteren Alleinstehenden für die Nutzung von jungen Familien zu verändern. Selbstverständlich müssten den Eigentümern adäquate Angebote gemacht werden. vd

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