Sie unterstützen Priens neuen Bürgermeister: Anner und Aufenanger zu Stellvertretern gewählt

Körperlich mit Sicherheitsabstand, will das neue Priener Bürgermeistertrio künftig eng zusammenarbeiten: Gemeindeoberhaupt Andreas Friedrich (Mitte) wird von Zweitem Bürgermeister Michael Anner (rechts) und Drittem Bürgermeister Martin Aufenanger unterstützt. Berger
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Körperlich mit Sicherheitsabstand, will das neue Priener Bürgermeistertrio künftig eng zusammenarbeiten: Gemeindeoberhaupt Andreas Friedrich (Mitte) wird von Zweitem Bürgermeister Michael Anner (rechts) und Drittem Bürgermeister Martin Aufenanger unterstützt. Berger

Priens neues Gemeindeoberhaupt Andreas Friedrich (ÜWG) hat auch künftig zwei Stellvertreter. Michael Anner (CSU) und Martin Aufenanger (Freie Priener) wurden in Kampfabstimmungen gewählt. Anner setzte sich deutlich als Erster Stellvertreter gegen einen grünen Gegenkandidaten durch.

Prien – Michael Anner (CSU) und Martin Aufenanger (FW/FWB) heißen die Stellvertreter von Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG). In der konstituierenden Sitzung des neuen Marktgemeinderates im Chiemsee Saal setzten sich die beiden Kandidaten in Kampfabstimmungen durch.

Anner, seit 2008 im Marktgemeinderat, war von Friedrich nach mehreren persönlichen Gesprächen im Vorfeld vorgeschlagen worden. Er sei in Prien tief verwurzelt, in vielen Vereinen aktiv und habe durch seine Tätigkeit bei der Sparkasse einen beruflichen Hintergrund, der gerade in der heutigen Zeit sinnvoll sei, wo Kommunen mit wegbrechenden Einnahmen durch die Folgen der Corona-Krise rechnen müssen,

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+++Die fünfköpfige Fraktion der Grünen schlugen Leonhard Hinterholzer aus ihren Reihen als Gegenkandidaten vor. Auch er sei in Prien verwurzelt und bestens vernetzt, argumentierte Fraktionsvorsitzende Dr. Simone Hoffmann-Kuhnt. Hinterholzer selbst, Inhaber einer Solarfirma, nannte explizit den Klimaschutz als Motivation für seine Kandidatur.

In geheimer, schriftlicher Abstimmung setzte sich Anner mit 19:6 Stimmen klar durch. Beide Bewerber hatten vor dem Urnengang, unabhängig vom Ergebnis, für ein konstruktives Miteinander geworben. „Ich möchte das für alle machen“, sagte Anner, dessen Vater und heutiger Ehrenbürger Michael Anner senior bis 2014 auch schon Zweiter Bürgermeister war, und Hinterholzer stellte fest: „Den Wahlkampf lassen wir ab heute hinter uns und arbeiten alle gemeinsam für Prien.“

Knapp fiel das Ergebnis in der Abstimmung um das Amt des Dritten Bürgermeisters aus. Die neue CSU-Sprecherin Annette Resch hatte ihre Fraktionskollegin Rosi Hell vorgeschlagen, weil sie sozial engagiert sei, Erfahrung habe und eine Frau sei. Die CSU halte es für sinnvoll, einen Stellvertreterposten mit den Amt des Sozialreferenten zu verknüpfen, wie das zuletzt Zweiter Bürgermeister Hans-Jürgen Schuster praktiziert hatte. Ludwig Ziereis (CSU) hatte ergänzt, dass es wichtig für die Wertschätzung der Bürger sei, jemanden zu wählen, der genug Zeit habe, zum Beispiel Jubilarehrungen vorzunehmen.

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Während die Grünen auf die Benennung eines Kandidaten verzichteten, schlug ÜWG-Sprecher Peter Fischer dann Aufenanger (Freie Priener, FP) vor, weil er Erfahrung habe, ein guter Stratege sei und seine Fraktion bisher schon gut mit ihm zusammengearbeitet habe.

Aufenanger war nach seiner Wahl in den Marktgemeinderat 2014 neben seinem Beruf als Anwalt längere Zeit Interimsgeschäftsführer der damaligen Priener Tourismusgesellschaft (PTG).

Während sich Sepp Schuster (AfD) bei der Abfrage durch den Ersten Bürgermeister für Hell aussprach, bevorzugten Michael Voggenauer (FW) und Gabi Schelhas (SPD) Aufenanger.

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In der geheimen Abstimmung erhielt Aufenanger 14 Stimmen, eine mehr als die erforderliche Mehrheit. Zehn Räte hatten für Hell votiert, einer für Voggenauer.

Der neue Dritte Bürgermeister, der mit seiner Nominierung nach eigenen Worten überhaupt nicht gerechnet hatte, übernahm dann auch den Posten des ehrenamtlichen Sozialreferenten. Dass er in diesem Bereich schon Erfahrungen hat, hatte er bei seiner Vorstellung hervorgehoben.

Als Interims-Chef der Tourismusgesellschaft habe er zum Beispiel in der Zeit der Flüchtlingskrise 2015/16 einige Projekte mit den örtlichen Pfarrern und Kirchengemeinden realisiert. Zudem sei das Amt des Sozialreferenten „nicht nur zum Kuscheln“, es müssten auch Entscheidungen getroffen werden.

Die Aufgaben im Sozialreferat wurden wenig später, wie schon in der vergangenen Legislaturperiode, auf vier Bereiche aufgeteilt. Gabriele Rau (Grüne), die nicht in den Rat wiedergewählt worden war, bleibt trotzdem Asylbeauftragte. Renate Schuderer, eine der Organisatorinnen des gemeindlichen Seniorenprogramms mit Büro im Rathaus, bleibt Seniorenbeauftragte.

Die beiden Funktionen der Behinderten- sowie der Sozial- und Familienbeauftragten übernimmt Gabi Schelhas, Gründerin des Lokalen Bündnisses für Familien.

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