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Erschließung kostet 730000 Euro

Über 70 Wohnungen im neuen Grabenstätter Baugebiet

Am südöstlichen Ortsrand von Grabenstätt soll auf einer gut 1,5 Hektar großen Fläche zwischen Tüttenseestraße und Höringer Straße ein Baugebiet mit Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern entstehen.
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Am südöstlichen Ortsrand von Grabenstätt soll auf einer gut 1,5 Hektar großen Fläche zwischen Tüttenseestraße und Höringer Straße ein Baugebiet mit Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern entstehen.
  • VonMarkus Müller
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Wohnungen sind gefragt. Die Gemeinde Gemeinderat bereitet sich auf ein großes Bauprojekt im neuen Baugebiet Tüttenseestraße vor.

Grabenstätt – Einstimmig mit 16:0 Stimmen hat der Gemeinderat die Erschließungsplanung für das künftige Baugebiet „Tüttenseestraße“ anerkannt. Am südöstlichen Grabenstätter Ortsrand sollen auf einer gut 15 000 Quadratmeter großen Fläche zwischen der Tüttenseestraße und der Höringer Straße acht Mehrfamilien-, vier Doppel- und fünf Einfamilienhäuser mit insgesamt 71 Wohneinheiten entstehen.

Bereich zur Verkehrsberuhigung

Bauingenieur Alexander Sextl hatte den Räten den Planentwurf vorgestellt. Ihm zufolge werde die 235 Meter lange Erschließungsstraße 5,33 Meter breit sein und an den Parkplatz-Bereichen sogar eine Breite von 6,33 Meter aufweisen. Den Straßenrand will man in Absprache mit Granitzeilern einfassen sowie über die Homburger Kante das Wasser führen und ableiten. Die asphaltierte Erschließungsstraße wird auf halber Strecke von einem gepflasterten Bereich zur Verkehrsberuhigung unterbrochen sein.

Der geplante Schmutzwasserkanal soll an den bestehenden Kanal nordöstlich in der Tüttenseestraße angeschlossen werden. Die Länge des Hauptkanals beträgt circa 215 Meter. Etwas schwieriger gestalte sich das Ganze laut Sextl bei der Oberflächenentwässerung, da man es im Erschließungsgebiet mit „inhomogenen Baugrundverhältnissen“ zu tun habe. Die Kiesschicht im Osten weise eine geringere Mächtigkeit auf als im Westen, außerdem sei im Osten ein höherer Grundwasserspiegel zu erwarten.

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Sextl zufolge diene das Baugrundgutachten als Grundlage für die Entwässerungsplanung und man gehe hier in enger Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Traunstein vor. Für eine funktionierende Oberflächenentwässerung an der Erschließungsstraße benötige man bei stärkeren Regenereignissen einen Regenrückhalt. Im Westen erfolge die Versickerung dank der vorteilhaften Bodenverhältnisse in das Grundwasser. Nach der natürlichen Vorreinigung über eine belebte Bodenzone werde das Oberflächenwasser in ein oberirdisches zehn mal 24 Meter großes Sickerbecken eingeleitet und man plane, so Sextl, einen Notüberlauf in eine unterirdische Kies-Rigole am südwestlichen Rand des Baugebietes.

„Für die Oberflächenentwässerung der Dächer und Zufahrten brauchen wir ebenfalls einen Regenrückhalt, um das Wasser bei stärkeren Regenereignissen langsam ins Grundwasser versickern zu lassen“, so Sextl. Die Vorreinigung erfolge über einen Absetzschacht und die Versickerung über eine weitere unterirdische Kies-Rigole.

Schmutzwasserkanal und Straßenbeleuchtung kosten extra

Gemäß der aktuellen Kostenschätzung des Ingenieurbüros Sextl belaufen sich die Gesamtkosten für die Erschließung auf 730 000 Euro netto. Hinzu kommen unter anderem der Schmutzwasserkanal mit 46 000 Euro und die Straßenbeleuchtung mit 24 000 Euro.

Von Zweitem Bürgermeister Andreas Danzer (FW) auf die nicht unerheblichen Kosten angesprochen, meinte Bürgermeister Gerhard Wirnshofer (BG), dass der hohe Ansatz der Situation an der Tüttenseestraße geschuldet sei. Mit den dargestellten Maßnahmen einer geordneten Oberflächenentwässerung wolle man für alle Beteiligten „eine größtmögliche Sicherheit“ schaffen.

Lösungen für Starkregen

Man werde auch hier eine Lösung finden, versicherte Wirnshofer Dr. Martin Brunnhuber (BG), der davor gewarnt hatte, dass bei Starkregen die geplanten Tiefgaragen volllaufen könnten. Im Zuge steigender Materialpreise könnten die Baukosten tatsächlich noch etwas steigen, beantworte Sextl eine Frage von Waltraud Hübner (CSU).

Der Baubeginn ist noch nicht festgelegt. Nach der Ausschreibung und Abstimmungen mit dem Wasserwirtschaftsamt könnte es aber im Frühjahr beziehungsweise im Frühsommer soweit sein, so der gemeindliche Geschäftsleiter Peter Lex auf Nachfrage.

Gemeinde und privater Investor wollen über 70 Wohnungen bauen:

Zwei Drittel des Baugebiets „Tüttenseestraeße“ waren im Jahr 2018 von der Gemeinde und ein Drittel von der Firma ImmoPlus GmbH um Geschäftsführer Sebastian Daxeder aus Kolbermoor gekauft worden. Das angedachte Baugebiet besteht aus drei Nutzungszonen. In der gemeindlichen Zone sind Geschosswohnungsbau mit zwei Acht-Familienhäusern für maximal 16 Wohneinheiten, vier Doppelhäuser mit acht Wohneinheiten und fünf Einfamilienhäuser mit fünf Wohneinheiten vorgesehen.

Auf dem „Daxeder-Areal“ der Firma ImmoPlus ist Geschosswohnungsbau mit drei Acht-Familienhäusern und drei Sechs-Familienhäusern für insgesamt 42 Wohneinheiten vorgesehen. Für die Gemeinschaftszone plant man einen Quartiersplatz und einen Spielplatz. Die durch das Neubaugebiet verlaufende Anliegerstraße soll an die Höringer Straße und die Tüttenseestraße angeschlossen werden, inklusive Anschlussmöglichkeit für eine etwaige Osterweiterung. Die Gemeinde hat die Fläche vor allem deswegen gekauft, um ortsansässigen Bürgern und Familien die Möglichkeit zu eröffnen, Bauland zu relativ günstigen Konditionen käuflich zu erwerben.

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