Ungewohnter Gottesdienst für Wössner Kirchgänger

Franziskanerpater Michael predigte am Sonntag vor gut 40 Besuchern in der Unterwössener Pfarrkirche. Flug
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Franziskanerpater Michael predigte am Sonntag vor gut 40 Besuchern in der Unterwössener Pfarrkirche. Flug

Die Sonntagsmessen in Ober- und Unterwössen fanden zwar jeweils in der Kirche, aber unter strengen Schutzvorkehrungen statt. Das war sowohl für Pfarrer Martin Straßer und Pater Michael, als auch für die Kirchgänger gewöhnungsbedürftig. Sogar die Ministranten trugen Mundschutz. Überwogen hat aber die Erleichterung darüber, dass die Kirche wieder offen steht.

Von Ludwig Flug

Unterwössen – Mit dem fünften Sonntag nach Ostern starteten auch im Pfarrverband Oberes Achental die öffentlichen Gottesdienste in den Pfarrkirchen. Pfarrer Martin Straßer, Leiter des Pfarrverbandes, predigte in Oberwössen zum Johannes-Evangelium Kapitel 14,1-12. Ebenso auch Pater Michael kurz darauf in der Pfarrkirche Unterwössen. Die Stimmung in Oberwössen und Unterwössen war sowohl bei Gottesleuten als auch unter den Kirchgängern gleich: Einerseits war die Erleichterung groß, dass der Gottesdienstbesuch nun möglich ist. Andererseits empfinden viele die Heilige Messe mit ihren umfangreichen Schutzvorkehrungen, um die Infektionsgefahr einzudämmen, ungewohnt.

Zusammenkunft als ein Grund zu feiern

In Oberwössen sprach Pfarrer Straßer den rund 20 Teilnehmern des Gottesdienstes deshalb seine Anerkennung aus. Sie bewiesen „Mut und Schneid“, in schwierigen Zeiten diesen Gottesdienst zu feiern.

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Pfarrer Straßer schilderte zudem die Situation seiner Gemeinde in den vergangenen Wochen. Da sei der Kontakt mit den Menschen, gerade auch mit denen in Notlagen, erschwert gewesen, trotz Telefonkontakt. Es sei jedoch schwierig, Trost über das Telefon zu spenden. So hätten gerade die vergangenen, harten Wochen voller Einschränkungen bewiesen, wie wichtig es doch ist, persönlich zusammenzukommen.

So freut sich der Pfarrer, dass die Gottesdienste nun wieder in der Kirche möglich sind: „Das ist zu feiern“. Die Kraft, so schwere Zeiten zu überstehen, spiegelten sich in den Worten Jesu wider: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater außer durch mich“.

Straßer ermutigte am Ende der Messe die Kirchgänger, auch andere dazu zu ermutigen, wieder in die Kirche zu kommen.

Vokalensembles noch nicht zugelassen

Ähnlich predigte Pater Michael vor gut 40 Besuchern in der Unterwössner Pfarrkirche: Solch schwere Zeiten wie heute würden der Kirche und den Gläubigen nicht das erste Mal begegnen. Zusammen zu stehen und gemeinsam die Herausforderungen anzugehen, sei da der richtige Weg. Die Kraft dazu käme aus dem Vertrauen in Jesu.

Mit Ausnahme der Lektoren trugen einige Gottesdienstbesucher, selbst die Ministranten, Mundschutzmasken. Vokalensembles sind derzeit in der Kirche noch nicht zugelassen. Musikalisch gestalteten daher die Organisten den Gottesdienst, in Oberwössen war dies Benedikt Meurers, in Unterwössen übernahm diesen Dienst Wolfgang Kurfer.

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Die Schutzvorkehrungen ermöglichten auch die Kommunion. Zur Spende desinfizierten sich die Pfarrer die Hände und reichten die Hostie unter einem Plexiglasschutz hindurch. Markierungen geben in den Kirchenbänken die konkreten Sitzplätze vor.

Kirchgang unter großem Aufwand

Nur auf beschriebenen Wegen dürfen sich die Gläubigen zum Gottesdienst und im Gottesdienst in der Pfarrkirche bewegen. Helfer rund um die Pfarrgemeinderäte hatten im Vorfeld alles aufwendig beschildert und achteten nun auf die Einhaltung.

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Nach den Gottesdiensten sprach unsere Zeitung vor den Kirchentüren mit Gläubigen und den Pfarrern. Straßer zeigte sich erleichtert, dass Gottesdienste nun wieder möglich sind. „Schön war es“ und „Gut, dass es weitergeht“, waren die Stimmen zweier Kirchgänger. Andere sahen es wie Pater Michael. Die Gottesdienste mit solchen umfangreichen Vorkehrungen seien „schon sehr ungewohnt“. Es brauche noch etwas Zeit, sich daran zu gewöhnen, war die einhellige Meinung.

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