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RoMed will Mietvertrag nicht verlängern

Umbau in Priener Klinik - droht der Dialyse das Aus?

Bernd Gassenhuber ist Patient in der Priener Dialyse und macht sich Sorgen.
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Bernd Gassenhuber ist Patient in der Priener Dialyse und macht sich Sorgen.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Die Gerüchteküche um die Zukunft der Priener Dialyse brodelt und es ist tatsächlich was dran: Die Priener Dialyse muss wohl raus aus dem RoMed-Klinikum. Die Hintergründe und wie es für die Patienten weitergeht.

Prien – Für Bernd Gassenhuber wäre es eine Katastrophe. In Prien geht das Gerücht herum, dass die Dialyse im Priener RoMed-Klinikum schließen soll. Die OVB-Heimatzeitungen sind der Sache nachgegangen.

Dreimal in der Woche muss Gassenhuber nach Prien kommen und sich einer Dialyse unterziehen. Dort sitzt er dann viereinhalb Stunden, während sein Blut gereinigt wird. Ein zeitaufwendiges Prozedere für den 64-Jährigen. Zwar ist seine Anfahrt aus Bernau immerhin nicht so lange. „Aber was, wenn die Dialyse in Prien schließt und ich dann nach Rosenheim oder Altötting muss“, fragt sich Gassenhuber. Auf die Lebensqualität aber auch finanziell hätte das starke Auswirkungen, schließlich gebe es für die Fahrten nur einen Zuschuss und keine komplette Kostenübernahme.

Tatsächlich ist die Zukunft der Priener Dialyse derzeit ungewiss. Nach Auskunft der RoMed-Kliniken sei geplant, den mittleren Trakt des Klinikums zu erneuern. „Aktuell sind in diesem Gebäudetrakt unter anderem die Operationssäle, die radiologische Diagnostik, das Labor und die Klinikküche untergebracht“, so RoMed-Sprecherin Elisabeth Siebeneicher.

Keine Fördermittel bei Vermietung

In welcher Form ein Neubau realisiert und umgesetzt werden könne, werde derzeit geplant und ist mit den zuständigen Förderbehörden in Abstimmung. „Im Zuge der Realisierung der Baumaßnahme wird die Klinik eigene Flächen aus dem Gesundheitszentrum, welche heute nicht durch die Klinik selbst genutzt werden, einbringen müssen“, sagt die Sprecherin. Im Klartext: Die Mittel werden derzeit nicht genehmigt. Denn solange das Klinikum die modernen Räumlichkeiten im Gesundheitszentrum nicht selbst nutzt, sondern vermietet, fließt kein Geld. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um Fördermittel der Regierung von Oberbayern.

„Ausreichend Vorlauf“

Geplant sind die Maßnahmen laut Siebeneicher größtenteils ab 2025, „sodass damit für alle Beteiligten ausreichend Vorlauf gegeben sein sollte.“ Neben der Dialyse haben auch mehrere Praxen anderer Fachrichtungen dort ihren Standort. Aus Datenschutzgründen wolle RoMed aber nicht mitteilen, welche Mietverträge betroffen seien. So viel konnten die OVB-Heimatzeitungen erfahren: Mit den betroffenen Mietern habe man bereits das Gespräch gesucht, so Marco Weidemeier, kaufmännischer Leiter der RoMed-Klinik Prien. „Wir haben selbstverständlich ein Interesse daran, für unsere langjährigen Partner – in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Prien und dem Landkreis – gute Alternativen zu finden“, erklärt Weidemeier. Dies gelte auch für das Dialysezentrum, da es RoMed sehr wichtig sei, dass die Patienten rund um Prien weiterhin bestens versorgt werden können.

Nachgefragt bei Stefan Fuchs, kaufmännischer Leiter der Priener Dialyse: „Das Zentrum wird nicht geschlossen!“ Mehr will er am Telefon nicht sagen. Weitere Mieter, die die OVB-Heimatzeitungen angefragt haben, möchten sich nicht näher dazu äußern.

Der Priener Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) weiß um die schwierige Situation und steht in Kontakt mit der RoMed-Verwaltung. „Wir sind alle bemüht, eine tragfähige Lösung zu finden“, sagte Friedrich auf Anfrage.

Unterstützung falls Umzug nötig

Ebenso setzt sich der Rosenheimer Stimmkreisabgeordnete Klaus Stöttner (CSU) für den Fortbestand der Dialyse im Raum Prien ein. „Ich möchte das unterstützen, weil es für die Patienten enorm wichtig ist, dass die Dialyse hier vor Ort angeboten wird“, sagt Stöttner. Um die 1000 Patienten seien in Prien in Behandlung, daher sei der Standort enorm wichtig. „Außerdem bietet Prien auch einen tollen Ansatz für Nierenkranke, die im Urlaub Dialyse brauchen. „Ich bin zuversichtlich, dass wird das schaffen, und werde in jeder Hinsicht unterstützen, damit eine Dialyse vor Ort bleibt“, so Stöttner im Gespräch mit OVB.

Spezielle Immobilien

Bernd Gassenhuber macht sich als Patient dennoch Sorgen: „So eine Dialyse zieht man nicht einfach um, da braucht es ganz bestimmte Immobilien.“ Er hofft, dass der Gesundheitszustand der schwerkranken Patienten durch einen möglichen Umzug nicht zusätzlich belastet wird.

Gassenhuber hat großes Lob für das Team der Dialyse und hofft, dass es bestehen bleibt. Denn: „Hat man dieses Gefüge erst einmal zerschlagen, wird sich das Personal umorientieren. Ein Wiederaufbau wird sehr schwierig sein.“

Was bei der Dialyse passiert

Wenn die Nieren nicht mehr funktionieren, muss die Maschine ran, um das Blut von Giftstoffen zu reinigen. Da der Körper diese immer wieder produziert, muss die Dialyse regelmäßig durchgeführt werden. Entsprechend hängen auch die Beschwerden, die eine Dialyse notwendig machen, mit der Reaktion auf die Giftstoffe zusammen: Erbrechen, Übelkeit, fehlender Appetit, Juckreiz oder Kraftverlust können dafür Anzeichen sein.
Aber auch weitere Krankheitszeichen, wie eine Herzbeutelentzündung oder entzündete Haut, sehr stark erhöhte Harnstoff- und Kreatinin-Werte im Blut können eine Dialyse notwendig machen.
Bei der Hämodialyse, das auch als Blutwäsche mit Maschine bekannt ist, wird der Blutkreislauf des Patienten an eine „künstliche Niere“ angeschlossen. Dieses Gerät heißt Hämodialysemaschine und reinigt das Blut des Patienten. Die eigentliche Blutreinigung findet im Dialysator statt, dem Filter der Dialysemaschine. Der Patient bekommt einen Katheter in eine Vene, von der aus das Blut in den Hämodialysator geleitet wird. Die Dialyse kann jedoch eine echte Niere nicht vollständig ersetzen und nicht alle Giftstoffe aus dem Blut entfernen. Deshalb sammeln sich im Laufe der Jahre Stoffe an, die verschiedenen Komplikationen führen können. So bleibt vielen Menschen für eine dauerhafte Verbesserung ihres Zustandes nur eine Spenderniere. Allerdings gibt es in Deutschland viel zu wenige Organspender. Etwa 9000 Dialyse-Patienten warten derzeit auf eine Niere.
Quelle: Internisten im Netz

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