Umstrittene Sonderdividende wird ausgezahlt

In Vorstand und Aufsichtsrat der Elektrizitätsgenossenschaft Alzgruppe gab es Veränderungen. Das Team besteht jetzt aus (von links) Alfons Maier, Andreas Holzner, Sepp Wastl schmid, Andreas Niedermaier, Stefan Stadler und Peter Ober. Rasch

Seeon-Seebruck – Die Elektrizitätsgenossenschaft Alzgruppe (EGA) kann heuer auf 100 Jahre zurückblicken.

Anlässlich dieses Jubiläums soll zusätzlich zur Jahresdividende in Höhe von 80 Euro eine einmalige Ausschüttung von 1000 Euro pro Mitglied erfolgen. Abzüglich der Steuern bedeutet dies, dass an die über 500 Mitglieder, die jeweils einen Anteil zeichnen, 779,55 Euro ausbezahlt werden. Der Vorschlag des Vorstandes und des Aufsichtsrates, die Sonderausschüttung vorzunehmen und dafür 552 000 Euro aus den Rücklagen zu entnehmen, wurde in der Generalversammlung in der Brauereigaststätte Camba mit großer Mehrheit mitgetragen.

19 der 154 anwesenden Mitglieder lehnten die Sonderausschüttung ab. Der frühere Vorstandsvorsitzende Konrad Schlagberger warnte vor der Jubiläumsdividende: „Wir sollten keine 1000 Euro auszahlen, damit geht man an die Substanz.“ Auch Sepp Daxenberger übte Kritik: „Es stehen große Investitionen an, deshalb sollte man darüber nachdenken und die Sonderdividende runterfahren.“ Daxenberger verwies auf den Einbau einer Wohnung im sogenannten „Kini Schneider“-Haus in Truchtlaching. Die EGA hat das Anwesen erworben und beabsichtigt im Obergeschoss des bestehenden Stadels eine Wohnung auszubauen, die dann, ebenso wie das Wohnhaus an die Firma Braukon vermietet werden soll.

Wie der Vorstandsvorsitzende Otto Eibl mitteilte,liege die Genehmigung zum Ausbau der rund 80 Quadratmeter großen Wohnung vor. Weiter teilte er mit, dass der Unterwasserkanal an der Kraftwerkanlage in Truchtlaching mit großem Aufwand saniert worden sei. Auf Anfrage von Sepp Sigl reithmayr teilte er mit, dass im Zuge der Kanalsanierung von einem Kundendienst die Maschinen der Turbinen überprüft worden seien, nachdem bei einer Maschine ein Abrieb festgestellt worden war. Das Ergebnis des Gutachtens stehe noch aus.

Für Otto Eibl war es aus Altersgründen die letzte Generalsversammlung in seiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender. Neu in den Vorstand wurde Josef Wastlschmid aus Frühling bei Altenmarkt gewählt. Er saß bisher im Aufsichtsrat. Der Vorstandsvorsitzende wird in einer konstituierenden Sitzung gewählt. So setzt sich der Vorstand jetzt aus Andreas Niedermaier, Josef Wastlschmid und Alfons Maier zusammen. Für Wastlschmid in den Aufsichtsrat, dem neben dem Vorsitzenden Peter Ober auch Andreas Holzner angehört, wurde Stefan Stadler neu gewählt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Ober würdigte das ehrenamtliche Engagement von Otto Eibl, der seit 2011 Vorstandsvorsitzender war. Eibl habe das Amt mit großem Sachverstand ausgeführt. „Danke, dass Ihr so zusammengehalten habt. Das ist unsere Firma, das ist unser Betrieb“, sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende. Eibl hat mit seinen Mistreitern auch die Vorbereitungen für das 100-jährige Bestehen getroffen, das am 31. Mai und am 1. Juni auf dem Gelände der EGA gefeiert wird.

Die drei Turbinen in der Wasserkraftanlage in Trucht laching sowie die Windkraftanlage bei Chemnitz haben 2018 mehr als zehn Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt und dabei 1,157 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Erlös bei der Wasserkraft liegt bei 660 000 Euro und der Erlös bei der Windkraft bei knapp 500 000 Euro. Vom Reingewinn in Höhe von 218 654 Euro sollen laut einstimmigem Beschluss 174 500 Euro in die Ergebnisrücklagen eingestellt werden und 44 160 Euro als Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet werden. ga

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