Truchtlachinger Künstler will „herzliches Lebensgefühl“ widerspiegeln

Kunst im Seebrucker Rathaus: „O‘zapft is“ – fröhliches Feiern einer Gruppe von Menschen im Trachtengewand. Benekam

Wer das neue Rathaus in der Seebrucker Römerstraße besucht, der begegnet bei der Erledigung seiner Amtsgeschäfte farbenprächtiger Aquarellkunst. Dort sind unter dem Titel „Farbtupfer Chiemgau – Aquarelle aus der Gegend“ Kunstwerke des Truchtlachinger Hobbymalers Günther Lederer zu bewundern.

Seebruck – Die Ausstellung bietet eine wunderbare Gelegenheit, das Notwendige mit dem Schönen zu verbinden: Günther Lederer hegt, wie er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen berichtet, seit mehr als 30 Jahren „eine warme Sympathie“ zum Chiemgau, den hier lebenden Menschen und ihren gelebten Traditionen. Zusammen mit der Familie verbrachte er früher in regelmäßigen Abständen Urlaube im Chiemgau, im Rentenalter zog es den gelernten Kaufmann dann dauerhaft aus Plochingen (Baden-Württemberg) nach Truchtlaching.

Inspirationen aus Impressionen der lieblichen Landschaft

Seit 2014 lebt Lederer zusammen mit seiner Frau, der gemeinsamen Tochter und deren Familie im Eigenheim in Truchtlaching und genießt es, sich seiner Leidenschaft, dem Malen widmen zu können.

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Inspirationen zu seinen Werken zieht der Künstler nicht nur aus Impressionen der lieblichen Landschaft, ihren schönen Ausblicken und Bauwerken, sondern auch aus Begegnungen mit Menschen, den vielfältigen Veranstaltungen und Festivitäten, die, wie er findet, „das herzliche Lebensgefühl dieser Gegend“ widerspiegeln. Mit Skizzierblock und Bleistift bewaffnet fertigt er in kürzester Zeit kleine Zeichnungen an, versucht damit Stimmungen und Momente „einzufangen“, um sie später in seinem Atelier in farbenfrohen Aquarellen zu verewigen. Lange brauche er nicht, um so ein Werk fertig zu stellen – er sei nicht der Typ Künstler, der sich zu stark in Detailarbeit verliere, erklärt er.

Bei intensiver Betrachtung scheint es den Kunstwerken aber dennoch an nichts zu fehlen. Kaum zu glauben, dass der Künstler für die Anfertigung seine Werke nur wenige Stunden benötigt. Nach dem er lange Zeit autodidaktisch arbeitete, holte er sich, nachdem er schließlich die Zeit dazu hatte, professionelle Anleitung in Kursen, wobei ihn der Kienberger Künstler Hans Torwesten am nachhaltigsten zu inspirieren vermochte. Hans Torwesten habe ihm in Sachen Kunst das nötige Handwerk mitgegeben und sei inzwischen ein guter Freund der Familie.

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In der Lederer-Ausstellung im Seebrucker Rathaus hängen 23 großformatige Werke: Das Kloster Seeon, die Chieminger Kirche, die Truchtlachings St. Johann Kirche aus Ansicht des Friedhofs und natürlich die Seebrucker Kirche aber auch viele andere beliebte Chiemgauer Ausblicke in kräftigen Farben eindrucksvoll nachempfunden, werfen ein ausdruckstarkes Schlaglicht auf eine der wohl schönsten Gegenden unseres Landes. Wie eine schöne Erinnerung an Corona freie Zeiten rufen Szenen von traditionellen Festivitäten wie das Weisenblasen im Baumburger Klosterhof, das Neujahrsanschießen der Böllerschützen in Truchtlaching, das „Abendblas‘n“ einer Chieminger Blaskapelle vor der Kulisse des Bayerischen Meeres oder eine Kunst gewordene Szene in einem bayerischen Wirtshaus, die das fröhliche Feiern einer Gruppe von Menschen im Trachtengewand zeigt, Sehnsucht nach der „alten Normalität“ hervor: Kunstwerke, die ob ihrer farbenfrohen Wirkung nicht nur „schön anzusehen“ sind, sondern auch stimmungsaufhellende Wirkung tun.

Die Ausstellung ist zu den üblichen Rathaus-Öffnungszeiten für Kunst interessierte geöffnet, also jeweils von montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, dienstags von 14 bis 17 Uhr und donnerstags von 14 bis 16 Uhr, und sie dauert noch bis Ende August.

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