Überschwemmungen: Dauerregen führt im Kreis Traunstein zu Feuerwehr-Einsätzen

Zwischen Unterwössen und Schleching stand die B 307 rund 40 Zentimeter unter Wasser und war zeitweise gesperrt. Wunderlich

Der anhaltende, teils kräftige Regen im Landkreis Traunstein hat in den frühen Morgenstunden am Montag zu mehreren Feuerwehreinsätzen geführt. In der Alz bei Trostberg fanden Rettungskräfte eine tote Frau. Zwischen Marquartstein und Schleching waren mehrere Personen in ihren Fahrzeugen eingeschlossen.

Schleching/Trostberg – Gegen 7.40 Uhr wurde die Leitstelle in Traunstein über eine in der Alz treibende Person informiert. Umgehend wurde ein Großaufgebot an Rettungskräften von DLRG und Wasserwachten, des Rettungsdienstes vom Bayerischen Roten Kreuz, der Polizei und mehreren Feuerwehren an der Alz alarmiert. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. In einer groß angelegten Suche auf dem Wasser und am Uferbereich der Alz wurde seitens der Retter alles unternommen, um die Person zu retten.

Notarzt kann nur noch den Tod feststellen

Gegen 8.20 wurde die Frau nahe dem Tachertinger Wehr entdeckt und von der Feuerwehr Tacherting ans Ufer gebracht. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Zur Identität der Leiche konnte die Polizei am Montagnachmittag noch keine Angaben machen.

+++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Seit dem späten Sonntagabend hatte es in der Region anhaltend geregnet. Um 3.30 Uhr wurde die Feuerwehr Siegsdorf zu einem Baum über der Fahrbahn an der Heutauer Senke alarmiert. Die Feuerwehr Unterwössen musste unterdessen eine Fahrbahnüberflutung im Ortsteil Neuschmied auf Höhe des dortigen Sägewerks Ager beseitigen. Mitarbeiter des Sägerwerks hatten das Holz von einem Lagerplatz in Sicherheit gebracht, damit es vom Wasser nicht weggeschwemmt wird. Am Ausleistungswerk in Unterwössen wurden die Wassermassen in Richtung Flugplatz geleitet. Die Straßen, die auf dem Weg lagen, den sich das Wasser durch die offenen Flutmulden bahnte, wurden überschwemmt und waren für mehrere Stunden nicht passierbar.

Lesen Sie auch:

Reit im Winkl startet Hochwasserschutz

Hochwasserschutz an Tiroler Achen: Kritik an ausgeräumter Landschaft

In Schleching wurde die Gemeinde am Montagmorgen informiert, das die Hochwasser-Meldestufe II herrscht. Die Mitarbeiter des Bauhofs hatten daraufhin die Gemeindestraße bei Raiten, die bereits unter Wasser stand, gesperrt. Die B 307 bei Donau, die rund 40 Zentimeter hoch unter Wasser stand, wurde vom staatlichen Bauamt gesperrt.

Die Feuerwehr Schleching war in Alarmbereitschaft. Gegen 8 Uhr ging dann ein Notruf ein, dass ein Kleintransporter und zwei Autos in Höhe Donau auf der B 307 wegen der Überflutung nicht weiterkamen. Da die Autos nicht mehr fahrtüchtig waren, der Pegel immer höher stieg, wurden sie von der Feuerwehr in Wathosen aus dem Wasser geschoben und dann von einem Abschleppwagen abtransportiert.

Feuerwehr hilft mit Sandsäcken aus

In einem Beherbergungsbetrieb im Marquartsteiner Ortsteil Geisenhausen drohte Wasser ins Gebäude zu laufen. Hier half die Feuerwehr mit Sandsäcken aus. Nahe einer Rehaklink im Ortsteil Geisenhausen drohte ein geparktes Rollstuhltransportfahrzeug von den Wassermassen der Tiroler Ache weggespült zu werden. Die Feuerwehr hat das Fahrzeug gesichert und aus dem Gefahrenbereich entfernt. Menschen waren an dieser Stelle nicht in Gefahr.

Durch den Dauerregen war der Pegel der Tiroler Achen über Nacht sprunghaft angestiegen. Die Prognose bewegte sich am Montag zeitweise in Richtung Meldestufe drei von vier. Dann war der Pegel nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes Bayern aber rasch wieder um rund zwei Meter gefallen.

In Reit im Winkl war die örtliche Feuerwehr ebenfalls zu einigen Einsätzen gerufen worden. Hier handelte es sich um vollgelaufene Keller und überflutete Straßen im Gemeindebereich. Im Verlauf des Montagvormittages ließ der Regen dann wie erwartet nach. Damit ging auch die Alarmierungszahl spürbar zurück, sodass bis zum späten Vormittag des Montags alle Einsatzstellen der Landkreisfeuerwehren abgearbeitet waren. wun/lfl

Kommentare