Übersee: Diebe in Zeiten von Corona - Polizei warnt vor Trickbetrügern aller Art

Männer in Schutzanzügen sollen durch Übersee marschiert sein. Ob es sich um Trickbetrüger oder Bürger mit Vorsichtsmaßnahmen handelt, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Die Polizei warnt aber vor Schindluder und empfiehlt sicherheitshalber den Anruf unter 110. dpa
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Männer in Schutzanzügen sollen durch Übersee marschiert sein. Ob es sich um Trickbetrüger oder Bürger mit Vorsichtsmaßnahmen handelt, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Die Polizei warnt aber vor Schindluder und empfiehlt sicherheitshalber den Anruf unter 110. dpa

Eigentlich sollte man meinen, dass der Kampf gegen den gemeinsamen Feind Corona zusammenschweißt oder zumindest für eine große Solidarität unter den Menschen sorgt. Ist ja auch meistens der Fall, wie man in vielen Chiemgau-Gemeinden an der Welle der Hilfsbereitschaft ablesen kann.

von Martin Tofern

Übersee – Und doch findet sich so mancher Übeltäter, der glaubt, seine Mitbürger selbst in so einer Krise übers Ohr hauen zu können.

Schutzanzüge im Einsatz bei Bauernfängerei

So könnten potenzielle Täter auf die Idee kommen, weiße Schutzanzüge anzuziehen, sich als Mitarbeiter eines Gesundheitsamtes auszugeben und sich – unter dem Vorwand, in Sachen Corona unterwegs zu sein – so Zugang zu Privathäusern zu verschaffen und den Haushalt auszurauben. Das jedenfalls befürchteten wohl Leser der Chiemgau-Zeitung in Übersee. Sie wollen solche weißen Männer gesehen haben und alarmierten die Polizei. Doch der Verdacht hat sich nach Angaben der Polizei nicht bestätigt, kein fremder Mensch in einem weißen Anzug hat an irgendwelchen Türen geklingelt und sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgegeben.

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Würde das Gesundheitsamt denn überhaupt Mitarbeiter in die Wohnung schicken, um Corona-Tests durchzuführen? „Nein, auf so eine Idee würde bei uns niemand kommen“, sagt Michael Reithmeier, Sprecher des Gesundheitsamts in Traunstein. „Das kann ich grundsätzlich dementieren“, so Reithmeier weiter. Denn so ein Abstrich für einen Test auf Corona muss unter extrem hygienischen Bedingungen durchgeführt werden, damit sich zum Einen niemand ansteckt und zum anderen die Probe nicht verunreinigt wird. Kaum jemand käme also auf die Idee, so etwas an der Wohnungstür zu versuchen.

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Bei der Polizei gibt es bislang auch noch keine Hinweise auf derartige Hausbesuche. „Wenn das ein riesengroßer Hype wäre, dann hätten wir das mitbekommen“, sagt Carolin Hohensinn, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim.

„Am allerhäufigsten ist der Enkeltrick“, sagt sie. Die Masche geht so: Der Täter ruft in der Wohnung eines älteren Menschen an und gibt sich, nicht zu erkennen. Der Angerufene glaubt, den Enkel am Apparat zu haben und fragt vielleicht: „Max, bist Du’s?“ Was der Anrufer natürlich bejaht. Er verwickelt den Gesprächspartner in ein langes Telefonat, schildert eine angebliche Notsituation und bittet den Arglosen, eine bestimmte Summe Geld an einem Ablageort zu hinterlegen. „In so einem Fall bitte unbedingt auflegen und anschließend sofort 110 anrufen“, rät Sprecherin Hohensinn.

Im Zweifelsfall gilt: die Nummer 110 anrufen

Eine zweite Masche geht so: Jemand klingelt an der Haustür, gibt sich als Mitarbeiter der Kripo aus und erklärt, diese Adresse stehe auf einer Liste möglicher Diebe. Der falsche Kripo-Beamte bietet dann an, Geld und Wertgegenstände vorübergehend in Gewahrsam zu nehmen. Ob vermeintliche Kripo-Beamte oder Mitarbeiter des Gesundheitsamts: Die Polizei rät, niemanden in die Wohnung zu lassen. „Wenn so etwas ist, dann sofort die Polizei unter 110 anrufen“, rät Hohensinn. „Lieber kommen wir einmal zu viel als zu einmal zu wenig!“

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