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Turbulenzen in himmlischen Gefilden

Inzell - Die himmlische Aufnahmebehörde hat es nicht leicht: Immer wieder kommen flegelhafte Bayern in die Wolkengefilde.

Himmelssekretärin Felicita (herrlich gestresst gespielt von Ulrike Rieder) und «Gabrielus, der Erleuchtete» (betont würdevoll dargstellt von Michael Reindl) versuchen, ihnen nach Kräften himmlische Zucht und Ordnung beizubringen - vergebens.«Wo geht's denn do zum Himmi?» heißt das gut zur nachweihnachtlichen Zeit passende neue Stück der Bauernbühne Inzell. Im sehr gut besuchten Festsaal feierte das Ensemble mit der «unhimmlischen Komödie» von Ulla Kling nun Premiere.

Eine gute Mischung von Einheimischen und Gästen schaute begeistert zu und zollte den elf Akteuren auch Zwischenapplaus, vor allem für die Bruchlandungen von Engelbert: Dieser Engel kapierte einfach nicht, dass er beim Landen die Landeklappen ausfahren muss, und trug nach jeder Landung ein blaues Auge, Schrammen und einen brummenden Schädel davon.

Köstlich gelang das Hin- und Herschwenken Engelberts zwischen gespreizter hochdeutscher Engelssprache und bayerischer Einfachheit Maxe Holzner. Die Stürze waren indes gleich wieder vergessen, wenn die zwei liebreizenden Teenager-Engel Engelberta (Gabi Eicher) und Luciana (Tini Reinwart), die um die Gunst des Tollpatschs wetteiferten, ihn trösteten und sich mit ihm zum «Wolkenhüpfen» verabredeten.

Vollends durcheinander bringt die himmlische Hausordnung der Urbayer Pankratius (treffend gespielt von Thomas Nickel), der mit einem Ungetüm von Instrument, seiner alten Tuba, Gabrielus und Felitica gleich den Marsch bläst. Die Tuba, Symbol für bayerische Gemütlichkeit, lässt er sich nicht nehmen. Nach anfänglicher Rebellion lebt sich Pankratius schnell ein, zumal er zwei alte Spezln wiedertrifft. Natürlich hat er Schafkopfkarten dabei - und am Tisch hinter der Wolke, unter den Portraits von König Ludwig II. und Franz Josef Strauß, geht es bald zünftig her. Immer wieder kommt er in Konflikt mit den Aufpassern, weil er zum Beispiel einen Gamsbart an seinen Heiligenschein steckt und statt der himmlischen Sandalen («Bin i a Alternativer?») die Haferlschuhe vorzieht.

Noch mehr Wirbel verursacht die Ankunft seiner Ehefrau «Benedicta» (mit wunderbar durchdringendem Organ dargestellt von Marion Kötzinger), die ihrem Gatten erst einmal die Ohren lang zieht.

Alle Akteure zeigten reife schauspielerische Leistungen. Mit der Wolkenkulisse von Eduard Woitzis, den Gewändern von Marianne Huber, der Souffleuse Kathrin Söll und der Technik von Michael Weibhauser gelang unter Regie von Edi Holzner ein Dreiakter mit viel Situationskomik.

Weitere Aufführungen gibt die Bauernbühne heute, Samstag, am Samstag, 17. Januar, am Sonntag, 1., und Samstag, 21. Februar, sowie am Samstag, 7. März. Beginn ist jeweils um 20 Uhr im Festsaal; Einlass ab 19 Uhr. vm

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