Übersees neuer Bürgermeister Eberhard Bauerdick will „zuhören und Lösungen finden “

Eberhard Bauerdick ist ab 1. Mai Übersees neuer Bürgermeister. Gerade arbeitet er sich in Gesprächen in seine neue Aufgabe ein. re
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Eberhard Bauerdick ist ab 1. Mai Übersees neuer Bürgermeister. Gerade arbeitet er sich in Gesprächen in seine neue Aufgabe ein. re

Übersee - Eberhard Bauerdick, der neue Rathauschef in Übersee, spricht über sein neues Amt. Der Bauingenieur und Vater zweier erwachsener Kinder will sich als Bürgermeister vor allem der bedarfsgerechten Ortsplanung und den Themen Wohnen und Pflege vor Ort widmen. Der begeisterte Hobby-Fotograf zählt auf die Unterstützung seiner Familie und freut sich besonders auf zwischenmenschlichen Begegnungen.

Übersee – Ab 1. Mai heißt der Bürgermeister in Übersee Eberhard Bauerdick von der neuen Wählergruppe „Gemeinsam für Übersee“ (GfÜ). In einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen in der Stichwahl besiegte er mit 51,75 Prozent den bisherigen Amtsinhaber Marc Nitschke (CSU), der nur 48,25 Prozent auf sich vereinigen konnte. Mit der Chiemgau-Zeitung sprach Bauerdick über seine Pläne und Ziele für Übersee. Hier lebt gebürtige Nordrhein-Westfale, Vater zweier erwachsener Kinder, seit seiner Heirat im Jahr 1995.

Sie sind gelernter Zerspanungstechniker und studierter Bauingenieur. Am 1. Mai starten Sie mit dem Bürgermeisteramt einen beruflichen Neuanfang. Wie bereiten Sie sich darauf vor?

Eberhard Bauerdick: Seit Anfang April stehe ich in engem Kontakt zur Geschäftsleiterin der Gemeinde. Ich möchte die Amtsgeschäfte geordnet übernehmen können, was auch im Interesse meines scheidenden Vorgängers liegt. Deshalb haben wir uns bereits zu einen Gesprächstermin verabredet, bei dem ich über die wesentlichen, wichtigen und laufenden Obliegenheiten unserer Gemeinde informiert werde.

Gibt es so etwas wie einen Schulungskurs für Bürgermeister?

Bauerdick: Ja, solche werden von verschiedenen Akademien und Organisationen angeboten, Ich werde mir daraus die passenden Angebote aussuchen.

Was ist Ihre Motivation, in die Kommunalpolitik zu gehen?

Bauerdick: Mit Menschen zu sprechen, ihnen zuzuhören, um von Problemen und Schwierigkeiten zu erfahren und dann gemeinsam nach Lösungen zu suchen und diese umzusetzen.

Wie steht Ihre Familie zu der neuen Aufgabe?

Bauerdick: Meine Frau steht voll und ganz hinter der neuen Herausforderung, da sie bereits in die Entscheidung für eine Kandidatur einhundertprozentig mit einbezogen war.

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Was wird anfangs die größte Herausforderung für Sie sein?

Bauerdick: Sicherlich, mich in die vielen, wichtigen Themen einzuarbeiten, die ein Rathauschef beherrschen sollte. Darunter fallen einerseits die verwaltungstechnischen Abläufe und andererseits die Durchdringung von wichtigen laufenden Projekten in der Gemeinde.

Welches Thema oder Projekt wollen Sie in Übersee als Erstes anpacken?

Bauerdick: Es ist in meinen Augen zwingend notwendig, den bereits verabschiedeten Haushaltsplan der Gemeinde an die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie anzupassen. Sollten sich daraus geringere Schätzungen für die zu erwartenden Steuereinnahmen ergeben, sind die Prioritäten danach auszurichten. Gleichwohl können wir die Zeit nutzen, um die Ortsentwicklung der Gemeinde und verschiedene Projekte intensiv und bedarfsgerecht zu planen um dann, sobald wie möglich, die abgestimmte Umsetzung zu verwirklichen.

Wo liegen für Sie die Handlungsschwerpunkte in den nächsten Jahren?

Bauerdick: In der bedarfsgerechten Planung und Realisierung eines Senioren- und Pflegeheims sowie in der Lösung der Verkehrsprobleme am Seeufer und im Unterland. Dringend sind auch der Wohnungsbau, insbesondere der Sozialwohnungsbau und das Sportgelände.

Werden Sie auf dem eingeschlagenen Weg ihres Vorgängers weitergehen, oder haben Sie vor, irgendwo eine Kehrtwende zu machen?

Bauerdick: Natürlich werden wichtige, begonnene Projekte und Themen soweit wie möglich konsequent weitergeführt. Am Ende wird jedes Konzept einer Mehrheit im Gemeinderat bedürfen. Ganz besonders möchte ich mich jedoch dafür einsetzen, dass Übersee auch für die nachfolgenden Generationen eine schöne und lebens-werte Heimat bleiben wird.

Was würden Sie als Ihre Stärken und was als Ihre Schwächen bezeichnen?

Bauerdick: Gestaltungswille, Umsetzungsstärke, Offenheit und vor allem Empathie sind meine Stärken. Wenn meine Empathie von meinem Gegenüberteilweise ausgenutzt wird, erkenne ich das oftmals nicht rechtzeitig genug.

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Haben Sie Vorbilder und gibt es Menschen, mit denen Sie sich gern mal unterhalten würden?

Bauerdick: Generell schätze ich Menschen, die es mit ihrer offenen und gradlinigen Art immer wieder schaffen, Brücken zwischen verschiedenen Meinungen zu bauen, ihre eigenen Interessen hinten anzustellen und eigene Idee zu entwickeln. Treffen würde ich gerne einmal den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, den Kabarettisten Hannes Ringelstädter und Fußballprofi Thomas Müller.

Apropos Treffen: Wo, normale Umstände vorausgesetzt, trifft man Sie in Ihrer Freizeit?

Bauerdick: Zusammen mit meiner Frau gehe ich gerne in die Berge und unternehme lange Spaziergänge durch unsere Landschaft und unseren Ort. Darüber hinaus liebe ich das Fotografieren, Discofox-Tanzen, mit Freunden gehe ich normalerweise gern zu regionalen Sport- oder Blasmusikveranstaltungen.

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Die Corona Krise hat uns leider noch alle fest im Griff. Sehen Sie in dieser Krise auch positive Aspekte?

Bauerdick: Ich habe das Gefühl, dass sich die Natur gerade intensiv erholen und regenerieren kann und auch die Menschen wieder enger zusammenrücken.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre dies?

Bauerdick: Dass die Menschheit von Neid und Missgunst befreit würde.

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