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Gemeinderat in Übersee gibt grünes Licht für Anlage zum Training von Jugendlichen - Mehrere Auflagen

Übungsgelände für Motocross geplant

Übersee - Es werden nicht die schweren Motocrossräder sein, die künftig ihre Runden auf dem Übungsgelände Chiemseemoos ihre Runden drehen, sondern vielmehr die gedrosselten Maschinen der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen vier und 18 Jahren. Der Übungsplatz dient künftig, so die Planung, ausschließlich der Überseer Jugend im Allgemeinen Motor Sport Club (AMSC).

Das Konzept stellte Martin Heigenhauser vom AMSC in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vor. Nach langer Diskussion stimmten am Ende alle Räte bis auf Paul Reichl (CSU) und Hans Schönberger (Freie Bürgerliste) zu. Der Bau des Übungsgeländes kann beginnen.

Bürgermeister Marc Nitschke berichtete, dass sich Nachbarn, Anlieger, Jagdgenossenschaft und Bauernverband gegen dieses Vorhaben schriftlich und mündlich ausgesprochen hätten. Als Probleme hätten sie die Lärmbelästigung, den erhöhten Verkehr auf der nur für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr freigegebenen Straße und die Luftverschmutzung angeführt. Zudem sei von den Anliegern kritisiert worden, dass Jugendliche aus dem Einzugsbereich Südbayern hier fahren dürften.

Martin Heigenhauser vom AMSC erklärte, dass der Verein mittlerweile seit 60 Jahren bestehe und der Jugend eine Möglichkeit bieten wolle, in Übersee zu trainieren. Neben dem Motocrossfahren sollen die Kinder seinen Angaben zufolge auch den technischen Umgang mit dem Motorrad lernen, ihre körperliche Fitness trainieren und auch den Umgang mit der Natur erfahren. Heigenhauser betonte, dass das Gelände ausschließlich für die vereinseigenen Kinder und Jugendlichen geplant sei. Für Rennen- und Meisterschaften sei das Gelände ohnehin nicht geeignet. Lediglich kleinere Clubmeisterschaften seien vorgesehen.

Heigenhauser stellte auch die Trainer vor, darunter viele mit Rennerfahrung. Im bestehenden Stall, in den Pferdeboxen, können die Kinder ihre Motorräder parken. Heigenhauser verwies auf ein Lärmschutzgutachten, das darlege, dass der an den Nachbarhäusern ankommende Lärm unter den Grenzwerten liege. Um sie einzuhalten, werde es einen "MX-See Motocrosspass" geben. Nur dieser Ausweis berechtige die Jugendlichen, auf dem Gelände zu fahren.

Die im Plan eingetragenen 92 Parkplätze seien utopisch. Vielmehr werden laut Heigenhauser nur 20 bis 30 gebraucht - und zwar für die Mütter, die ihren Nachwuchs bringen oder beim Fahren zusehen wollen. Für Kinder, die sich selbst kein Motorrad leisten können, stehen Leihräder und Leihkombis zur Verfügung. Das Gelände sei etwa einen Hektar groß und könne günstig vom Verein gepachtet werden.

Derzeit seien acht bis zehn Kinder im Verein. Heigenhauser geht davon aus, dass nicht mehr als 30 Kinder künftig dieses Angebot nutzen. Die Haupttrainingszeiten werden sich auf einen Wochentag sowie an den Samstagen von 10 bis 17 Uhr von Mitte April bis Mitte November beschränken.

Rathauschef Nitschke sagte, das Projekt sei sicherlich für die Jugendlichen positiv zu werten. Doch müsse abgewogen werden, zumal berechtigte Einsprüche vorliegen. Kompromisse wie der Motocrosspass als Berechtigung zur Zufahrt zum Gelände sollten in den Beschluss miteinfließen. Wolfgang Hofmann (BP) betonte, dass immer Verkehr entstehen werde, auch wenn das Gelände anderweitig genutzt werde. Sofern die Lärmschutzwerte eingehalten werden, könne man nicht dagegen sein.

Die Bedenken der Bauern und der Jagdgenossenschaft sieht Hans Schönberger (FBL) durch die Erklärungen ausgeräumt. Allerdings habe er Probleme mit der Lärmbelastung, die bei den Häusern ankomme. Laut Bürgermeister sei auch dies untersucht worden. Der Lärmpegel sei unter den erlaubten Richtwerten anzusiedeln.

Franz Gnadl (SPD) sagte, dass Martin Heigenhauser für hervorragende und verantwortungsbewusste Jugendarbeit in der Gemeinde auch im Trachtenverein bekannt sei. Man dürfe die Übungsfahrten nicht mit dem Maisfeldrennen vergleichen, informierte Wolfgang Schustek (FBL), denn auf dem Übungsplatz fahren nur Kinder und das mit kleinen Motorrädern.

Der nur auf vier Jahre festgelegte Pachtvertrag ist für Paul Reichl (CSU) problematisch. Sollte das Gelände verkauft werden, bestünde immer noch die Genehmigung. Seiner Ansicht nach sollte sich der AMSC um ein Gelände bemühen, das länger gepachtet werden kann.

Mit den Auflagen, nur drei Veranstaltungen pro Jahr durchzuführen, einmal wöchentlich und einmal am Wochenende zu trainieren und die Zufahrt nur mit Berechtigungsschein zu passieren, genehmigte der Rat den Antrag. Zudem müsse sich der Betrieb tagsüber auf die Zeitspanne von 8 bis 20 Uhr beschränken. Die Grenzwerte für die Lärmbelästigung dürfen nicht überschritten werden. tb

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