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Konzept für den Betrieb der Bahn bei Ruhpolding

Rettung für den Unternberg: „meine Volksbank Raiffeisenbank“ kauft Lifte und Grund

Zu einem Erlebnisgebiet soll der Unternberg vermarktet werden, so der Plan von Landrat Siegfried Walch, Vorstandsvorsitzender Wolfgang Altmüller und Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer.
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Zu einem Erlebnisgebiet soll der Unternberg vermarktet werden, so der Plan von Landrat Siegfried Walch, Vorstandsvorsitzender Wolfgang Altmüller und Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Worum es bei dieser Pressekonferenz gehen sollte, war streng geheim. Nun ist es raus: Die „meine Volksbank Raiffeisenbank“ kauft die Skilifte und den Grund am Ruhpoldinger Unternberg – mit möglichen Auswirkungen für Skifahrer und Umwelt.

Ruhpolding – Die meine Volksbank Raiffeisenbank eG kauft den Ruhpoldinger Unternberg mit rund 141.000 Quadratmeter Grund samt Liftanlagen. Dies gaben der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaftsbank, Wolfgang Altenmüller, der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch (CSU) und Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) in einer gemeinsamen Pressekonferenz gestern bekannt.

Zwei Schlepplifte und ein Sessellift sind derzeit am Unternberg in Betrieb, letzterer auch im Sommer. Im Winter ist der Unternberg ein beliebtes Ziel für Ski- und Schlittenfahrer.

Skitourengeher im oberen Bereich

Während die Pisten im unteren Bereich präpariert und beschneit werden, ist der steilere Teil zum Gipfel hin naturbelassen. In den vergangenen Jahren hat sich der Unternberg zu einem beliebten Ziel von Skitourengehern entwickelt. An der Sesselbahn werden derzeit rund 50.000 Fahrgäste jährlich befördert, zu den unteren Liften lagen keine Zahlen vor.

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Nach Auskunft von Pfeifer war die Existenz des Liftbetriebs am Unternberg gefährdet: „Der Liftbetrieb wäre im kommenden Winter eingestellt worden.“ Die finanziellen Mittel reichten schlicht nicht mehr aus. „Wir haben den Berg vor einigen Jahren von einer Familie gekauft und über 4 Millionen Euro Schulden getilgt“, sagte der Bürgermeister beim Pressetermin. Nun sei der Berg schuldenfrei und könne entsprechend vermarktet werden.

Echte Verantwortung für die Heimat

Dass nun die meine Volksbank Raiffeisenbank eingesprungen ist, sei für alle Seiten eine glückliche Fügung, die auch im Gemeinderat auf breite Zustimmung in der nicht-öffentlichen Sitzung stieß, so Pfeifer. Über die Kaufsumme schwiegen sich die Beteiligten aus. „Wenn wir eine schwarze Null hinkriegen, sind wir froh“, sagt Altmüller. Der Bank gehe es aber nicht um ein rentables Anlagemodell. Vielmehr sei der meine Volksbank Raiffeisenbank daran gelegen, dass die Verantwortung für die Region nicht ein bloßes Lippenbekenntnis sei: „Der Genossenschaftsgedanke ist bei uns zentral. Wir möchten mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen, dass wir was für die Heimat tun.“

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Zunächst sei für den Unternberg der Betrieb im kommenden Winter finanziell gesichert, da die Bank in die Erneuerung der Liftanlagen investiere.

Langfristig soll nach Wunsch der meine Volksbank Raiffeisenbank der Unternberg ein klassischer Familienberg in der Region sein. Womöglich mit mehr, als dem jetzigen Angebot. Denn schon jetzt werde man eine zweite Wasserleitung in Richtung Gipfel legen, um für eine mögliche Beschneiung der jetzigen Naturpiste gerüstet zu sein, sagte Altmüller. Dies sei aber nicht für den kommenden Winter geplant. „Wir richten mal an, aber die weiteren Schritte müssen wir uns erst noch überlegen“, so Altmüller. Er verwies in Sachen Umweltschutz darauf, dass eine Imkerei dort angesiedelt werden solle, die auch für die Schulen zugänglich sei.

Pfeifer würde es begrüßen, wenn auch die obere Piste präpariert und beschneit werde und verweist auf die Historie des Unternbergs als Skiberg: „Für gute Skifahrer war und ist das eine tolle Sache.“

Beschneiung trotz Klimaschutz?

Ausgerechnet in der Woche, in Walchs und Pfeifers Parteivorsitzender Markus Söder einen „Klimaruck“ forderte, ist nun die Rede von Liftbetreib und sogar Beschneiung. „Für mich passt das hervorragend zusammen“, sagte Walch auf Frage der Chiemgau-Zeitung. Für die Region sei dieser Schritt wichtig und sinnvoll, da die Piste ja bereits bestehe.

„Ich bin froh, dass wir nicht den Weg wie Österreich gegangen sind, so viele Berge als Skigebiete zu erschließen“, so Walch. Zumal aus seiner Sicht keiner zum Skifahren aufhöre, nur weil es weniger Pisten gibt. Der Landrat versicherte, dass nichts zugelassen werde, was in irgendeiner Weise die Heimat schädige und dass Massentourismus nicht das Ziel sei.

Zeichen für den Tourismus

Begeistert zeigt sich Stephan Semmelmayr, Leiter des Chiemgau Tourismus: „Solche Investitionen sind enorm wichtig und locken weitere Investitionen, gerade in einer Sommer- und Winterregion.“

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