Viel Arbeit mit Daten

TuS Prien bewältigt riesigen Aufwand wegen Corona-Dokumentation

Die TuS-Handballer hatten in der LTG-Halle den Abstand zwischen den Zuschauerstühlen genau abgemessen und mithilfe eines Absperrbands dahinter den Bereich abgetrennt, in dem die Besucher hin und her gehen durften. Inzwischen ist der Spielbetrieb der Handballer schon wieder eingestellt. Foto re
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Die TuS-Handballer hatten in der LTG-Halle den Abstand zwischen den Zuschauerstühlen genau abgemessen und mithilfe eines Absperrbands dahinter den Bereich abgetrennt, in dem die Besucher hin und her gehen durften. Inzwischen ist der Spielbetrieb der Handballer schon wieder eingestellt. Foto re

Bettina Heilmann ist zurzeit im Nebenjob Datenträgerin. Die Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle des Turn- und Sportvereins (TuS) Prien wälzt dicke Aktenordner. Denn Vereine müssen seit Monaten jedes Training einzeln dokumentieren und die Teilnehmer erfassen.

Prien – Der TuS als größer Verein Priens hat neun Abteilungen und die wiederum zahlreiche Untergruppen. Da kommt viel zusammen. „Das sind leicht einmal 25 Listen an einem Tag“, berichtet Vorsitzender Christian Fellner.

Spätestens 24 Stunde nach der Übungseinheit muss die Liste in der Geschäftsstelle hinterlegt sein – und nach vier Wochen muss sie aus Datenschutzgründen vernichtet werden. So sind die Vorgaben. Der TuS hat sich extra einen Aktenvernichter angeschafft.

Hoffen auf Fortsetzung des Trainingsbetriebes

Bisher hätten Gesundheitsamt oder andere Stellenn noch keine Listen einsehen wollen, obwohl der TuS nicht von positiven Corona-Fällen verschont geblieben ist. In der Badminton-Abteilung gab es kürzlich zwei Fälle, in der A-Jugend der Fußballer ebenfalls zwei, die aber schon eine Weile zurückliegen. Die betroffenen Gruppen haben Fellner zufolge freiwillig aus Sicherheitsgründen dann mit den Training ausgesetzt.

Im TuS-Vorstand und den Abteilungsleitungen hoffen zurzeit alle, dass zumindest der Trainingsbetrieb weiterlaufen kann, dass Gemeinde und Landkreis keine ihrer zusammen drei Hallen in der Marktgemeinde sperren.

Jede Abteilung wurde aktiv

Damit nach den Sommerferien überhaupt der Trainingsbetrieb in den Hallen starten konnte, musste jede Abteilung ein eigenes Hygienekonzept aufstellen. Nur Kontaktsportler wie Judo- und Ju-Jutsuka haben auf Trainingsbetrieb im Nachwuchsbereich aus Sicherheitsgründen verzichtet.

Fast zehnmal mussten die Maßnahmen inzwischen neuen Verordnungen angepasst werden, zudem gebe es immer wieder Veränderungen der Bestimmungen der einzelnen Fachverbände für die Sportarten, erklärt stellvertretende TuS-Vorsitzende Heike Gola. Fellner ergänzt: „Da könnte man eine Doktorarbeit drüber schreiben.“

So durften die Handballer in der LTG-Halle mal mit maskierten Zuschauern spielen, dann ohne Publikum und momentan gar nicht mehr. Fellner, Gola und Thomas Breitrainer, der zweite stellvertretende Vorsitzende sind sich im Gespräch mit der Redaktion einig: Keiner glaubt daran, dass in irgendeiner Sportart im Amateurbereich noch ein Ligenbetrieb zu Ende gebracht werden kann. Besonders Fuß- und Handballer träfen die fehlenden Eintrittsgelder von Zuschauern massiv, sagt Fellner.

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Trotz aller Widernisse und Zwangspausen: Die Mitglieder halten dem TuS die Treue, keiner kündigt die Mitgliedschaft auf, weil er seinen Sport mal nicht ausüben darf – im Gegenteil: Manche Abteilungen freuen sich sogar über leichte Mitgliederzuwächse. „Die Leute wollen raus, sich bewegen und unter Menschen sein“, vermutet Breitrainer als Grund für den Zulauf.

Auch die Trainingseinheiten seien gut besucht, freut sich das Vorstandstrio. „Es wird auch untereinander geschaut, dass man anderen helfen kann“, lobt Gola den Zusammenhalt in der TuS-Familie.

Gruppen begegnen sich in der Halle nicht

Die Einheiten sind verkürzt, damit sich die Gruppen in den Hallen nicht begegnen und zwischendurch gelüftet werden kann – beziehungsweise muss, denn die frische Luft hat zunehmend Nachteile. Fellner erzählt von einem Abend, an dem es draußen neun Grad kühl war und in der alten LTG-Halle nach dem Lüften nur zehn Grad hatte. Die Kinder haben dann in Pullovern trainiert“, berichtet der TuS-Vorsitzende. Und bei solchen Bedingungen steigt die Gefahr von Muskel- und anderen Verletzungen.

Die Verantwortliche sind täglich auf neue Rahmenbedingungen oder einen Zwangsstopp vorbereitet. „Es ist eine Fahrt ins Ungewisse für uns alle. Wir nehmen, mit, was geht und reagieren auf Ansage“, bringt es Fellner auf den Punkt.

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