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Offizieller Start bei der Aktionärsversammlung – Traditionsgasthaus wieder geöffnet

Übersee: Gschwendner-Buam übernehmen Wirtshaus D‘Feldwies

Das neue Team im Wirtshaus D’Feldwies: Pächter Vincent Gschwendner, Koch Benjamin Heydt, Restaurantleiter Fabio Rinser und Pächter Benedikt Gschwendner (von links).
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Das neue Team im Wirtshaus D’Feldwies: Pächter Vincent Gschwendner, Koch Benjamin Heydt, Restaurantleiter Fabio Rinser und Pächter Benedikt Gschwendner (von links).
  • VonKlaus Bovers
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Das Wirtshaus „D’Feldwies“ in Übersee war zehn Wochen geschlossen. Seit der Aktionärsversammlung am Josefitag jüngst ist es wieder geöffnet – mit zwei neuen Pächtern.

Übersee – Die „Gschwendner-Buam“ – Söhne von AG-Vorstand Wolfgang Gschwendner – haben übernommen und wie die Aktionäre und die Gemeinde Übersee als Eigentümerin mehrere zehntausend Euro in die Ausstattung investiert. Bei den Neuwahlen wurde Übersees Bürgermeister Herbert Strauch in den dreiköpfigen Aufsichtsrat gewählt.

Bürger krempelten die Ärmel hoch

Vor knapp zwanzig Jahren stand das 450 Jahre alte Dorfwirtshaus über viele Jahre leer, es drohte der Abriss. Doch das Baudenkmal überlebte; weil es die Gemeinde Übersee im Jahr 2003 kaufte. Bürger retteten es mit viel ehrenamtlichem Arbeitseinsatz vor dem Verfall und sanierten es von Grund. Am Ende fehlte aber das Kapital für den Betrieb einer Wirtschaft – bis der Traunsteiner Anwalt Wolfgang Gschwendner eine Idee hatte.

In Übersee aufgewachsen erinnert er sich im Gespräch mit unserer Zeitung Jahre später an diese Zeit: „Die Feldwies war unser Treffpunkt, als wir jung waren, so was gibt man nicht so einfach auf!“ Also nutzte er seine vielen guten Kontakte und gründete mit anderen Privatleuten eine Aktiengesellschaft. Manche hielten das damals für Spinnerei, doch die Aktien im Wert von 100 Euro gingen weg wie die sprichwörtlichen „warmen Semmeln“.

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Rund 1500 Aktionäre aus aller Welt investierten mit über 2700 Aktien in die originelle Idee aus dem Chiemgau und 2004 konnte das traditionelle Wirtshaus wieder eröffnet werden. Die Idee einer AG zur Rettung von Gasthäusern wurde anderswo in Bayern kopiert, doch nirgends hat sie so dauerhaft überlebt, wie bei der Feldwies.

Professionell und originell zugleich war sie trotzdem nicht vor den Belastungen der letzten zwei Jahre geschützt. Wegen der harten Einschränkungen in der Pandemie gab Pächterin Beate Stangl im Dezember 2021 auf. Zwölf Jahre hat sie als engagierte Wirtin dafür gesorgt, dass D’Feldwies sich als traditionelle bayerische Dorfwirtschaft über den Chiemgau hinaus einen Ruf erwarb.

AG-Vorstand Wolfgang Gschwendner sagt im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen: „So was gibt man nicht so einfach auf.“ Das sehen offenbar auch seine beiden Söhne Vincent und Benedikt so. Beide hatten schon als Teenager bei jeder Gelegenheit in Übersee gerne an der Schank ausgeholfen, sich „etwas hinzuverdient,“ wie Vincent sich erinnert.

Vincent arbeitet seit zehn Jahren in der Gastronomie und ist seit 2019 Pächter des Hafenwirt in Seebruck. Zusammen mit seinem Bruder Benedikt, Anwalt in der Kanzlei seines Vaters, gründete er eine GmbH und so konnten bei der Jahreshauptversammlung rund 200 Aktionäre die „Gschwendner-Buam“ als neue Wirte begrüßen.

Traditionell am Josefitag trafen sich die Aktionäre heuer nach drei Jahren erstmals wieder in ihrer Feldwies. Um 11 Uhr war Beginn, auf dem Parkplatz sah man Auto-Kennzeichen aus München, Passau, Altötting und von noch weiter weg. Doch auffällig waren die vielen Aktionäre zu Fuß, eindeutig Nachbarn von nebenan und sicher auch Stammgäste.

Sanierung von Küche und Elektrik

In der Versammlung wurden die aktuellen Investition bekannt gegeben. Küche und Elektrik benötigten eine gründliche Sanierung, darum hat die AG 60 000 Euro beigesteuert, die GmbH der Gschwendner-Buam weitere 80 000 und die Gemeinde Übersee als Eigner des Gebäudes noch einmal 60 000.

Im Wirtshaus D’Feldwies geht es weiter, frisch gerüstet für die Zukunft. Und die soll, das betonten die neuen Wirte, nach wie vor der Tradition als Treffpunkt für das Dorf- und Vereinslebens gewidmet sein. Die wieder gewählten Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand, Prof. Herbert Kraus und Wolfgang Gschwender, wickelten routiniert den formalen Teil der Versammlung ab. Übersees Bürgermeister Herbert Strauch zapfte zwischendurch ein 80-Liter-Fass an. Die AG stiftete Weißwurst und die Aktionäre verzehrten ihre Dividende à la carte.

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