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Er traf als einer der Ersten auf die 52 Verletzten

„Alles war durcheinandergeschleudert“: So erlebte Inzells Feuerwehrchef das Bus-Unglück

Schwerer Busunfall bei Inzell am 26. Februar. Albert Stadler von der Feuerwehr gehörte zu den ersten Einsatzkräften an der B306.
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Schwerer Busunfall bei Inzell am 26. Februar. Albert Stadler von der Feuerwehr gehörte zu den ersten Einsatzkräften an der B306.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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„So einen Unfall hatten wir noch nie“, sagt Albert Stadler zwei Tage nach dem Bus-Unglück bei Inzell. Der Feuerwehrkommandant beschreibt uns, wie er seinen Elf-Stunden-Einsatz erlebte und was besonders schwierig beim Unfall mit dem Reisebus war.

Inzell - „Das ist eigentlich nicht das Tagesgeschehen, so einen Unfall hatten wir noch nie“, sagt Albert Stadler im Gespräch mit chiemgau24.de rückblickend. 52 verletzte Personen, elf davon schwer. Denn: dass der Busunfall bei Inzell am Samstag (26. Februar) solche Ausmaße annehmen sollte, konnte auch der 1. Kommandant der örtlichen Feuerwehr zuerst nicht wissen. „Bei der ersten Alarmierung wussten wir nur, dass es um einen Reisebus geht. Es hätte ja zum Beispiel auch ein Linienbus auf Leerfahrt sein können.“ Als Stadler und seine Kameraden dann aber zum Unfallort an der B306 kamen und die dutzenden Personen rund um den Doppeldecker sahen, ahnten sie: „das dauert heute länger“.

Busunfall bei Inzell - Feuerwehr-Chef: „Erstmal Ordnung ins Chaos bringen“

61 Urlauber waren es, die im Bus von Nordrhein-Westfalen eigentlich ins Salzburger Land wollten. „Die allermeisten konnten sich selbst befreien“, so Stadler. Er als Einsatzleiter musste sich dann einen ersten Überblick verschaffen: Betroffene kurz befragen, die Lage einschätzen, der Leitstelle Bescheid geben - „Ordnung ins Chaos bringen“, wie es Albert Stadler im Gespräch nennt. Auch ein Blick in den umgekippten Bus gehörte dazu: „Es waren noch drei Eingeklemmte drin. Und es war alles durcheinandergeschleudert.“ Erste Hilfe wurde ihnen bereits geleistet. Mit einer Eingeklemmten, die kaum verletzt schien, konnte Stadler auch selbst sprechen.

Schwerer Unfall mit Reisebus auf der B305 bei Inzell am 26. Februar 2022

Schwerer Unfall auf der B305 bei Inzell am 26. Februar 2022
Schwerer Unfall auf der B305 bei Inzell am 26. Februar 2022
Schwerer Unfall auf der B305 bei Inzell am 26. Februar 2022
Schwerer Unfall auf der B305 bei Inzell am 26. Februar 2022
Schwerer Unfall mit Reisebus auf der B305 bei Inzell am 26. Februar 2022

„Was positiv war: Die Businsassen haben sich alle relativ ruhig und gefasst verhalten. Es gab kein Geschreie oder so. Für uns ist das sehr von Vorteil, dann tun wir uns leichter“, berichtet Inzells 1. Feuerwehr-Kommandant. Eine der größten Herausforderungen seien aber die - von Haus aus - beengten Verhältnisse im Bus gewesen. „Das kann man auch schwer üben, weil alte, ausrangierte Busse schwer zu bekommen sind.“ Zugang zum Inneren habe man sich über die Notausstiege im Dach und die Fahrzeugfront verschafft, aus der die Scheibe herausgenommen wurde. Nach dem ersten Alarm dauerte es rund anderthalb Stunden, bis die Eingeklemmten befreit waren.

Für Inzells Feuerwehr-Kommandant war es ein Elf-Stunden-Einsatz

Und auch bei Unfällen von solch einem Ausmaß könne man immer wieder „Glück“ haben, so Stadler: Der Bus habe sich stabil in die Böschung eingeklemmt, habe also nicht abrutschen können. Die Einsatzstelle sei gut erreichbar gewesen und die Witterung für die Rettungshubschrauber gut genug. Und dass in der nahen Max-Aicher-Arena eine Sammelstelle eingerichtet werden konnte, sei absolut „unbürokratisch und optimal“ abgelaufen: „So gesehen lief der ganze Einsatz super.“

Für den Feuerwehr-Chef war es trotz allem ein langer Tag: Um 7.30 Uhr wurde Stadler alarmiert, um 16..30 Uhr war der Einsatz an Ort und Stelle beendet - und im Anschluss gab es noch zwei Stunden Arbeit am Feuerwehrhaus: Fahrzeuge instand setzen, Material auffüllen, defekte Geräte ersetzen. Insgesamt waren am Samstag in Inzell rund 340 Feuerwehr- und Rettungskräfte eingebunden, auch aus Österreich oder dem Rosenheimer Raum. Die Verletzten wurden überwiegend in die Krankenhäuser nach Traunstein und Salzburg gebracht. Eine schwerverletzte 16-Jährige wurde in die Unfallklinik nach Murnau geflogen. Die Unfallursache war am Montag noch ungeklärt.

Schwerer Busunfall bei Inzell am 26. Februar 2022

Fotos: Schwerer Busunfall bei Inzell am 26. Februar 2022
Fotos: Schwerer Busunfall bei Inzell am 26. Februar 2022
Fotos: Schwerer Busunfall bei Inzell am 26. Februar 2022
Fotos: Schwerer Busunfall bei Inzell am 26. Februar 2022
Schwerer Busunfall bei Inzell am 26. Februar 2022

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