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Projekt für erneuerbare Energien

Sonnenacker mit Bodenfrüchten: Landwirtschaft und Photovoltaik sollen in Übersee Hand in Hand gehen

Landwirtschaft und Sonnenstrom unter einem Hut: So wie diese Anlagen in Heggelbach am Bodensee könnte auch die Installation in Übersee ausschauen.
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Landwirtschaft und Sonnenstrom unter einem Hut: So wie diese Anlagen in Heggelbach am Bodensee könnte auch die Installation in Übersee ausschauen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Die Energiewende soll vorangetrieben werden. Die Ökomodellregion Achental plant dazu ein besonderes Projekt in Übersee.

Übersee – Solar auf Ackerflächen: In der Gemeinde Übersee schickt sich der Verein Ökomodell Achental an, auf mehren Flächen in ihrer Gemarkung sogenannte Agri-Fotovoltaikanlagen zu installieren. Die Solarmodule bieten einen Vorteil: Sie schließen eine landwirtschaftliche Nutzung der Flächen nicht aus.

Rund acht Hektar Flächen

Das Projekt soll das gemeinsame Energiekonzept der neun Mitgliedsgemeinden der Ökomodellregion Achental ergänzen, berichtet deren Geschäftsführer Wolfgang Wimmer. Mit der Anlage will man auch einen Bogen zwischen der landwirtschaftlichen und energetischen Nutzung von Ackerflächen spannen, ohne dass eine Sache die andere ausschließt.

Auch wenn das neue Vorhaben zunächst austesten soll, ob das Konzept aufgeht: Auf Flächen von insgesamt acht Hektar südlich der A8 im östlichen Teil der Gemeinde sollen die Anlagen entstehen. Den Standort habe man auch aufgrund einer Besonderheit der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gewählt, der Vorhaben an Verkehrswegen bevorzuge, um den Eingriff in das Landschaftsbild zu minimieren.

Leistung von drei Megawatt

Die Anlagen würden, sollten alle Planungen aufgehen, eine Leistung von drei Megawatt erzeugen. „Diese Leistung deckt den Stromverbrauch von etwa 900 Haushalten“, erklärt Wimmer. Die Energie soll in das allgemeine Stromnetz fließen, dafür wiederum eine Gebühr der Netzbetreiber an den Stromerzeuger. In der Nähe der derzeit geplanten Flächen gebe es eine solche Einspeisemöglichkeit, und mit dem zuständigen Netzbetreiber Bayernwerk stehe man derzeit hierüber in Verhandlung.

Wie auch mit jenen Behörden, deren Einvernehmen für das Projekt vonnöten ist. Denn die vorgesehenen Flächen befänden sich sowohl in einem Landschaftsschutzgebiet, im Uferschutzbereich des Chiemsees wie auch in einem Hochwasserschutzbereich. „Unser Ziel wäre, bis zum Sommer Klarheit zu haben“, sagt Wimmer. Geben die Behörden grünes Licht, will man an das Bauleitverfahren ran, um die rechtlichen Rahmenbedingen zu schaffen, die Anlage in einem Sondergebiet Energieerzeugung installieren zu dürfen. Frühestens im Herbst kommenden Jahres rechnet er damit, mit den Arbeiten beginnen zu können.

Weiter für Ackerbau und Gründlandbeweidung nutzbar

Kommt es dazu, nähmen die Solarpaneele nur zehn Prozent der Flächen ein, wie Wimmer erläutert. Damit bliebe ein Großteil des Geländes weiterhin für Ackerbau oder Grünlandbeweidung frei. Dennoch müssten auch die Landwirte mit bestimmten Restriktionen leben. So dürfe der Gülleaustrag etwa nur in Bodennähe erfolgen, um die Anlagen nicht zu verschmutzen.

Auch mit Traktoren müssten die Landwirte etwas vorsichtiger auf die Felder fahren, um Rempler und damit Schäden an der Solaranlage zu vermeiden. Da es sich bei den derzeit ausgesuchten Feldern um Privatgrund handle, dürfte das eine Selbstverständlichkeit sein.

Wirtschaftlich soll das Projekt als GmbH und Co KG firmieren. Eine Rechtsform, die sich in diesem Bereich bewährt habe, wie Wimmer findet. Und bei der man sich auch finanziell am Vorhaben beteiligen kann. In diesem Fall als Kommanditist, der nur mit seiner Einlage in die Kommanditgesellschaft haftet.

Nicht auf Vorhaben ausruhen

Mit der Agri-Fotovoltaik beschäftigt sich unter anderem das Frauenhofer Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg. Dort schätzt man die mögliche Leistung solcher Anlagen auf rund 1700 Gigawatt, würden alle hierfür geeigneten Flächen in Deutschland genutzt.

„Die Gemeinde steht der Sache positiv gegenüber“, sagt Übersees Rathauschef Herbert Strauch (FBL) zum Vorhaben der Ökomodellregion Achental. Jedoch mahnt der Rathauschef auch, sich nicht auf diesen Vorhaben auszuruhen. Gemeint ist, dass auch jeder Einzelne sein Scherflein dazu beiträgt. Sei es dadurch, dass er Energie einspart oder selbst eine Solaranlage auf seinem Haus installiert. Dabei geht Strauch mit gutem Beispiel voran. Er habe jüngst die 100.000. Kilowattstunde Strom mit seiner Fotovoltaikanlage produziert.

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