Unbelehrbar in der Corona-Krise – Wanderer-Parkplätze im Achental ab sofort gesperrt

Dieses Bild und etwaiger Tagestourismustrotz der Corona-Ausgangsbeschränkungen soll nun der Vergangenheit angehören. Im Achental sperren Gemeinden ihre Wanderparkplätze. Tofern

Trotz der bayernweit gültigen Ausgangsbeschränkung sind die Wandererparkplätze in der Region reichlich voll mit Fahrzeugen. Die Autokennzeichen entlarven unter anderem Besucher aus München, Ebersberg oder Passau. Deshalb werden die Besucherparkplätze im Achental nun bis zum Ende der Corona-Krise gesperrt.

Von Martin Tofern

Marquartstein – Eigentlich ist die Ausgangslage ziemlich klar: In Bayern gelten relativ strenge Ausgangsbeschränkungen. Spaziergänge und Sport in der unmittelbaren Umgebung sind erlaubt, natürlich auch das Einkaufen im heimischen Supermarkt. Nicht gestattet sind dagegen Ausflüge in die entferntere Umgebung – wenn zum Beispiel ein Wanderer aus München mit dem Auto ins Achental fährt, um hier zu wandern. Trotz der klaren Ansage der bayerischen Regierung waren die Wandererparkplätze in der Region am vergangenen Wochende reichlich voll mit Fahrzeugen mit Kennzeichen aus München, Ebersberg oder Passau.

Autokennzeichen reichen bis Rendsburg

Aber auch unter der Woche tummeln sich die Tagestouristen in der Region. So standen am Mittwochvormittag auf dem Parklatz oberhalb der Burg Marquartstein Autos aus München, Rosenheim und sogar aus Rendsburg in Schleswig-Holstein.

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Und das, obwohl Bayern die Ausgangsbeschränkungen gerade bis zum 19. April verlängert hat, also bis zum Ende der Osterferien. „Die Lage ist weiter sehr ernst“, hatte Ministerpräsident Markus Söder gewarnt. Es geht der Regierung nachweislich nicht darum, die Bürger zu drangsalieren, sondern darum, die weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu unterbinden. Die Gemeinden Marquartstein, Staudach-Egerndach, Schleching und Unterwössen haben sich nun entschlossen, die Parkplätze für Wanderer in der Region zu schließen. Ziel dieser Maßnahme ist es, Ausflügler davon abzuhalten, weiterhin in die Berge zu fahren und bei Bergtouren „neben einem möglichen Infektionsrisiko auch Verletzungsrisiken in Kauf zu nehmen“, wie es in einer Erklärung der Achental-Gemeinden heißt.

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Dadurch solle eine zusätzliche Belastung der örtlichen Hilfs- und Rettungsorganisationen vermieden werden. Für die einheimische Bevölkerung sei eine Nutzung der Parkplätze für Spaziergänge und einfache Wanderungen an der frischen Luft nicht erforderlich, da diese ja direkt von daheim aus möglich seien.

„Wir raten auf Grund der aktuellen Situation dringend davon ab, Ausflüge in die Berge zu unternehmen und bitten alle Bürger um Mithilfe“, erklärt Andreas Scheck, Bürgermeister von Marquartstein und Verwaltungsratschef des Achental Tourismus.

Ausflüge in die Berge nicht zulässig

„Grundsätzlich sind diese Ausflüge nicht zulässig“, so Scheck weiter. Allerdings hätten die letzten Wochenenden gezeigt, dass sich viele Menschen einfach nicht daran halten. „Dem wollen wir mit der Sperrung der Parkplätze im Achental entgegenwirken“, sagt Scheck weiter. Ob diese Maßnahme aber bis zu den Menschen in München oder Ebersberg durchdringt? „Wir kommunizieren das nach draußen über alle touristischen Kanäle“, sagt Scheck. Auch übers Internet inklusive Facebook oder Instagram.

Und wie lange sollen die Parkplätze gesperrt bleiben? „Die Sperrung der Parkplätze werden wir wieder aufheben, wenn die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben werden“, sagt Scheck entschieden. Und das kann ja durchaus noch länger dauern als bis zum Ende der Osterferien.

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