Unterwössen: Abschied eines historischen Jahrgangs an der Grund- und Mittelschule

Die sechs besten Schüler des Jahrgangs (von links) Vitus Voit, Sophia Grätz, Anton Fritschka, Samuel Komorek, Lena Murawski und Tonio Weber bekamen ein Geschenk.
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Die sechs besten Schüler des Jahrgangs (von links) Vitus Voit, Sophia Grätz, Anton Fritschka, Samuel Komorek, Lena Murawski und Tonio Weber bekamen ein Geschenk.

Trotz der Einschränkungen durch Corona erreicht die Abschlussklasse einen sehr guten Notendurchschnitt. Schüler danken ihrer engagierten Klassenlehrerin.

Von Ludwig Flug

Unterwössen – Wie ein Ansager im Boxring startete Rektor Otto Manzenberger in die Feier der Abschlussklasse der Grund- und Mittelschule. Dem „historischen Prüfungsjahrgang“ wie Manzenberger es nannte, wurde das gerecht, der Stimmung im Alten Bad mit den weit voneinander gerückten Einzeltischen – pro Familie und pro Ehrengast einer – vielleicht nicht ganz.

Historisch ist der Klassenverbund nicht nur wegen der Corona-Auswirkungen im Prüfungszeitraum, nicht nur weil die Prüfungsarbeiten erstmals in der Turnhalle geschrieben wurden. Historisch ist nach Manzenberger der beste Notenschnitt in der Klasse, an den er sich erinnern könne, und die Leistungsdichte mit insgesamt sechs von 19 Schülern mit einem Notenschnitt unter 2,0. Das sieht der Rektor besonders bemerkenswert, weil „die Situation alles andere als einfach für euch“ war.

Ein humorvoller und fleißiger Jahrgang

Ursache für so ungewöhnliche Leistungen sieht er in einer seit der 5. Klasse gewachsenen Gemeinschaft, in der die Zugpferde die anderen mitrissen. Humorvoll, begeisterungsfähig, zielorientiert und fleißig sieht er die Schüler der Klasse 9. Beigetragen habe das Umfeld: In dem kleinen, überschaubaren Standort Unterwössen sieht der Rektor einen Vorteil. Da waren die Eltern, die die Schüler unterstützten und die Ideen der Lehrerschaft mittrugen. Da waren die Lehrer, gute Lehrer, die förderten, sieht Manzenberger. Und aus all dem rage eine kleine Person hervor, die als Klassenlehrerin immer wieder auf gefühlte 5,80 Meter anwächst, wenn sie dafür sorgt, dass die Schüler spuren.

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In Corona-Zeiten – Corona stehe da für Krone – habe sich Christina Stockhammer ihre Krone als Quali-Königin 2020 verdient. Manzenberger steckte ihr ein Diadem ins Haar. Zugleich war er ein wenig wehmütig, denn nach vielen Jahren verlässt sie die Schule für ein Jahr Auszeit.

An die Schüler wandte sich Manzenberger mit einem Schlusswort: „Vielen Dank an Euch, Alles Gute auf eurem Lebensweg. Nutzt Eure Talente und schaut mal wieder vorbei!“

„Ihr wart schon mit Abstand der größte Katastrophenjahrgang“, sagte Klassenlehrerin Christina Stockhammer zu ihrer Klasse. Sie erinnerte an zwei Wochen verlängerte Weihnachtsferien im Schneechaos der achten Klasse, das Schulfrei wegen Sturmtief Sabine in der neunten. Und als wir nach den Weihnachtsferien das erste Mal von dem Virus hörten, konnten wir uns nicht annähernd vorstellen, welche Auswirkungen das hatte.

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Mit Freude und Dankbarkeit ging die Klasse in der zweiten Woche nach den Osterferien in die Schule. Ein „Jetzt erst recht“ schien der Motor. Alle gaben das Ziel aus, einen guten Abschluss zu machen. Nach drei Wochen konnten alle die praktischen Prüfungen sehr erfolgreich absolvieren. Nach den Pfingstferien ging es mit einer sehr intensiven Prüfungsvorbereitung weiter. „In Mathe wart ihr unersättlich, ich hab‘ schon fast nicht mehr gewusst, wo ich noch Aufgaben her zaubern sollte.“ Die Turnhalle wurde zum Klassenzimmer und auch ein bisschen zu einer Insel der Glückseligen.

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Stockhammer lobte die Schüler des Jahrgangs für ihre Hilfsbereitschaft, Engagement, Ausdauer, Humor und Zuverlässigkeit. „Es war mir jeden Tag in den drei Jahren eine große Freude, euch unterrichten zu dürfen, eure Entwicklung mitzuerleben und ein bisschen mit zu beeinflussen. Ihr wart immer ein Team und habt neue Mitschüler sofort integriert. „Ich bin mir ganz sicher, ihr werdet alle euren Weg gehen.“ Und weiter: „Ihr werdet mir gescheit fehlen“. Stockhammer, bedankte sich aber auch bei dem Kollegium, den Eltern und dem Schulpersonal für die gute Zusammenarbeit.

Schüler danken der Klassenlehrerin

Das emotionsgeladene Dankeschön der Schüler sprachen die Klassensprecher Lena Murawski und Anian Tatzel. Sie dankten vor allem der Klassenlehrerin Christina Stockhammer. Sie sei unheimlich engagiert, habe die Klasse immer wieder gepusht, und sei mit ihren Schülern durch dick und dünn, laut und leise, Geflüster und Geschrei, Geschimpfe und Gefluche gegangen. „Danke für alles Liebe, Frau Stockhammer.“

Die Besten des Jahrgangs:

Sophia Grätz, 1,6

Vitus Voit, 1,6

Anton Fritschka, 1,7

Samuel Komorek, 1,7

Lena Murawski, 1,7

Tonio Weber, 1,8

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