Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


RINGKANAL UND DER KLÄRANLAGE

Millionen-Investition in einen sauberen Chiemsee

Verbandsvorsitzender und Rimstings Bürgermeister Andreas Fenzl (links) lässt sich von Ingenieur Anton Schmuck den geplanten Umbau beim Nachklärbecken schildert.
+
Verbandsvorsitzender und Rimstings Bürgermeister Andreas Fenzl (links) lässt sich von Ingenieur Anton Schmuck den geplanten Umbau beim Nachklärbecken schildert.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
    schließen

Seit 31 Jahren halten Ringkanal und Kläranlage den Chiemsee von Abwasser sauber. Der Zahn der Zeit nagt an den Anlagen, Verschleiß und neue Technik verlangen dem Abwasser- und Umweltverband (AUV) Chiemsee laufend Investitionen ab. Momentan sind mehrere größere Sanierungsprojekte zu bewältigen, die Millionen Euro verschlingen.

Prien/Rimsting – Der Zahn der Zeit nagt an den Anlagen, Verschleiß und neue Technik verlangen dem Abwasser- und Umweltverband (AUV) Chiemsee laufend Investitionen in Unterhalt und Neuanschaffungen ab. Momentan sind mehrere größere Sanierungsprojekte zu bewältigen,Ingenieur Anton Schmuck vom Büro Dippold & Gerold aus Prien stellte auf der jüngsten Sitzung des AUV im Vereinshaus Atzing die Projekte vor.

Geregelte Entsorgung des Abwassers

Klospülung gedrückt, Wasserhahn zugedreht, erledigt. Kaum einer denkt heutzutage groß darüber nach, was mit den Überbleibseln passiert, die er in die Abwasserleitungen schickt. Es ist eine Selbstverständlichkeit geworden, dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass die Abwasserentsorgung rund um den Chiemsee derart geregelt abläuft.

Schmuck, der von Beginn an in das Projekt für eine gemeinsame Kläranlage in Stiedering und einen Ringkanal eingebunden war, erinnert sich noch gut an die früheren Zeiten, wie er im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung erzählt: „In den 60er-Jahren war der See wegen der Überdüngung fast am Umkippen“. Grund war, dass ein Großteil der Chiemseegemeinden ihre Abwässer nur mechanisch reinigte. Was dann in den Chiemsee eingeleitet wurde, enthielt noch Stickstoff, Phosphate und andere Reststoffe. „Die Konsequenz wäre gewesen, dass das ganze Leben im Chiemsee zugrunde geht“, erzählt Schmuck.

29 Kilometer Abwasserleitungen am Chiemseegrund

Die Chiemseegemeinden handelten und gründeten einen Abwasserzweckverband, einen Vorläufer des AUV. Laut Schmuck seien in nur einem halben Jahr 29 Kilometer Leitungen im See verlegt worden. Heute sind Ringkanal und die Kläranlage in Stiedering längst eine Selbstverständlichkeit. Laut Schmuck ist es so, dass das Abwasser mit all seinen „aggressiven“ Inhaltsstoffen im Laufe der Jahre die Leitungen und Einrichtungen angreift. Sanierungen sind also notwendig.

Lesen Sie auch: Schwerer Hagelsturm über der Region Wasserburg / Mühldorf – Schäden gehen in die Millionen

Bei der Verbandsversammlung in Atzing stellte er die aktuellen Projekte vor. So seien im vergangenen Jahr für 850 000 Euro die Blockheizkraftwerke erneuert worden. Sie verwandeln die Energie von den Faulgasen aus dem Klärwerk in Wärme und Strom um.

Das könnte Sie auch interessieren: Quirin Schwaiger neuer AUV-Geschäftsführer

Als „Herzstück“ bezeichnet Schmuck den Hauptverteiler für den Strom in der Kläranlage. Steuerungen, Schaltanlagen und die EDV stammten aus den 90er Jahren. Hier investiert der AUV eine halbe Million Euro und will die Aufträge laut Schmuck heuer ausschreiben. Die Arbeiten sollten nächsten März abgeschlossen sein.

Ebenso ist die Sanierung der beiden Faultürme notwendig geworden. Sandstrahlen und Betonsanierung kommen auf fast eine Million Euro. Der Ingenieur rechnet damit, dass die Arbeiten im Dezember abgeschlossen sind. Die Erneuerung der Schaltanlagen und Technik an den Pumpwerken in Grabenstätt, Übersee und Chieming kostet 420 000 Euro und wird voraussichtlich von Oktober bis März vonstattengehen.

Patentiertes Verfahren fürs Nachklärbecken

Ein weiterer großer Punkt ist laut Schmuck der Umbau der beiden Nachklärbecken in Stiedering. Wie er in der Verbandssitzung erklärte, kostet dies 1,7 Millionen Euro. Die Verteilung des trüben Schlamm-Wassergemisches im Becken müsse verbessert werden, sonst wirke sich das negativ auf die Abwasserqualität aus. Schmuck empfahl, ein patentiertes Verfahren mit einem höhenverstellbaren Umbau im Mittelbauwerk – dem sogenannten Königsstuhl – anzuwenden, das er sich in Regensburg angeschaut hatte.

Die Versammlung erklärte sich einstimmig mit jeder Maßnahme einverstanden und ermächtigte per Beschluss den Verbandsvorsitzenden und Rimstinger Bürgermeister Andreas Fenzl, das wirtschaftlichste Angebot anzunehmen und den Auftrag zu erteilen.

Kommentare