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Türen sind seit über 100 Jahren zu

Die Deckenmalereien des Inseldoms zeugen von seiner Geschichte. Archiv Berger

Herreninsel/München. – Seit 102 Jahren sind die Türen des Inseldoms auf Herrenchiemsee für die breite Öffentlichkeit verschlossen.

Unter anderem der Verein der Freunde von Herrenchiemsee setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, dass Gebäude wieder zugänglich zu machen. Mitte März war die Freude groß, als der Haushaltsausschuss des Landrats Geld bereitstellte (wir berichteten).

Gestern haben die Bauarbeiten begonnen, teilte das Bayerische Finanzministerium mit. Der Freistaat ist Eigentümer der Insel und aller Gebäude.

Barrierefreier Zugang ist vorgesehen

„Wir wollen das einzigartige Gebäude des historischen Inseldoms für Besucher öffnen. Vorgesehen ist daher auch ein barrierefreier Zugang. Der Freistaat investiert für dieses spannende Bauprojekt rund 2,1 Millionen Euro in Sanierungs- und Erschließungsmaßnahmen“, teilte Finanz- und Heimatminister Albert Für acker zum Beginn der Arbeiten durch die Bayerische Schlösserverwaltung mit. „Der Inseldom ist ein Zeugnis des Chiemsee-Bistums und der Klosterzeit, aber auch der Säkularisation, der nach Abschluss dieser Baumaßnahmen auch für Führungen in kleinen Gruppen im Sommerhalbjahr geöffnet wird“, kündigte Für acker an.

Seit dem Jahr 1917 ist das ehemalige Kirchengebäude, das nach der Säkularisation zu einer Brauerei umgebaut wurde, ungenutzt und geschlossen.

Für eine Wiederöffnung sind umfangreiche Maßnahmen nötig. Der Inseldom soll als ein „für sich sprechendes Museum“ der Bayerischen Schlösserverwaltung für die Säkularisation ausgestaltet werden, heißt es in der Pressemitteilung des Finanzministeriums von gestern.

Geplant seien Führungen in kleinen Gruppen von Mai bis Oktober durch mehrere Räume mit Schautafeln. Diese Rundgänge sollen den Besuchern die noch vorhandene Bausubstanz und die einstigen Funktionen des Gebäudes als Kirche sowie als Brauhaus vermitteln.

Nach der Schließung der Brauerei 1917 stand das Bauwerk leer und wurde in den Jahren 1995 bis 1997 mit Investitionen von rund zwei Millionen Euro in Dachstuhl, Dacheindeckung sowie Außenfassaden instandgesetzt.

Die Schlösserverwaltung baut nun eine Steg- und Plattformkonstruktion sowie eine neue Treppenanlage in den Inseldom ein. Zudem sollen Bodenflächen geschlossen werden, freigelegte Fundamente jedoch sichtbar bleiben.

Für eine barrierefreie Erschließung ist auch ein Aufzug als freistehende Stahlglaskonstruktion geplant. Zusätzlich werden Brandschutzmaßnahmen vorgenommen.

Das ehemalige Kloster Herrenchiemsee, das Augustiner Chorherrenstift, zu dem der Inseldom gehört, ist eine der ältesten Klosteranlagen nördlich der Alpen.

Der Inseldom gilt als ein steinernes Zeugnis der wechselvollen Geschichte Bayerns. Ursprünglich um 1130 durch Erzbischof Konrad von Salzburg als Kirche des Augustiner Chorherrenstifts Herrenchiemsee errichtet, diente das Gotteshaus ab 1215 auch als Kathedrale der Bischöfe des Bistums Chiemsee.

In den Jahren 1676 bis 1679 wurde die Domstiftskirche durch den Graubündner Barockbaumeister Lorenzo Sciasca auf älteren Fundamenten weitgehend neu erbaut.

Nach der Säkularisation wurde der Inseldom ab 1818 zu einer Brauerei umgebaut. König Ludwig II. erwarb die Insel 1873 als Standort für sein Neues Schloss.

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