BUND UNTERSTÜTZT WALDERHALTUNG

Über 61.000 Euro Förderung für den Traunsteiner Stadtforst

Ein beliebter Naherholungsraum: der Traunsteiner Stadtforst. Um ihn erhalten zu können, bekam die Stadt eine Waldprämie.
+
Ein beliebter Naherholungsraum: der Traunsteiner Stadtforst. Um ihn erhalten zu können, bekam die Stadt eine Waldprämie.

Für den Klimaschutz sind sie unabdingbar: Wälder. Auch der Traunsteiner Stadtforst leistet dazu seinen Beitrag. Dies will nun auch der Bund fördern.

Traunstein – Eine erfreuliche Nachricht gibt bei der Stadt Traunstein ein: Der Stadtforst erhält vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Prämie in Höhe von 61 529 Euro. Der Betrag soll für den Erhalt und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder verwendet werden.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und Stadtförster Gerhard Fischer freuen sich über diese Prämie, ist doch auch der Traunsteiner Stadtforst vom Klimawandel betroffen. Insbesondere die Auswirkungen der trocken-heißen Jahre 2017 bis 2019 sind immer noch spürbar.

Lesen Sie auch:

Aufgestockte Förderprämie führt zu Rekordzahlen bei E-Autos

Obwohl Traunstein verhältnismäßig gut durch diese Phasen gekommen ist, wie Fischer berichtet, musste auch der Landkreis „einen deutlichen Rückgang bei den Regenmengen“ verzeichnen. Hauptsächlich Fichten, aber auch fast alle anderen wirtschaftlich interessanten Baumarten sind geschädigt, wodurch sehr viel Schadholz angefallen ist. Dies führte inzwischen zu einem Zusammenbruch des Holzmarktes, der alle Forstbetriebe betraf. Die Waldprämie soll helfen, die Betriebe vor dem Ruin zu bewahren und die Klimaschutzleistungen der Wälder aufrechtzuerhalten.

Nutzung für „Umbau“

Das Geld wird für den „Umbau“ der Traunsteiner Waldgebiete mit standortangepassten, heimischen Mischbaumarten wie Buchen und Tannen, aber auch mit heimischen Baumarten aus wärmeren Zonen Bayerns (Eichen, Hainbuchen und Elsbeeren) sowie Testanbauten mit schon länger eingeführten oder neu entdeckten ausländischen Arten (Nussarten, Mammutbaumarten, Douglasien) verwendet. Laut Fischer wird sich der Schutz und die spätere Pflege dieser Arten noch über einen längeren Zeitraum hinziehen. Viele Auswirkungen der Klimaänderung seien noch unbekannt.

Lesen Sie auch:

Kleine Globuli für große Viecher - Die Überseerin Birgit Gnadl kümmert sich um Nutztiere

Für die Prämie hatte die Stadt Traunstein einen Antrag gestellt. Darin mussten alle erhaltenen EU-Fördermittel der letzten drei Jahre angegeben werden. Die gesamte Fördersumme ist gedeckelt (durch die so genannte „de minimis Regelung“ bei Großbetrieben). Außerdem muss der Traunsteiner Stadtwald nach einem anerkannten System zertifiziert sein, was er auch dank PEFC, der größten Institution zur Sicherstellung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Holz und Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft.

615 Hektar Wald

Die angegebenen Flächen müssen mit den Angaben beim Unfallversicherer (BG) und der Zertifizierungsstelle übereinstimmen. Die Bundeswaldprämie ist eine Flächenprämie. Bei Zertifizierung nach PEFC werden 100 Euro pro Hektar bewilligt. Die Stadt hat derzeit einen Waldbesitz von rund 615 Hektar. Die Bindungsfrist der Prämie beträgt zehn Jahre. Werden im Bindungszeitraum städtische Waldflächen verkauft, muss die dafür erhaltene Prämie zurückbezahlt werden.

Kommentare