NEUGESTALTUNG DES BADEPLATZES

Chiemseepark Felden: Uferspitz-Kiosk schwebt durch die Lüfte

Uferspitz-Kiosk  am Chiemseepark Felden
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Vorsichtig hievte der Kran an seinem 26 Meter hoch ausgefahrenen Arm den Uferspitz-Kiosk um 180 Grad gedreht aufs neue Fundament.
  • Tanja Weichold
    vonTanja Weichold
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Kein unbekanntes Flugobjekt, sondern der Uferspitz-Kiosk schwebte am Montagnachmittag durch die Luft. Sowohl Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) als auch Kioskpächter Michael Nadles hielten kurz den Atem an, ob die alte Blockhütte aus der Zeit der stationierten US-Streitkräfte dies überstehen würde.

Bernau – Die Sorgen waren aber unbegründet. Nach stundenlangen Vorbereitungen und vor einer ganzen Reihe von Zuschauern hievte der 26 Meter hohe Kran den zehn Tonnen schweren Kiosk in wenigen Minuten unbeschadet zwölf Meter weiter auf das neue Fundament.

Mit Querstreben die Statik gesichert

Wie berichtet ist die Versetzung des Kiosk Teil der gesamten Neugestaltung des Chiemseeparks Bernau-Felden. Bürgermeisterin Biebl-Daiber sagte im Gespräch mit OVB, dass der Kiosk, der den US-Streitkräften früher als Lager diente, an der alten Stelle „geduldet“ gewesen sei. Mit der Versetzung und einer Baugenehmigung steht er nun auch rechtlich auf festem Fundament.

Schon am frühen Vormittag waren acht Arbeiter mit zwei Kränen eingetroffen und bereiteten den 150 Quadratmeter großen Kiosk auf seinen ungewöhnlichen Umzug vor. Laut Nadles verstrebten sie die Blockhütte im Inneren, um ihn zu stabilisieren. Auf beiden Längsseiten am Außendach brachten sie Pfetten an, wo später die vom Kran herabbaumelnden Ketten zum Hochheben eingehängt wurden.

Die letzten Zentimeter verlangen besonderes Fingerspitzengefühl

Kurz nach 14 Uhr war es dann soweit. Vorsichtig hob der Kranführer den Kiosk Zentimeter um Zentimeter in die Luft. Gespannt verfolgten die Zuschauer das Geschehen. Die Äste an den beiden Bäumen direkt neben dem bisherigen Standplatz knackten, doch blieben größere Schäden aus.

Zentimetergenau musste der Kiosk aufgesetzt werden.

Vorsichtig drehte der Kranfahrer die Blockhütte um 180 Grad, schwenkte sie mehrere Meter seitlich durch die Luft und senkte das Gebäude sachte auf das neue Fundament. Die letzten Zentimeter verlangte dies einiges an Fingerspitzengefühl und Millimeterarbeit, da das Fundament genau berechnet dem Umfang des Kiosks entspricht.

Pächter Nadles erklärte, dass der Kiosk innen Holzwände erhält und gemütlicher gestaltet wird. Die Außenfassade wird in heller Holzfarbe gestrichen. In einem neuen vier mal acht Meter großen Anbau entstehen noch neue Toilettenräume.

Umgestaltung des Chiemseeparks Bernau-Felden läuft gut

Biebl-Daiber berichtete, dass aus dem alten Kiosk-Standort zusätzliche Fläche als Badeplatz wird. „Mit viel Glück“ könnten die Außenanlagen rundum bis Saisonbeginn im Frühjahr fertig gestaltet sein. Überhaupt habe im Zuge der gesamten Umgestaltung des Chiemseeparks „bisher alles super geklappt.“

Hier entsteht noch ein Anbau mit neuen Toiletten.

Die alte Uferstraße sei bereits verlegt und die alte rückgebaut, der neue Radweg ist fertig und mündet in den Kiosk-Vorplatz, wo künftig die Tische und Bänke stehen. Die Radfahrer müssen hier absteigen oder langsam queren, auf der anderen Seite geht der Radweg weiter.

Radweg mündet in den Vorplatz

Der Bernauer Gemeinderat hatte bereits kurz über die Beschilderung diskutiert. Das von der Polizei vorgeschlagene Fahrrad-Verbotsschild fand allerdings wenig Gegenliebe. Vielmehr stellt sich Bürgermeisterin Biebl-Daiber ein Hinweisschild vor, dass um Rücksicht auf die Fußgänger bittet, wie sie sagte.

Flaschen und Münzen unter den Küchenschränken

Besonderes ist beim Ausräumen nicht zum Vorschein gekommen. Alte Flaschen, ein Leerrohr und so manche Münze lagen unter Küchenschränken und hinter Hohlwänden herum, wie der Pächter schilderte. Er freut sich jetzt auf die neue Saison und wünscht sich, zu Ostern öffnen zu können. Bis dahin erstrahlt der Kiosk auf jeden Fall in neuem Glanz.

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