FISCHERJAHRTAG

Unterlauf der Tiroler Ache „praktisch biologisch tot“

Fraueninsel – Seeforellen, Barsche, Karpfen, Schleien und Rutten hatten nur geringen Anteil am Gesamt- Fangergebnis der Berufsfischer 2017 auf dem Chiemsee.

Das ging aus dem Bericht des Vorsitzenden der Fischereigenossenschaft, Thomas Lex, beim Fischerjahrtag hervor (wir berichteten).

Die Aalfänge haben Lex zufolge mit 3550 Kilogramm nicht das Niveau des Vorjahres erreicht. Den Hechtbestand bezeichnete Lex als sehr gut. Auch die Angler würden diese Aussage bestätigen. Der Brachsenfang sei mit 8350 Kilogramm wiederum rückläufig gewesen. Lex führte dies auf den geringen Bestand zurück.

Im Aufwärtstrend sah Lex Barsche und Schratzen. Besonders große Exemplare seien sogar noch im Winter in den Renkenbodennetzen gefangen worden.

Der Zanderfang mit nur 1000 Kilogramm nochmals zurückgegangen. Der verstärkte Ankauf von Setzlingen der vergangenen Jahre habe leider keine Wirkung gezeigt, so Lex. Die Genossenschaft sei etwas ratlos.

Das gelte auch für die Seeforelle. Die Fischerei-Beratung beim Bezirk Oberbayern, der Landesfischereiverband und die Genossenschaft Chiemsee hätten im Zusammenspiel in Tiroler Ache und Chiemsee seit Jahren verstärkt kleine Seeforellen eingesetzt. Ein Erfolg sei aber bis jetzt leider nicht spürbar. Dass der Chiemsee in nächster Zeit wieder ein natürliches Seeforellenvorkommen aufweisen könne, wie in früherer Zeiten, halte er bei den schlechten Laichbedingungen für unmöglich, erklärte Lex.

Bei Marquartstein sei zwar eine sogenannte Fischtreppe mit hohem Aufwand gebaut worden, damit die Forellen zum Laichen am Wehr vorbei Ache-aufwärts schwimmen können, „sie ist aber nutzlos, wenn sie kein Wasser führt, eine reine Geldverschwendung“, kritisierte Lex.

In früheren Jahren seien Seeforellen in großer Zahl zum Laichen in der Tiroler Ache bis nach Schleching hinaufgeschwommen. Das gebe es jedoch heute nicht mehr, bestätigte der Fischerei-Fachberater des Bezirkes Oberbayern, Dr. Ulli Wunner. Der Unterlauf der Tiroler Ache sei heute „praktisch biologisch tot“. Einen großen Anteil der Schuld daran gab Dr. Wunner den Kormoranen, die er als „ökologisches Desaster“ bezeichnete.

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