Immer mehr Radverkehr - auch wegen E-Bikes

Unbeschwert radeln im Achental? Gemeinderat Marquartstein diskutiert Antrag der Grünen

In Marquartstein fehlen noch die begleitenden Radwege an den Hauptstraßen. Hinzu kommt, dass die vorhandenen Wege oft zu schmal sind und der lockere Untergrund an neuralgischen Stellen für den Radverkehr eine Herausforderung ist.
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In Marquartstein fehlen noch die begleitenden Radwege an den Hauptstraßen. Hinzu kommt, dass die vorhandenen Wege oft zu schmal sind und der lockere Untergrund an neuralgischen Stellen für den Radverkehr eine Herausforderung ist.
  • vonManfred Peter
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In Marquartstein und Unterwössen fordern die Grünen ein besseres Fahrradwegenetz. Neben Umweltaspekten geht es ihnen auch um die Sicherheit der Schüler im Achental, die oftmals mit dem Rad unterwegs sind. So lief die Diskussion im Gemeinderat.

Marquartstein – Aus Sicht der Grünen-Ortsverbände Marquartstein und Unterwössen braucht es einen Radweg zwischen den beiden Gemeinden. Die Ortssprecher Peter Lloyd und Stefan Colling stellten Anträge, um das Radwegenetz insgesamt zu verbessern.

Die Grünen forderten die Aufnahme in das „Radwegeprogramm 2020.2024“ zu beantragen und der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommune beizutreten. Ebenso sollten die Gemeinden die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand zu diesen Themen informieren und in einem halben Jahr über die Zwischenergebnisse berichten.

Sicherheit auf dem Schulweg gefordert

Begründet haben sie den Antrag damit, dass in der heutigen Zeit ein ausgebautes Radwegenetz unabdingbar sei. Auch durch die Nutzung des E-Bikes in einem vernünftig ausgebauten Radwegenetz bestehe die Chance, den Autoverkehr einzudämmen, wie im Antrag zu lesen war. Wichtig war den Antragsstellern auch, dass Schülern sicher mit dem Fahrrad in der Schule ankommen können.

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Wie Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) bei der Gemeinderatssitzung im Alten Bad in Unterwössen dazu ausführte, wurde in einem gemeinsamen Gespräch Anfang Oktober mit den beiden Grünen Ortsverbänden vereinbart, dass die im Antrag formulierten Forderungen nicht beschlussmäßig von den Gemeinderäten behandelt werden müssen, sondern als Anstoß und Vorbereitung zu einem informativen Tagesordnungspunkt dienen sollen. Über die Mitgliedschaft der Arbeitsgemeinschaft sollte jedoch abgestimmt werden, so der Bürgermeister weiter.

Klima wird geschont

„Die Förderung des Radverkehrs ist eine grundlegende Aufgabe der Gemeinde“, sagte Scheck. Mit der Erhöhung des Radverkehrs werde zugleich das Klima geschont und auch mehr Sicherheit im Straßenverkehr erreicht. „Im Ort können die Straßen gut im Mischverkehr genutzt werden und die West-Ost-Achse ist schon gut versorgt“, sagte Scheck.

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Die Nord-Süd-Achse habe jedoch sicher Bedarf an Radwegen. Scheck schob ein, dass an der B 305 der Bund die Kosten dafür tragen müsste. „Im Zuge der Ausbauarbeiten der Ortsdurchfahr sind bereits 1,2 Kilometer Radwege mit in der Planung“, so der Bürgermeister. Er merkte noch an, dass in Unterwössen gerade ein Konzept für die Radwege erstellt werde und die weitere Planung von Marquartstein in Richtung Unterwössen darauf abgestimmt werden solle.

„Was in Marquartstein noch fehlt, sind die begleitenden Radwege an den Hauptstraßen“, sagte Scheck. Seit 2003 gebe es Bemühungen und seit 2005 Planungen für einen Radweg Richtung Unterwössen. Jedoch sei ein Grunderwerb für die erforderlichen Flächen nicht möglich gewesen.

Radweg nach Schleching?

Bei der zweiten Achse nach Schleching sei die B 307 in Planung und die beiden Gemeinden hätten bei den Gesprächen mit dem Bauamt immer darauf hingewiesen, dass ein begleitender Radweg gewünscht werde, so Scheck. „In Marquartstein liegt der Schwerpunkt darin, dass die Leute mit den Fahrrädern zu den Bushaltestellen kommen sollen“, sagte Scheck. Und so sei aus seiner Sicht die radbegleitende Infrastruktur wie sichere Abstellmöglichkeiten für die Fahrräder oder auch Schließfächer wichtig.

Austausch mit dem Ökomodell Achental

Die Zweite Bürgermeisterin Claudia Kraus (Grüne/Offene Liste) griff das Radwegeprogramm 2020-2024 mit einem Volumen von 200 Millionen Euro auf und stellte die Frage, ob es denn für Marquartstein eine Möglichkeit gebe, aus diesem Programm etwas zu bekommen. „Die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommune in Bayern könnte ein Gütesiegel für die Gemeinde sein“, sagte Kraus. Scheck erklärte, dass bei einer Beantragung bereits ein konkretes Projekt vorhanden sein müsse.

Zum Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft schlug Scheck vor, die Entscheidung zu vertagen und erst Kontakt mit dem Ökomodell Achental aufzunehmen, um ein eventuell gemeinsames weiteres Vorgehen zu diesem Thema zu beraten. Der Gemeinderat schloss sich einstimmig an.

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