AUSFLÜGE TROTZ CORONA

Foto von dicht besetztem Chiemsee-Schiff macht im Netz die Runde - Das steckt dahinter

Dicht an dicht schienen die Ausflügler am Wochenende auf den Chiemsee-Schiffen zu sitzen. Doch laut Geschäftsführer Michael Feßler war die Zahl der Passagiere stark begrenzt, die Schiffs-Innenräume „nahezu leer“.
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Dicht an dicht schienen die Ausflügler am Wochenende auf den Chiemsee-Schiffen zu sitzen. Doch laut Geschäftsführer Michael Feßler war die Zahl der Passagiere stark begrenzt, die Schiffs-Innenräume „nahezu leer“.
  • Elisabeth Sennhenn
    vonElisabeth Sennhenn
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Verwunderung herrschte am Wochenende über augenscheinlich gut belegte Chiemsee-Schiffe. Um dem Andrang an Ausflüglern Herr zu werden, wich die Schifffahrt vom bisherigen Notfallplan ab. Doch für sie gelten besondere Regeln, und davon wiederum profitieren die Tagestouristen.

Prien – Das Foto, das ein Leser den OVB-Heimatzeitungen schickt, ist alarmierend: Am Wochenende, so scheint es auf dem Bild, drängelten sich Tagesausflügler auf den Chiemsee-Schiffen. Auch auf Facebook machte das Foto die Runde. Nutzer fragten sich verwundert, warum dann nicht auch Skilifte laufen dürften.

Ein Dilemma für die Schifffahrt

Michael Feßler, Geschäftsführer der Chiemsee-Schifffahrt, bemüht sich gegenüber den OVB-Heimatzeitungen um Schadensbegrenzung: „Weil das Wetter so schön war, saßen die allermeisten Gäste auf dem Freideck, die Innenräume der Schiffe waren nahezu leer.“ Es gelte nach wie vor der Corona-Notfallfahrplan, der vorsieht, dass alle zwei Stunden ein Schiff fährt. „Konkret stehen wir vor einem Dilemma“, schildert Feßler: „Eigentlich sollten die Menschen zuhause bleiben und Ausflüge unterlassen. Allerdings ist Spazierengehen und die Nutzung von Öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt.“ Zu diesen zählt die Chiemsee-Schifffahrt, weil sie auch die Insulaner übersetzt. Insofern, sagt Feßler, könne sie Ausflüglern nicht den Zutritt verwehren.

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Kaum Abstand, aber FFP2-Masken

Kommen die Gäste zahlreich, habe man sich entschieden, besser zwei größere Schiffe einzusetzen. Diese können normalerweise 755 beziehungsweise 795 Personen befördern, doch laut Feßler lasse man momentan nur maximal 60 Prozent dieser Kapazitäten an Bord. „Am Wochenende waren beide jeweils nicht einmal halb besetzt“, versichert der Geschäftsführer.

Auch warum die Passagiere recht nah beieinander sitzen durften, hat einen Grund: „In der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ist geregelt, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln die Abstände nicht immer eingehalten werden können und FFP2-Masken zu tragen sind. Die Maskenkontrolle findet bei uns beim Einstieg statt.“

Kontrolliert hat am Wochenende auch die Priener Polizei an den beliebten Uferwegen, am Hafen, auf den Stegen und an den Ausflugsparkplätzen. Das Fazit: „Gerade die Uferwege waren sehr voll.“ Aber: „Es herrschte kein Ausnahmezustand, es gab schon andere Tage.“ Größere Verstöße gegen Pandemie-Auflagen habe es nicht gegeben.

Die schwierige Suche nach einem Parkplatz

Gedränge herrschte auch auf den Parkplätzen an den Chiemsee-Ufern: Chiemgauer Facebook-Nutzer waren am Samstag und am Sonntag damit beschäftigt, sich gegenseitig über die Parkplatzsituation auf dem Laufenden zu halten. So meldete der Account „Chiemseestrand-Parkplatz“ am Samstagnachmittag einen hohen Besucherandrang in der Feldwieser Bucht. Am Sonntag um 13.15 Uhr, dass alle Plätze belegt seien. Ein ähnliches Bild ergab sich auch an anderen Buchten, etwa in Chieming und Gstadt.

Vor dem Ausflug schlau machen

Von den zahlreichen Parkplätzen rund um den Chiemsee informieren nur die wenigsten online über die aktuelle Auslastung. Diese drei bieten einen Anhaltspunkt, ob sich die Anfahrt lohnt: Der Parkplatz Chiemsee-Schifffahrt, Prien, der Parkplatz der Schifffahrt in Gstadt und die Seite „Chiemseestrand Parkplatz“ auf Facebook.

Sich kurz vor dem Aufbruch an den Chiemsee zu informieren, ist also gerade im Lockdown wichtig.

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